Notärzte zu 4.273 Einsätzen alarmiert

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(Foto: pm)

Notfallrettung auch in Pandemiezeiten sichergestellt

Neckar-Odenwald-Kreis.  (pm) Ein Notfall zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Straßenverkehr – gut, wenn kompetente Hilfe rasch verfügbar ist. Im vergangenen Jahr wurden die Notärztinnen und Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken insgesamt 4.273 Mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert, die Notrufe über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 entgegennimmt. Die Einsatzzahlen liegen damit zwar um 111 oder 2,5 Prozent unter denen des Vorjahres, aber weiter auf hohem Niveau (2019 4.384 Einsätze, 2018 3.941 Einsätze).

Bei durchschnittlich 11,7 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Einsätze auf den Standort Mosbach, dessen Notärztinnen und Notärzte 1.322 Mal alarmiert wurden (3,6 Einsätze pro Tag, 2019: 1.390 Einsätze).

Am Notarztstandort Buchen wurden insgesamt 914 Einsätze absolviert (2,5 Einsätze pro Tag, 2019: 933) und am Standort Hardheim 666 (1,8 Einsätze pro Tag, 2019: 682). Der Notarzt am Standort Osterburken wurde 592 Mal alarmiert (1,6 Einsätze pro Tag, 2019: 588), der Asbacher Notarzt 779 Mal (2,1 Einsätze pro Tag, 2019: 791).

Auch an diesen beiden 2014 und 2016 neu eingerichteten Notarztstandorten erfolgt seit März 2019 eine 24-stündige Besetzung, die Abnahme der Einsätze an den Standorten Buchen und Mosbach im Vergleich zu den Vorjahren ist durch die Verfügbarkeit der „Außenstandorte“ nachvollziehbar.

Die Notfallmediziner der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Krankenhauses Hardheim stellen gemeinsam mit den Einsatzkräften des DRK-Kreisverbandes Mosbach und dem Malteser-Hilfsdienst die Notfallversorgung an den insgesamt fünf Standorten im Kreisgebiet rund um die Uhr sicher.

Der Hauptgrund für Notarzteinsätze sind unverändert Erkrankungen des Herzens wie Infarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen. Auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle und selbstverständlich auch Einsätze im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung oder anderer Infektionserkrankungen.

Bei etwa jedem 40. Einsatz werden Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen – durch die Medienberichterstattung werden diese Einsätze aber in der Öffentlichkeit naturgemäß viel mehr wahrgenommen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen“, so Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

Unverändert stelle der Betrieb von vier Notarztstandorten die Kliniken vor eine große Herausforderung, die nur mit einem externen Partner bewältigt werden könne. Das DRK stellt die permanente Einsatzbereitschaft des Buchener, Hardheimer, Mosbacher und Osterburkener Notarzteinsatzfahrzeuges sicher.

Zusätzlich werden die Rettungswagen in Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sowie seit April 2019 in Oberneudorf durch Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes besetzt. Das Notarztfahrzeug im Bereich Asbach wird vom Malteser Hilfsdienst gestellt und mit Rettungsassistenten oder Notfallsanitätern besetzt.

Die Rettungswagen im Rettungsdienstbereich wurden 2020 insgesamt 10.969 Mal alarmiert (2019: 10.509 Einsätze, 2018: 10.177). In diesem Bereich ist somit erneut ein Anstieg des Einsatzaufkommens um 460 oder 1,3 Prozent zu verzeichnen, bei gleichzeitig teils deutlich höherer Einsatzdauer aufgrund erhöhtem Hygieneaufwand.

Landrat Dr. Achim Brötel betont, dass es nur mit gemeinsamen Anstrengungen gelinge, die Notfallversorgung dauerhaft in der Fläche sicherzustellen. Dabei bezieht er ausdrücklich auch die Kostenträger, also die Krankenkassen mit ein, die in den vergangenen Jahren eine deutliche Ausweitung der notfallmedizinischen Versorgung mitgetragen haben, um die Hilfsfristeinhaltung zu verbessern.

Wichtig ist Brötel aber auch, dass es neben der professionell organisierten Hilfe in medizinischen Notfällen ein weiteres wichtiges Element gibt, auf das die Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis zählen dürfen: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“ Die sogenannten HvO-Gruppen (Helfer vor Ort) der DRK-Ortsvereine werden ebenfalls von der Integrierten Leitstelle in Mosbach alarmiert, wenn in ihrer Gemeinde ein Notfall gemeldet wird, und können so binnen weniger Minuten mit der Erstversorgung beginnen. Dazu kommen seit Oktober 2018 die mittlerweile über 250 ehrenamtlichen „Mobilen Retter“, die ganz gezielt beim Kreislaufstillstand über ihr Handy alarmiert werden können.

Wichtigstes Glied der Rettungskette bleiben aber die Ersthelfer, die als zufällige Zeugen eines Notfalls durch den Notruf über die 112 die Aktivierung des Rettungsdienstes sicherstellen. Darüber hinaus können durch einfache, leicht zu erlernende Maßnahmen der Ersten Hilfe die Überlebenschancen von Notfallpatienten gesteigert werden.

Dazu gehört auch die Anwendung von Laien-Defibrillatoren, sogenannten AEDs, welche im Rahmen eines Projektes der Kommunalen Gesundheitskonferenz an mittlerweile fast 250 Standorten im Landkreis verfügbar gemacht wurden, um die Versorgung bei Patienten mit Herzkreislauf-Stillstand zu verbessern. Kurse werden durch die Hilfsorganisationen regelmäßig angeboten, können bei Interesse aber auch für Gruppen und Vereine organisiert werden.

Ganz wichtig ist allen Verantwortlichen ein Hinweis in Corona-Zeiten: sowohl bei den Rettungsdiensten als auch in den Kliniken werden alle Maßnahmen ergriffen, um eine Infektionsausbreitung zu verhindern. Bei Bewusstlosigkeit, akuten Herzschmerzen, bei Atemnot, bei Anzeichen eines Schlaganfalls oder anderen akuten Erkrankungen sollte umgehend Hilfe über die Notrufnummer 112 angefordert werden. Dies aus Angst vor einer Infektion zu unterlassen, könnte fatale Folgen haben!

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