Sommerflaute lässt Arbeitslosenzahlen steigen

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Arbeitslosenquote liegt bei 3,9 Prozent

(pm) Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 13.369 gestiegen. Das sind 758 Arbeitslose (Plus 6,0 Prozent) mehr als im Vormonat, 3.575 mehr als im August 2019 (Plus 36,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozent auf 3,9 Prozent gestiegen. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent.

„Der generelle Anstieg der Arbeitslosenzahlen von Juli auf August hat saisonale Gründe. Schulabgänger und frisch ausgelernte junge Menschen
melden sich vorübergehend arbeitslos und Unternehmen halten sich während der Ferienzeit mit Neueinstellungen zurück. Diese Entwicklung findet auch in Corona-Zeiten statt und schlägt sich „on top“ auf die bereits höheren Arbeitslosenzahlen seit Beginn der Krise Anfang März nieder“, so Stefan Schubert, kommissarischer Leiter der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Die zusätzliche Sommerflaute zeigt sich auch bei den Stellenangeboten.
Im August wurden 806 neue Arbeitsstellen gemeldet, 398 weniger als im Vormonat (Minus 33,1 Prozent), 1.105 (Minus 57,8 Prozent) weniger als im August 2019. Insgesamt waren 4.763 offene Stellen gemeldet, sechs mehr (Plus 0,1 Prozent) als im Vormonat, 3.099 (Minus 39,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im August 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,9 Prozent.

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten beiden Monaten deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen sind. Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 5.747 Anzeigen auf Kurzarbeit für 107.126 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 34 Anzeigen für 1.468 Personen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind seit März 1.429 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 20.181 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 13 Anzeigen für 624 Personen.

Wie viele Menschen tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen mussten, kann erst rückblickend gesagt werden. Der Betrieb soll Kurzarbeit flexibel und nach seiner Auftragslage angepasst einsetzen können. Deshalb rechnet der Betrieb immer rückwirkend, also nach Abschluss eines Monats, in dem kurzgearbeitet wurde, ab. Um diese Unterlagen einzureichen, hat der Arbeitgeber drei Monate Zeit.

Der Arbeitsmarkt im Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 4,2 Prozent (Vormonat 3,9 Prozent). Im August waren 3.434 Menschen arbeitslos gemeldet, 224 oder 7,0 Prozent mehr als im Vormonat, 775 (29,1 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
814 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 612 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 155 Stellenangebote gemeldet (August 2019: 272), 29 oder 23,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 620; 48,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Eckwerte nach Rechtskreisen

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.814 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 8.555. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 36,0 Prozent.

Von den 3.434 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1.232 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (Juli 2020: 1.229). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 2.202 Arbeitslose (Juli 2020: 1.981).

Ausbildungsmarkt

Der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt läuft. Kurzentschlossene und Schüler, die keinen Platz in einer weiterführenden Schule bekommen haben, brauchen jetzt schnell einen Plan B. „Es gibt noch freie Ausbildungsplätze. Und es gibt zudem gute Überbrückungsmöglichkeiten, falls es in diesem Jahr nicht mit der Ausbildung klappen sollte. Wichtig ist es jetzt, sich schnell mit unseren Berufsberatern in Verbindung zu setzen“, so Stefan Schubert.

Corona macht es Betrieben nicht einfacher, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. „Kleine und mittlere Betriebe, die trotz der Corona-Krise ausbilden, können finanziell über das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt werden“, führt Schubert an.

Bei allen Fragen und Anliegen rund um das Thema Ausbildung, Studium, Freiwilligendienste und weiteren Überbrückungsmöglichkeiten hilft die Berufsberatung der Arbeitsagentur gerne weiter.
Kontaktdaten der Berufsberatung:
E-Mail: SchwaebischHall.U25@arbeitsagentur.de, Telefon: 0791 9758-444

Betriebe finden ausführliche Informationen zum Förderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unter www.arbeitsagentur.de

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