Konversion aktiv und konzeptionell angehen

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Kreisgrüne zu Standortschließungen

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung zeigten die beiden Grünen Kreisvorsitzenden Christine Denz und Christine Böhm Verständnis und Mitgefühl für die persönliche Enttäuschung der von den Standortschließungen in Hardheim und Walldürn-Altheim betroffenen Soldaten und zivilen Mitarbeiter. Gleichzeitig zeigten sie sich entschlossen, den Blick nun aktiv auf Konzepte für die zukünftige Ausrichtung der beiden Gemeinden zu richten. Es gebe dafür bereits viele positive Anknüpfungspunkte, die weiterzuentwickeln seien. Christine Denz verwies dabei auf die nach Schließung von KWO gelungene Umstellung des Landkreises vom Atomstandort hin zum überregionalen Vorreiter im Bereich der Erneuerbaren Energien. Teile der Konversionsflächen böten sich zur Ansiedlung alternativer Energieerzeuger an, so wie es vor drei Jahren bereits auf dem Gelände der ehemaligen Walldürner Standortschießanlage gelungen sei.


Beispiele für eine gelungene Konversion unter vergleichbaren strukturellen Rahmenbedingungen gebe es einige. Christine Böhm nannte die 2004 geschlossene Hahnenkamm-Kaserne am Rand des Nördlinger Ries, wo die erfolgreiche Ansiedlung eines Herstellers von Holzhackschnitzelheizungen zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung geführt habe. Weiterhin habe in Rheinland-Pfalz die Zusammenarbeit der Gemeinde Morbach mit Wirtschaft und Wissenschaft zur Morbacher Energielandschaft mit überregionaler Ausstrahlung geführt. Christine Denz brachte hier die Duale Hochschule ins Gespräch. Für Hardheim als anerkanntem Industriestandort mit global agierenden Firmen könnten sich ebenfalls neue Perspektiven eröffnen.

Weitere Chancen für die Region liegen nach Ansicht der Kreisgrünen in der Stärkung des „weichen“ Standortfaktors Tourismus wie die von den Grünen unterstützte Initiative für den Mühlenradweg ebenso wie der Ausbau des Geoparks. Auch die von der Grünen Kreistagsfraktion beantragte Gründung eines Landschaftserhaltungsverbandes könne sich zu einem neuen wirtschaftlichen Standbein entwickeln.


Nach den auf Bundesebene beschlossenen Standortschließungen sehen die Kreisgrünen nun in erster Linie den Bund in der Pflicht, die betroffenen Regionen in ihren Anstrengungen konzeptionell zu unterstützen. Hier sei das Engagement aller gefragt. Mit einseitigen Forderungen und Versprechungen, die wirtschaftlichen Folgen auf Landesebene abzufedern, werde die Verantwortlichkeit nach dem St.Florians-Prinzip dagegen nur weitergereicht. Nun gelte es vielmehr, die zeitlichen Detailplanungen abzuwarten und zwischenzeitlich alle Kräfte für zukunftsfähige Konzepte zu bündeln.

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