Es gibt keine „Schwarzen Männer“

Polizei warnt vor Panikmache

Neckarsulm. (ots) Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann? Was zunächst nach einem
lustigen Kinderspiel klingt, zeigt sich in Neckarsulm als bitterer
Ernst.

Um es gleich vorweg klarzustellen: Es gibt keinen schwarzen
Mann und schon gar keine schwarzen Männer! In sozialen Netzwerken,
durch „Stille Post“ und durch Mund-zu-Mund-Propanda wird derzeit
offenbar ein Hype geschürt, der seinesgleichen sucht und letztendlich
nur zur Verunsicherung von Eltern und Kindern führt. Es geht darum,
dass das Gerücht in Umlauf gesetzt wurde, zwei „schwarze Männer“ in
einem weißen Bus würden Kinder verfolgen. Zwar hätte die örtliche
Polizei bereits erfolgreiche Festnahmen durchführen können, die
beiden jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der letzte Satz klingt
ja nicht schlecht, ist jedoch völlig hanebüchen, wie die gesamte
Geschichte rund um das in die Welt gesetzte Gerücht. Der Polizei ist
davon nichts bekannt, es gibt keine Anzeigen und schon gar keine
Hinweise auf eine Straftat. Selbst ein vager Verdacht besteht bisher
nicht. Was jedoch besteht, ist eine massive Verunsicherung der
Eltern, verängstigte Kinder die nicht mehr allein zur Schule gehen
wollen und jede Menge falscher Aussagen, deren Verbreitung wie von
selbst läuft und die kaum noch zu stoppen sind.

Es gab bei der
Polizei jede Menge Telefonanrufe besorgter Eltern, Kinder haben Angst
und reagieren sogar schon panisch. Bereits in der Vergangenheit gab
es im westlichen Landkreis ähnlich gelagerte Szenarien, die sich als
völlig unbegründet darstellten. Hier hatte der Fahrer eines „weißen
Busses“ angehalten, um Kindern das Überqueren der Fahrbahn zu
ermöglichen. Mehr lag nicht vor. Möglicherweise kam es zu einer
ähnlichen Begebenheit in Neckarsulm, als die Insassen eines ebenfalls
„weißen Busses“ nach dem Weg fragten oder auf der Arbeitssuche waren
und vielleicht wurde diese Szene beobachtet. Nach dem Motto „der
Schwager meiner Freundin, dessen Bruders Arbeitskollegin hat erzählt,
das …“.

So entstehen Gerüchte. Leidtragende sind besorgte Eltern
und vor allem die Kinder.

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