Hebammen gründen „kugelrund“

Klinik-Mitarbeiterinnen machen sich selbstständig

Viel Sachkompetenz und Erfahrung, vor allem aber viel Zeit bringen die Hebammen – hier Pia Hentrich – der neuen Hebammengemeinschaft „kugelrund“ bei der Behandlung ihrer Patientinnen ein. (Foto: LRA/Archiv)

Buchen. Von der Hebammenpraxis kugelrund zur Hebammengemeinschaft kugelrund (eingetragene Partnerschaft):  Heimlich, still und leise wird zum 1. Januar die bisherige Praxis an den Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen umgestellt werden in ein so genanntes Belegsystem. Acht dann freiberuflich tätige Hebammen werden sich freilich auch weiterhin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Klaus Hahnfeldt umfassend um das Wohl werdender Mütter – und natürlich auch Väter – und um deren Babys kümmern. „Der Service auf der Entbindungsstation in Buchen wird durch diese Organisationsänderung sogar noch besser. Schwangere sind bei uns also nach wie vor sehr gut aufgehoben“, erklären die Hebammen. Mit dieser klaren Aussage wollen sie auch Gerüchten entgegen treten, nach denen „Schwangere in Buchen künftig ihre eigenen Hebamme mitbringen müssen“. Da werden die Frauen sehr deutlich: „Das ist totaler Quatsch.“


Die Umstellung geschieht freiwillig und in beiderseitigem Einvernehmen der Klinikleitung einerseits und der Hebammen Pia Hentrich, Gabi Kraus, Raisa Jabs, Jeanette Schuster, Sylvia Stephan, Michaela Wolf, Astrid Raila und Tanja Sperrfechter andererseits. Die sehen darin die große Chance, das Angebot der familienorientierten Geburtshilfe zu erweitern und zu optimieren, vor allem durch die Umstellung in einen Zwölf-Stunden-Dienst. „Natürlich sind wir Hebammen auch weiterhin rund um die Uhr im Kreißsaal erreichbar. Babys halten sich ja bekanntlich an keine Arbeitszeiten und erst recht nicht an arbeitsfreie Wochenenden. Durch die Verlängerung der Dienste wird den Müttern aber seltener ein Schichtwechsel zugemutet, die Betreuung wird persönlicher und intensiver“, erklären die Frauen.

Die gewohnte ganzheitliche Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen wird beibehalten, an der engen Zusammenarbeit mit den Ärzten und Krankenschwestern der geburtshilflichen Abteilung des Buchener Krankenhauses ändert sich auch künftig nichts. Ergänzend aber werden die Hebammen zusätzlich zum Stationspersonal auch auf der Entbindungsstation präsent sein und mit regelmäßigen Wochenbettbesuchen den jungen Eltern beratend zur Seite stehen. „Die junge Familie soll sich rundum geborgen und gut betreut fühlen bei uns“, so die Hebammen.

Die Leistungen werden von den Hebammen direkt mit der jeweiligen Krankenkasse abgerechnet. Dementsprechend wird die ein oder andere Unterschrift der Wöchnerinnen zusätzlich fällig werden – was aber ganz sicher nicht zur großen Belastung werden wird, zumal diese Praxis vielen Frauen bereits aus den geburtsvorbereitenden Kursen bekannt ist.

Weiterhin bestehen bleiben die Sprechzeiten der Hebammengemeinschaft, allerdings ab Januar in den Räumlichkeiten rund um den Kreißsaal im zweiten Obergeschoss. Zu diesen Sprechzeiten können Schwangere ohne Voranmeldung Dienstag und Mittwoch von 9 bis 11 Uhr, Freitag von 16 bis 18 Uhr und jeden ersten Montag im Monat von 16 bis 18 Uhr kommen. An diesem Montag wird immer auch mir Raisa Jabs ein russisch sprechende Hebamme anwesend sein, ein Angebot an Frauen, die sich auf russisch besser ausdrücken können.

Auch die Angebote der Elternschule wie Geburtsvorbereitung, Babyschwimmen, Nachsorge oder Beckenbodengymnastik bleiben bestehen. Und die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Gynäkologen und Kinderärzten und auch mit anderen freiberuflichen Hebammen soll natürlich auch fortgesetzt werden – alles wie gehabt.

Was jetzt noch fehlt, ist die Ausweisung eines „Storchenparkplatzes“ für werdende Eltern direkt am Eingang des Krankenhauses, damit die in dieser ganz besonderen Situation nervtötende und manchmal auch schlicht zu lange Parkplatzsuche entfallen kann. „Aber auch das ist im Werden. Anfang des Jahres wird das Schild stehen“, erklären die Hebammen zuversichtlich, die in diesen Änderungen ihren Beitrag dazu sehen, die Angebote rund um Mutter und Kind im Buchener Krankenhaus den gestiegenen Ansprüchen anzupassen.

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