„Fermale Leadership“ in Seckach

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Kreisfrauentag zu Gast in Seckach

von Liane Merkle

Seckach. Der diesjährige Frauen- und Mädchentag stand im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage unter dem Motto: „Fermale Leadership“ – Von den erfolgreichen Frauen der Welt lernen“ mit der Autorin und renommierten Beraterin von Führungskräften aus Politik und Gesellschaft, Kerstin Plehwe. Zu überzeugen wusste sie dabei durch ihre langjährige internationale Beratungserfahrung wie z.B. im US-Präsidentschaftswahlkampf. Mit ihrer Visionskraft, Praxisnähe und ihrem Enthusiasmus motiviert sie seit Jahren Zuhörerinnen und Zuhörer aus allen Branchen und Altersgruppen.

Nach einer musikalischen Einführung in der Seckachtalhalle durch Sarah Frank und Frauke Aumüller von der örtlichen Musikschule Irmai, oblag es Landrat Dr. Achim Brötel nach seinem visionären Exkurs in das Jahr 2021, die stellvertretende Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne, Charlotte Schneidewind-Hartnagel aus Eberbach und die Frauenbeauftragte Adelheid Knoll zu begrüßen, der er mit einem Blumengebinde für ihr großes Engagement dankte.

Frauen seien zumeist konsensorientierter und arbeiten oft auch effektiver als ihre männlichen Kollegen, sagte Brötel. Entscheidend sei jedoch, dass Frauen überhaupt die Chance bekommen, Führungsverantwortung auszuüben.


Nach dem Grußwort der Frauenbeauftragten, die der Gemeinde Seckach auch für die Bereitstellung der Seckachtalhalle dankte, begrüßte Bürgermeister Thomas Ludwig die zahlreich erschienenen Gäste namens der Gemeinde. Für die Gemeinde sei es eine große Ehre, die gesamten Neckar-Odenwald-Tage zum zweiten Mal seit 1992 ausrichten zu dürfen. Nach dem ewigen Lamento über die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts und elementaren Fragen der Gleichberechtigung der Frau in den vergangenen Jahren, habe sich inzwischen einiges geändert, denn Mann und Frau begegnen sich in unserer Gesellschaft heutzutage auf Augenhöhe, betonte der Bürgermeister. Ein Dank von Ludwig galt der Frauenbeauftragten des Landkreises, Adelheid Knoll für die Verpflichtung der Referentin, den Mitwirkenden der Musikschule Irmai und allen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, die zum Gelingen der Veranstaltung Verantwortung getragen hatten.

Im Tenor ihrer Vorredner erwähnte auch MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, dass die Landesregierung mit dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg sichtbar weiblicher geworden sei. Selbstbewusste, gut ausgebildete und hoch motivierte Frauen seien in Baden-Württemberg in allen Bereichen zu finden, doch ein genauer Blick in die Führungs- und Entscheidungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeige, dass diese immer noch mehrheitlich fest in Männerhand seien. Es sei eine aktive Frauen- und Gleichstellungspolitik gefragt, die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen fordert, um die längst überfällige Weichenstellung zur Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit vorzunehmen.

„Wir brauchen Frauen als Vorbilder, die uns zeigen, wie es gehen kann.“ Dieser Meinung waren offensichtlich noch mehr der anwesenden ZuhörerInnen, denn Kerstin Plehwe hatte ein ausgesprochen aufmerksames Publikum als sie unter dem Motto „Female Leadership“ ihr neuestes Werk „Die Macht der Frauen“ und dessen Hintergründe vorstellte.


Die Idee zu diesem Buch, dessen Einnahmen komplett an diverse Organisationen gehen, die sich für die Bildung von Mädchen und Frauen einsetzen, sei während einer Geschäftsreise in die Staaten entstanden. Dort habe ein Projekt von UNICEF ihr erschreckend klar gemacht, dass Millionen von Mädchen und Frauen absolut keinen Zugang zu Bildung haben. Mit ihrer Idee, dass große Frauen etwas für diese kleinen tun sollten, hatte man sie sofort in der Pflicht. Dabei sei eine besonders schöne Überraschung für sie gewesen, wie schnell und wie einmütig sich die „großen“ Frauen in Politik, Kultur, Wissenschaft oder Wirtschaft bereit erklärten, mit von der Partie zu sein. Rund 60 dieser Frauen ließen sich in dem Buch über ihr Verständnis von „Female Leadership“ befragen. Ganz erstaunlich sei dabei, dass die Eckpfeiler für erfolgreiche Frauen – egal in welchem Bereich sie Erfolg haben – nahezu deckungsgleich sind. 55 Grundzüge haben Kerstin Plehwe und ihr Team herausgearbeitet und die sieben wichtigsten stellte sie in Seckach vor. Wie ihr Buch begann auch ihr Referat mit einer Aussage der Iranischen Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi: „Nehmt nicht mich zum Vorbild, sondern sucht in Euch selbst und folgt Euren Träumen“, was soviel meint, wie „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in uns selbst“. Man benötigt dazu – auch wenn es banal klinge – zuerst einmal Selbstvertrauen. Denn ohne „personal leadership“ gäbe es kein „female leadership.“ Als nächstes seien Visionen wichtig. Und die dürften ruhig sehr groß sein. Vor allem wenn man wisse, wohin es geht. Schließlich seien Mut und Fairness erfolgreichen Frauen wichtig, doch beide Eigenschaften hätten viele Gesichter. Bei der notwendigen Integrität entscheiden nach Aussage der Referentin die eigenen Werte und das Wissen um die richtige Zeit. Der fünfte Schlüssel liege im Durchhaltevermögen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Außerdem noch in der Dialogkompetenz, die viel mit dem richtigen Zuhören, dem guten Einschätzen von Emotionen und dem Gespräch „auf Augenhöhe“ zu tun hat.

Und schließlich nannte Kerstin Plehwe als besondere Eigenschaft erfolgreicher Frauen deren Aktivität. Sie meint damit, dass diese Frauen sich im richtigen Moment trauen, zu agieren. Und zwar in dem Wissen „das kann ich und das mache ich“ und ich habe Familie und Freunde und Kollegen, die mir dabei helfen.

Das alles, verbunden mit einem großen Maß an Flexibilität, einen neuen Weg zu suchen, wenn der eingeschlagene nicht funktioniert und vor allem, in jeder Krise eine Chance zu sehen, mache den Erfolg von Frauen aus.

Ihr Fazit bezog sich jedoch auf den idealen Führungsstil, der sich ergeben würde, wenn Männer und Frauen gemeinsam voneinander lernen und gemeinsam, jeder nach seinen besonderen Fähigkeiten, das Beste geben würden. Die interessanten Inhalte ihres Referates wurden dadurch dokumentiert, dass sie im Anschluss mit Unterstützung der Kindlers Buchhandlung aus Mosbach noch zahlreiche Bücher signieren musste.

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