Konzert zu Ehren von Franz Liszt

Unterstützen Sie NOKZEIT!

Erlenbach. (pm) Aus Anlass von Franz Liszts Geburtstag, der sich am 22. Oktober zum 200. Mal jährt, werden Chor und Kammerchor der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Unterfranken am Samstag, 29. Oktober, um 20 Uhr in der Frankenhalle Erlenbach eine breit gefächerte Auswahl seines Schaffens präsentieren.

Darunter sind Instrumentalwerke, weltliche Lieder für Tenor und Klavier sowie geistliche Chorwerke mit Harmonium. Als Solisten wurden zu dieser besonderen Geburtstagsfeier Kim L. Heilmann (Violine), Michael Lörcher (Klavier), Sebastian Eicke (Tenor), Stephan Adam (Harmonium) und als musikalischer Leiter Christian Meyer eingeladen. Schirmherr ist Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel.

Die teilnehmenden Pädagogen und Schüler zeichnen ein großes Bild des Komponisten auf. So werden Kim L. Heilmann und Michael Lörcher Solowerke von Paganini und Franz Liszt gegenüber stellen, um den Zuhörern den Beginn des heutigen Virtuosentums näher zu bringen. Tenor Sebastian Eicke wird romantische Lieder von Liszt interpretieren. Diese selten zu hörenden Kompositionen weisen auf eine für die damalige Zeit neue Tonsprache hin.


Ihre klangliche Farbigkeit und Bildhaftigkeit stehen für das Liedgut der deutschen Hochromantik. Anschließend wird Christian Meyer den Kammerchor sowie den großen Chor der Berufsfachschule mit Chorwerken dirigieren, begleitet von Stephan Adam am Flügel. Diese Werke stehen am Beginn der großen romantischen Chor- und Männerchorbewegung  des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Ohne sie ist die deutsche Chortradition undenkbar. Das vielfarbige Konzert wird die Figur Liszts von verschiedenen Seiten beleuchten.

Liszt, als musikalisches Wunderkind früh gefördert und mit Mozart verglichen, ist zu einem der einflussreichsten Komponisten, Virtuosen und Musikschriftstellern des 19. Jahrhunderts geworden. Sein Schaffen erstreckte sich über virtuose Klaviermusik über Vokalmusik bis hin zur groß besetzten Orchestermusik, in der er eine neue Gattung schuf, die „Sinfonische Dichtung“. Liszt war Verfechter der Programmmusik – von Musik, die einen außermusikalischen Inhalt zur Grundlage hat. Er ließ sich von Gedichten, Bildern, historischen Ereignissen und Personen inspirieren. Dabei entstanden weltliche Kompositionen, aber auch viele geistliche Werke, die durch Elemente der Musik des 16. Jahrhunderts und die Gregorianik geprägt sind. Die Versenkung ins Religiöse ist auch durch seine Weihe zum Abbé dokumentiert.

In Bezug auf das Virtuosentum des 19. Jahrhunderts wird Liszt oft in einem Atemzug mit Niccolò Paganini genannt. Paganini ist eine Art Prototyp des „neuen“ Virtuosen. Er ist von einer Aura des Dämonischen umwölkt, schafft es in Soloprogrammen, durch Virtuosität das Publikum zu fesseln und an den Rand des Ohnmachtanfalls zu spielen. Gerüchte kursieren, es gäbe einen Pakt mit dem Teufel – Ausdruck eines romantischen Künstlerverständnisses, das zur Wende zum 19. Jahrhundert aufkam. Liszt ließ sich von Paganini inspirieren und strahlte in Soloauftritten eine ähnliche Dämonie aus. Allerdings war seine Bandbreite im Schaffen viel größer als die Paganinis, da er sich nicht allein mit dem Drang zur Virtuosität zufrieden gab. Diese reine Virtuosität war im 19. Jahrhundert durchaus umstritten. Nicht selten war der Vorwurf zu hören, dass ein Werk, das von einem und für einen Virtuosen geschrieben ist, seinen Kunstanspruch verliere, da es nur dem Personenkult diene. Im Konzert sollen die virtuose, die klangliche, die „moderne“ und die rückwärts gewandte Seite Liszts erklingen.

Informationen und Karten sind beim Kulturreferat des Landkreises Miltenberg (Telefon 09371/501501, E-Mail: kultur@Lra-mil.de) und bei der Stadt Erlenbach erhältlich.

Artikel teilen:

Werbung

Zum Weiterlesen: