Aus Abellio wird die SWEG

(Foto: pm)

Erfolgreicher Gesellschafterwechsel

Stuttgart.  (pm) Die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) ist neue Alleingesellschafterin
Landesverkehrsminister Winfried Hermann: „Dank der Übernahme von Abellio durch die SWEG läuft der Bahnbetrieb stabil weiter.“
Ehemalige Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB) mit neuem Firmennamen und neuer Geschäftsführung

Seit Jahresbeginn ist die ehemalige Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB) eine hundertprozentige Tochter der landeseigenen Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) und trägt nun den Unternehmensnamen SWEG Bahn Stuttgart GmbH. Der Handelsregistereintrag erfolgte am vergangenen Freitag, den 18. Februar 2022.

Die bisherige Abellio-Geschäftsführung wurde abberufen und die SWEG-Chefs Tobias Harms sowie Dr. Thilo Grabo wurden als neue Geschäftsführer bestellt. Der Unternehmensübergang verlief trotz engem Zeitplan und umfangreicher Systemumstellungen reibungslos. Die Verkehrsleistungen im Stuttgarter Netz/Neckartal konnten auch während des Integrationsprozesses uneingeschränkt und in guter Betriebsqualität fortgeführt werden. In den vergangenen Wochen ist gar ein Aufwärtstrend spürbar.

Winfried Hermann (MdL), Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg: „Wir haben es geschafft, dass der Bahnbetrieb dank der Übernahme von Abellio durch die SWEG stabil weiterläuft. Ich bin erleichtert, dass der Übergang reibungslos geklappt hat. Dass das Land Baden-Württemberg mit der SWEG ein kompetentes und leistungsfähiges landeseigenes Eisenbahnunternehmen hat, war ein Glücksfall für die Fahrgäste und das Land.“

„Mit viel Einsatzbereitschaft haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der SWEG und der SWEG Bahn Stuttgart gemeinsam für einen störungsfreien Unternehmensübergang gesorgt. Unter gigantischem Zeitdruck, der uns durch die äußeren Umstände vorgegeben war, und in Zeiten, in denen uns die Corona-Pandemie immer wieder vor Herausforderungen stellt, haben sie Großes geleistet. Dafür gebührt ihnen unser Dank“, sagt Tobias Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWEG. „Wir freuen uns darauf, die Zukunft gemeinsam mit dem hochmotivierten Team der SWEG Bahn Stuttgart zu gestalten und sehen hier eine Chance für die SWEG, dauerhaft Engagement zu zeigen“, so Tobias Harms weiter.

Dem Gesellschafterwechsel vorausgegangen war ein Schutzschirmverfahren im Rahmen des Insolvenzrechts für alle Abellio-Gesellschaften in Deutschland. Um den Verkehr auf den Strecken im Stuttgarter Netz/Neckartal für die Fahrgäste und die Arbeitsplätze von insgesamt 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sichern, hatte sich die SWEG als Landesgesellschaft für den Kauf der Unternehmenseinheit in Baden-Württemberg entschieden. Dadurch blieb der Standort in seiner Gesamtheit erhalten und das Insolvenzverfahren für die ehemalige ABRB konnte abgeschlossen werden. Eine Zerschlagung wurde abgewendet.

Die Züge im Netz Neckartal werden auch künftig im gewohnten Takt und mit dem bekannten Zugpersonal verkehren. Hier bleibt für Fahrgäste und Belegschaft alles beim Alten.
Ändern wird sich jedoch in absehbarer Zeit das äußere Erscheinungsbild des Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU). Denn der Markenname Abellio darf von der SWEG Bahn Stuttgart nur noch bis zur Jahresmitte 2022 genutzt werden. Solange tragen die Züge zwischen Mannheim und Tübingen voraussichtlich noch das bekannte Abellio-Logo. Dann wird es durch das SWEG-Emblem ersetzt. Der Austausch wird sukzessive erfolgen.

Die SWEG Bahn Stuttgart GmbH fährt zunächst für zwei Jahre als eigenständige Tochter unter dem Dach der SWEG. Dafür erhielt das Unternehmen im Zuge einer Notmaßnahme nach europäischem Vergaberecht für zwei Jahre einen neuen Verkehrsvertrag. Mit Ablauf dieser Frist werden die Zugverkehre im Stuttgarter Netz/Neckartal sowie die die Gesellschaft selbst neu ausgeschrieben. Die SWEG wird sich bei dieser Ausschreibung ebenfalls bewerben. „Wir wollen die SWEG Bahn Stuttgart GmbH im Konzern halten und werden uns dem Wettbewerb stellen. Wir sind gekommen, um zu bleiben“, bekundet Tobias Harms.

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