24 Stunden durch den Odenwald gewandert

25.07.10

(Fotos: Liane Merkle)

Großeicholzheim. (lm) „Ich geh doch jetzt nicht schlafen. Da ist ja der ganze Sonntag kaputt!“ So cool kann nach 24 Stunden wandern und einer Strecke von über 104 Kilometern nur einer reden, für den so eine Mammut-Tour trotz seiner 73 Jahre keine Seltenheit ist.

Willi Schottmüller war rd. 120 Kilometer von Marxzell zur ersten Großeicholzheimer 24-Stunden-Wanderung angereist, um endlich mal den Badischen Odenwald kennen zu lernen. Und er wurde nicht enttäuscht. Obwohl er jährlich zwischen 30 und 40 mal an 100-Kilometer-Wanderungen teilnimmt und so natürlich auch schon einiges an Erfahrung sammeln konnte, war er voll des Lobes über die hervorragende Organisation der ausgefeilten Strecke von Herbert Hodel. „Es geht ja nicht nur ums Laufen, man will auch was von der Natur und den Sehenswürdigkeiten mitbekommen“.

Und Herbert Hodel habe ihnen viele Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen Landschaft zeigen können. Nun war Willi Schottmüller nur einer von 16 Teilnehmern, die unter großem Jubel zahlreicher Interessierter, darunter Bürgermeister Thomas Ludwig und Ortsvorsteher Reinhold Rapp, nach punktgenau 24 Stunden wieder am Großeicholzheimer Sportheim zum Frühstück einmarschierten und aus den Händen von SVG-Vorsitzendem Thomas Kegelmann die „Beulke-Finisher-Medaille“ entgegen nehmen konnte. Und nicht alle waren so fit und durchtrainiert wie der Schwarzwälder. Da war schon auch mal zu hören „heute laufe ich keinen Schritt mehr“, und die Jüngsten verdankten den finalen Siegestaumel über den eigenen Schweinehund vor allem der Motivation von Herbert Hodel.

Gestartet waren am Vortag nach einem kräftigenden Frühstück 39 begeisterte Wanderer, darunter sieben Frauen mit Durchhaltevermögen, auf eine ausgeklügelte Tour von über 104 Kilometer mit über 1950 Höhenmetern. „Mein Tempo gilt, denn die Tour ist nicht ausgeschildert“, hatte Herbert Hodel als Hauptorganisator verkündet. Der Extremsportler, genannt „Harry“, testet gerne die eigenen Grenzen aus und kam in diesem Zusammenhang auf die Idee der 24-Stunden-Wanderung.

Und er führte seine Truppe über die Friedenseiche und den Heidersbacher See zur Limbacher Mühle, und dann auf der Wanderbahn Limbach, Krumbach und Trienz zum Sattelbacher Bahnhof, wo die erste Versorgungsstation von „Fit and Fun“ Odenwald-Camping Krumbach mit weißen Tischdecken und Blumenschmuck „mitten in der Pampa“ die Wanderer erwartete. Für ausreichend Getränke sorgte über die ganze Tour Christian Schneider von „Distelhäuser“. Über die Kohlplatte ging es weiter zur Margarethenschlucht, den Bahnhof Neckargerach und über die Wolfsschlucht zum Katzenbuckel. Als nächste Station stand Eberbach auf dem Programm, wo die ersten 13 verletzungsbedingt aufgeben mussten. Nach der Ruine Stolzeneck und dem wirklich garstigen Anstieg zur Ruine der Minneburg kam für weitere sieben Teilnehmer in Guttenbach das zwangsweise AUS. In Neckarelz fehlten den Extremsportlern nur noch fünf Stunden bis zum Finish und die Moral der Gruppe war noch immer hervorragend. Mit Bedauern verabschiedeten sie sich von drei weiteren „Fußlahmen“, bevor sie zum Endspurt „Sportheim Großeicholzheim“ ansetzten.

Bürgermeister Thomas Ludwig lobte diese neuartige Idee, die nach dem Radmarathon zum 2. sportlichen Event in Großeicholzheim werden könnte. Sein Dank richtete sich an das „Urgestein“ Herbert Hodel, dem es mit gesundem Egoismus gelänge, Menschen für derartige sportliche Herausforderungen zu begeistern. Sein Dank richtete sich aber auch an das Orga- und Betreuungsteam, denn „es ist eine Sache, 24 Stunden zu Wandern, aber es ist eine zweite, daraus ein gut durchorganisiertes Event zu machen, bei dem sich alle wohl fühlen.“ Dem hatte SVG-Vorsitzender Thomas Kegelmann nichts mehr hinzu zu fügen, außer dass für nächstes Jahr keine 36-Stunden-Wanderung geplant sei. Und Herbert Hodel meinte abschließend der Veranstaltung: „Ich bin stolz, ein Großeicholzheimer zu sein. Denn ich habe von keinem ein Nein gehört, sondern nur vollen Einsatz erfahren dürfen. Und zwar angefangen beim Frühstück richten, über die rundum Betreuung bis hin zu den Sponsoren.“

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(Foto: Liane Merkle) Zum Vergrößern anklicken.

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