In Hainstadt endet eine Ära

Ortsvorsteher a.D. Bernd Rathmann zusammen mit seiner Ehefrau Annerose, Bürgermeister Roland Burger, Ortsvorsteherin Regina Schüßler, Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig, Pfarrerin Irmtraud Fischer und Dekan Johannes Balbach sowie Vertretern vom Musik- und Gesangverein Hainstadt sowie dem Heimatverein Hainstadt. (Foto: privat)

Verabschiedung von Ortsvorsteher Bernd Rathmann nach 24 Jahren – Dank und Anerkennung für den geschätzten und beliebten Kommunalpolitiker mit Weitblick

Hainstadt. (hsd) „Bernd Rathmann hat in seiner 24-jährigen Amtszeit als Hainstadter Ortsvorsteher ‚sein Heescht‘ maßgeblich mitgeprägt und sehr viel erreicht“ – da waren sich bei der feierlichen Verabschiedung alle einig. Es ging für den Stadtteil gewissermaßen eine Ära zu Ende und so lag natürlich ein wenig Wehmut in der Luft.

Es wurde mehr als deutlich, dass der beliebte Ortsvorsteher durch seine angenehme Art uns seine Vielseitigkeit, sein Kommunalpoltisches Wirken, seinen großen Einsatz in den Vereinen und seine Mitarbeit in der kirchlichen Gemeinde, der richtige Mann am richtigen Fleck, kurzum „Heeschter Ortsvorsteher mit Leib und Seele“ war.

Sämtliche Vereine hatten in Bernd Rathmann einen aktiven, einen guten und geschätzten Freund und Förderer, der das Vereinsleben unterstützte und so war es nicht verwunderlich, dass der Musikverein unter Leitung von Dirigent Thomas Münch und der Männergesangverein mit Dirigent Sebastian Scheuermann den Abschied musikalisch umrahmten.

Seine Nachfolgerin, Ortsvorsteherin Regina Schüßler, begrüßte die zahlreichen Ehrengäste, Vertreter der Stadtverwaltung, aktuelle und seitherige Ortschaftsräte, Vereinsvertreter, Weggefährten und die Familie. Besondere Grüße galten Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig, Bürgermeister Roland Burger, Beigeordnetem Benjamin Laber, Technischem Dezernenten Hubert Kieser, Pfarrerin Irmtraud Fischer, Dekan Johannes Balbach und einigen Ortsvorsteherkollegen.

„Du hast in deiner Amtszeit als Ortsvorsteher sehr viel für Hainstadt erreicht“, dankte Regina Schüßler ihrem Vorgänger, dem sie attestierte, dass er große Fußspuren hinterlasse. 30 Jahre lang wirkte er als Ortschaftsrat, 24 Jahre war er Ortsvorsteher, 20 Jahre Stadtrat und 15 Jahre Kreisrat, er war sozusagen „Dreirat“ zollte sie Anerkennung und hob seine ausgeglichene Art und unendliche Geduld sowie seine Freundlichkeit hervor. Er habe seine eigenen Interessen den Interessen Hainstadts untergeordnet, die Familie musste oftmals auf ihn verzichten. Die Gemeinde und die Vereine lagen ihm stets sehr am Herzen, würdigte Regina Schüßler.

Bürgermeister Roland Burger hob hervor: „Bernd Rathmann war und ist ein sympathischer, fleißiger und seinem tiefen christlichen Glauben verpflichteter Tausendsassa, der ein Händchen hat für seine Mitmenschen“.

Er war aufgrund dieser perfekten Voraussetzungen ein beliebter und erfolgreicher Ortsvorsteher. Er kümmerte sich um den Zusammenhalt der rund 2000 Einwohner Hainstadts und hat sich um die Weiterentwicklung des drittgrößten Buchener Stadtteils verdient gemacht. Er könne nicht alle Verdienste aufzählen, so Bürgermeister Burger, die Liste sei zu lang. Er erinnerte aber stellvertretend an die gelungene 1225-Jahr-Feier Hainstadt im Jahr 2000, an die Erschließung verschiedener Baugebiete und den Ausbau von Straßen.

Da gab es das Projekt Pfarrscheune und den Spielplatz beim Kindergarten St. Anna. Nicht vergessen dürfe man den Bau der vor 18 Jahren eingeweihten großen Mehrzweckhalle. Auch der Bau des Lebenshilfezentrums fiel in seine Amtszeit und es wurde ein Jugendhaus gegründet. Die politische Heimat fand Bernd Rathmann in der CDU. Im CDU-Orts, Stadt- und Kreisverband hat er Vorstandsämter beglei tet. Es ist verwunderlich, dass es da noch Zeit für Vereinsarbeit gab. Er hatte zeitweise wichtige Funktionen bei den Siedlern, bei der Heeschter Faschenacht und beim Kirchenchor inne.

Vorsitzender des Kirchenchores ist er seit 1986. Er war Mitbegründer, Darsteller und zehn Jahre lang Spielleiter der Laienspielgruppe Hainstadt und ist seit 1989 Kassenwart bzw. im Anschluss 2. Vorsitzender des Heimatvereins. Ganz besonders liege ihm der Verein Lebenshilfe am Herzen, ein Verein mit 240 Mitgliedern, dessen Vorsitz er 2013 übernommen hat. Die von der Lebenshilfe in den letzten Jahren getätigten Bauprojekte tragen mit seine Handschrift.

Bürgermeister Burger dankte Bernd Rathmann für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen. Er werde ihm fehlen, auch als persönlicher Freund, mit seiner besonnenen, freundlichen und konstruktiven Art. Dank galt –von allen Grußwortrednern- auch der Ehefrau Annerose Rathmann, die ihrem Mann stets den Rücken freigehalten und zugearbeitet habe.

Bundestagsabgeordneter Alois Gerig dankte Bernd Rathmann für sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Wirken. In 15 gemeinsamen Jahren im Kreistag sei vieles zusammen bewegt worden. „Du warst immer ein zuverlässiger Freund“, so Gerig anerkennend.

Es gebe Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht, so Gerig, zu diesen Menschen gehöre Bernd Rathmann, der sein Ehrenamt echt lebte. Die Demokratie vor Ort, sei sehr wichtig, insbesondere auch im ländlichen Raum. Gerade an der Basis, also im Ortschaftrat und Gemeinderat, werden die Bürger vor Ort erreicht.

Wer nahezu 25 Jahre als Ortsvorsteher wirkte habe sich quasi ein Denkmal geschaffen. Bernd Rathmann sei für die Mitmenschen da gewesen, wenn er gebraucht wurde, hob der Bundestagsabgeordnete hervor.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Ewald Gramlich, dankte dem scheidenden Ortsvorsteher namens aller Hainstadter Vereine. Er dankte ihm als Vereinsfunktionär für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, viele Feste und Veranstaltungen seien gemeinsam organisiert worden. Bernd Rathmann habe immer Kompromisse gefunden, die den Interessen aller gerecht wurden.

Dekan Johannes Balbach bestätigte die lobenden Worte seiner Vorredner, auch in der kirchlichen Gemeinde habe sich Bernd Rathmann in verschiedenen Bereichen und Funktionen tatkräftig engagiert. Als Ortsvorsteher habe er sich auch der Sorgen und Nöte der Kirchengemeinde angenommen. Er habe beispielsweise Hand an gelegt beim Fest der Seelsorgeeinheit, bei den Baumaßnahmen im Kindergarten und dem Pfarrsaal.

„Ich bin froh, dass es Menschen wie sie gibt“, brachte Dekan Balbach seine Anerkennung auf den Punkt. Pfarrerin Irmtraud Fischer sang mit den Gästen zusammen den Kanon “Viel Dank, Glück und Segen“.

Ortsvorsteherin Regina Schüßler dankte in einem Schlusswort allen Rednern und Gästen, welche dem seitherigen Ortsvorsteher den Abschied bereiteten, den er wahrlich verdient habe.

Bernd Rathmann zeigte sich dann überwältigt und gerührt: „Ich habe mein bestes gegeben und mit viel Herzblut für unser Ort gearbeitet. Das Wohl Hainstadts stand immer voran.“ Es habe sich immer gezeigt, dass gemeinsam viel erreicht werden könne, hob er die Bedeutung eines guten Miteinanders hervor. Er habe viel Unterstützung von den Ortschaftsräten und der Bevölkerung erhalten

Als Beispiel nannte er den Kampf um und den Bau der Mehrzweckhalle. Hier galt es Erreichbares von Wünschenswertem zu unterscheiden. Er sehe es als Aufgabe eines Ortsvorstehers, alles zusammenzuhalten. Es gelte dafür zu sorgen, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre Fähigkeiten ehrenamtlich für das Gemeinwohl einbringen. Teamwork sei hier wichtig und gefragt. Er dankte den früheren Bürgermeistern Frank und Brötel sowie insbesondere Bürgermeister Roland Burger, der gesamten Stadtverwaltung und allen Vereinsvertretern für die Unterstützung.

Danke sagte er den aktuellen und seitherigen Ortschafträten, ihm sei es immer wichtig gewesen Für und Wider abzuwägen und dann mehrheitliche Entscheidungen zu treffen. Besonderer Dank richtete er an die Verwaltungskraft Jutta Weismann und die Bauhofarbeiter in Hainstadt vor Ort. Es sei ihm ein Anliegen allen zu danken, die ihn in irgendeiner Art unterstützten.

„Hinter mir liegen nahezu 24 ereignisreiche und interessante Jahre. Es hat mir immer Spaß gemacht“, schloss Bernd Rathmann, er gebe sein Amt gerne in jüngere Hände und wünschte wie alle Vorredner seiner Nachfolgerin Ortsvorsteherin Regina Schüßler viel Glück, Ausdauer und Erfolg für die neue Aufgabe.

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