Anschluss in Europa nicht verlieren

Seckach. (lm) Wieder einmal war es dem Bauernverband des Neckar-Odenwald-Kreises mit 1. Vorsitzenden Herbert Kempf an der Spitze gelungen, einen kompetenten Referenten zur Bereicherung ihrer Jahreshauptversammlung zu gewinnen. Allerdings hatte der relativ neu im Amt des Generalsekretärs beim Deutschen Bauernverband befindliche Bernhard Krüsken zeitlich etwas die Themenvielfalt seines Referats und das eigene Wissen darüber unterschätzt.

Unter der Überschrift „Aktuelle Themen aus der Agrarpolitik und der Verbandsarbeit“ nahm er rd. drei Stunden unter anderem die Stimmung in der Landwirtschaft, die Situation auf den Märken, die GAP (gemeinsame Agrarpolitik) 2014 – 2020, das Greening sowie  mit EEG Reform, Handelsabkommen, Tierhaltung in der Kritik, Öffentlichkeitsarbeit und einigem mehr weitere Themen der Agrarpolitik unter die Lupe. Dabei war er grundsätzlich der Meinung, dass man – bis vor ein paar Tagen – personell in der Agrarpolitik grundsätzlich gut aufgestellt gewesen sei.  Doch um zum Thema zu kommen, sah Krüsken die globalen Perspektiven für die Landwirtschaft aus den unterschiedlichsten Gründen für gut an, allerdings dürfe man hier in Europa den Anschluss nicht verlieren.




So sei beispielsweise die komplette Förderpauschale bei nationaler Umsetzung der GAP-Reform ab dem Jahr 2019 bei 294 Euro je Hektar veranschlagt. Des Weiteren informierte der Generalsekretär darüber, wer beim Greening was? Wann ist die EU-Kommision, wann das Land zuständig ist und bemängelte die Bürokratielastigkeit. Als Forderungen des Deutschen Bauernverbandes nannte Bernhard Krüsken u.a., dass die EU-Kommission die Spielregeln akzeptieren müsse und es keine faktischen Flächenstilllegungen mehr geben dürfe. Weiter betonte er, dass die Bauern im Bereich der Direktzahlungen bis 2020 zwar gesichert sei, doch müsse der Berufsstand möglichst schon jetzt damit beginnen, eine Position für die Diskussion 2019/20 aufzubauen. In seinem Ausblick merkte Krüsken an, dass man in Deutschland in Sachen Marktorientierung, Effizienz und Produktionstechnik, Standards, Produktsicherheit und Qualität ganz hervorragend aufgestellt sei. Leider mangle es an der gesellschaftlichen Akzeptanz, die weiter massiv schwinde – und zwar völlig zu Unrecht.

Das war nicht nur seine Meinung, sondern wurde auch in der lebhaften Diskussion im Anschluss von Seiten der Landwirte deutlich. Er meinte auch, dass die Themen und die Agrarpolitik und die GAP in der Öffentlichkeit an Bedeutung verlieren, daher sah er folgende neue Arbeitsschwerpunkte: Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz durch entsprechend verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Rahmenbedingungen. Äußerst wichtig sei auch, dass man die „Lizenz zum Produzieren“ behalte und Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit weiter beseitige. „Wir müssen enger mit der Bevölkerung zusammen rücken und sichtbar machen, dass man sich gegenseitig braucht. Nur so haben wir eine Chance“, so Alois Gerig, der die lebhafte Diskussion leitete, in der es um Anbau, Zulassungsfrist von Pflanzenschutzmitteln, den Sinn von fünf Meter breiten Gewässerstreifen, aber auch um Tierhaltung im Blick der Öffentlichkeit ging.

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