5. Bürgermeister-Check Buchen – Demographie

Buergermeister Check Buchen

Roland Burger (oben) will Bürgermeister bleiben, während sein Gegenkandidat es gar nicht werden möchte. (Fotos: pm/Fritz Geller-Grimm supported by Rüdiger Wandke/CC BY-SA 3.0)

Buchen. Am 01. Dezember wählen in Buchen und den Stadtteilen etwa 14.000 Wahlberechtigte den Bürgermeister für die kommenden acht Jahre. Neben Amtsinhaber Roland Burger steht auch Nein-Sager Michael König auf dem Stimmzettel. 

Da es mehr als einen Bewerber gibt, fand am Montag eine öffentliche Kandidatenvorstellung statt, an der jedoch nur Bürgermeister  Roland Burger teilnahm. Da sich nichtanwesende Wähler_innen kein eigenes Bild machen können und die Printmedien wenig kontrovers berichten, besteht nur bei NOKZEIT die Gelegenheit, sich ein Bild von den jeweiligen Person und deren Positionen zu machen. Wir haben hierfür einen Fragenkatalog entwickelt, der sich bereits bei anderen Bürgermeisterwahlen im Kreisgebiet bewährt hat. Dadurch haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Wahlentscheidung anhand der Positionen der Bewerber zu fällen.

Nachdem es zunächst um persönliche Qualifikationen und Visionen für Buchen ging, thematisieren die Bewerber ihre Vorstellungen zur Haushaltspolitik. Eng verknüpft damit ist die Wirtschaftspolitik, die gestern im Fokus steht. Heute geht es um den Demographischen Wandel, der insbesondere die Kommunen im Ländlichen Raum in ihrer Existenz bedroht.




5. Der demographische Wandel betrifft Buchen ebenso wie andere Gemeinden im Ländlichen Raum. Laut der Prognose des Statistischen Landesamts werden 2022 – also am Ende Ihrer achtjährigen Wahlperiode weniger Menschen als heute in Buchen leben. Der Rückgang wird insbesondere bei den jüngeren Altersklassen prognostiziert. So soll es in acht Jahren unter 20 Jahren ca. 400 Einwohner weniger geben, während sich die über 65-jährigen um ca. 1.000 Personen erhöhen. Während somit weniger junge Menschen in Buchen leben, verschiebt sich so die Altersstruktur massiv, sodass eine Seniorengemeinde „droht“. Wie wollen Sie diesem Trend begegnen und damit die Prognose umkehren bzw. was werden Sie unternehmen, um den alternden Bürgern gerecht zu werden? Was tun Sie für junge Menschen? Was macht Buchen überhaupt für Neubürgerinnen attraktiv?

Roland Burger: Eine Seniorenstadt sehe ich nicht. Tendenziell steigt der Altersdurchschnitt Bevölkerung im gesamten Land. Buchen wird nicht älter sein als der Durchschnitt anderer Städte. Wir müssen uns jedoch auf einen tiefgreifenden demografischen Wandel einstellen. Den kann man nicht umkehren, weil die Frauen, die die Kinder gebären müssten um den Trend zu wenden, selbst nicht geboren wurden. Trotz vieler Investitionen in die Betreuung werden in Deutschland nach wie vor nur 1,4 Kinder pro Frau geboren. Das bedeutet, dass jede Generation kleiner wird. Patentrezepte dagegen gibt es hier leider keine.

Wir wollen natürlich gerade für junge Familien, auch von außen, attraktiv bleiben und haben deshalb im Dezember ein Familienförderprogramm beschlossen, das Familien in ausgewählten Wohnbezirken und den Stadtteilen bei der Bildung von Wohneigentum finanziell unterstützt. Das ist, ebenso wie unsere ausgezeichnete Infrastruktur (16 Schulen, Jugendzentrum, Kinderbetreuung, Musik- und Kunstschule, ärztliche Versorgung) gerade auch für Neubürger interessant.

Buchen nimmt seit September als Pilot d. h. eine der ersten 10 Städte im Land am „Managementverfahren familienfreundliche, bürgeraktive & demografiesensible Kommune“ teil. Unter Einbezug der Bürger soll, gecoacht von der Familienforschungsstelle des Statistischen Landesamts, ein Konzept entwickelt werden, wie wir mit den sich ergebenden Herausforderungen, die gerade auch die kleinen Stadteile betreffen, umgehen.

Das mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt 2009 abgestimmte Ziel ist und bleibt es grundsätzlich, Buchen als „zentralörtliche Funktionen erfüllende, familienfreundliche und generationengerechte Stadt“ weiter zu entwickeln. Folge des Wandels der Altersstruktur ist z. B. ein steigender Pflegebedarf. Genügend betreute Altenwohnungen und Pflegeinrichtungen gibt es bereits. In wenigen Tagen wird nun mit der Tagespflege in Hainstadt auch diese noch bestehende Lücke geschlossen und ein neues, bedarfsorientiertes Angebot zwischen Sozialstation und Heim gemacht werden.

Eine weitere demografische Folge ist Veränderung der Schullandschaft. Dieses Thema  ist für junge Menschen und Familien sehr wichtig. Zurzeit bereitet das Land ein neues Schulgesetz vor. Die Integration behinderter Schüler und die Zukunft der Förderschulen werden dabei ebenso neu justiert wie die Sekundarstufe der weiterführenden Schulen – Stichwort Gemeinschaftsschule. Zudem ist Einführung von Ganztagsgrundschulen vorgesehen. Ich werde dem Gemeinderat und den Schulen vorschlagen, die Schulentwicklung nach der Sommerpause und vor dem Hintergrund der neuen Rechtslage grundsätzlich und umfassend zu beraten.


Michael König: Was für ein Schwachsinn! Es kann ja sein, dass es so sein wird, aber ich finde nicht, dass Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg hierbei hilfreich sind!


NOKZEIT-BM-Check für Buchen:

  1. Warum Sie? – www.NOKZEIT.DE/buergermeister-check-buchen-warum-sie/
  2. Visionen 2022 – www.NOKZEIT.DE/buergermeister-check-buchen-visionen/
  3. Haushaltspolitik – www.NOKZEIT.DE/3-buergermeister-check-buchen-haushaltspolitik/
  4. Wirtschaftspolitik – www.NOKZEIT.DE/4-buergermeister-check-buchen-wirtschaftspolitik/

Infos im Internet:

www.nein-idee.de

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