Mundartgottesdienst in der Stiftskirche

Die Stiftskirche in Mosbach. (Foto: privat)

Mosbach. Zum Mundartgottesdienst unter dem Motto „De Schnaid loss I mer nedd abkoafe“ lädt die evangelische Stiftsgemeinde am Sonntag, den 04. September um 10 Uhr ein.

Seit einigen Jahren interessieren sich zunehmend mehr Leute aus der ganzen Region für diesen besonderen Gottesdienst. Die Mundartdichterin Heidrun Eyermann aus Obrigheim wird in ihrem Dialekt Worte aus den biblischen Psalmen und die Geschichte von Josef und seinen Brüdern vortragen. „ Es ist fast so, als ob man die Bibel neu übersetzt“, so Heidrun Eyermann, „erst wenn man den Sinn der Worte verstanden hat, kann man sie auch in Mundart übertragen“. Dabei sei es einfacher, Geschichten zu übersetzen als Psalmen. „Im Dialekt erzählt man einfach mehr und benutzt weniger so abstrakte Worte wie Güte oder Herrlichkeit“.

Der aus Schefflenz stammende Pfarrer Dirk Keller sieht in der Mundartpredigt eine ganz besondere Chance, die Herzen der Zuhörer zu erreichen. „Beim Predigen merke ich selbst, dass meine Worte und Gedanken noch viel stärker aus meinem Herzen fließen und mich bewegen als es sonst möglich ist“, so Keller. Und darauf komme es ja an, dass der Glaube Geist und Herz erreiche und bei den Hörern etwas Bewegung bringe. Der Mundartgottesdienst sei verständlicherweise nicht jedermanns Sache, so der Pfarrer der Stiftskirche, aber der auffällig gute Besuch und die Gespräche danach zeigten, dass die Besucher weniger das Spektakel suchten, sondern sich ganz neu und anders mit dem christlichen Glauben befassen würden.

„Im Mundartgottesdienst hör ich viel aufmerksamer zu und kann mich besser auf die Gedanken einlassen“, meint ein langjähriger Besucher und freut sich auf den kommenden Sonntagsgottesdienst, zu dem die Stiftsgemeinde Interessierte herzlich einlädt.

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