Die PIRATEN – Kathrin Weiss

Die Heilbronnerin Kathrin Weiss kandidiert für die PIRATEN. (Foto: privat)

Neckar-Odenwald-Kreis. Am 27. März 2011 wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Auch NOKZEIT will seine Leser umfassend über die Wahl, die Parteien und die Direktkandidaten im Neckar-Odenwald-Kreis informieren.

Aus diesem Grund haben wir eine Sonderseite eingerichtet. Darüber hinaus haben wir die Kandidaten angeschrieben und angeboten, sich in unserem Magazin den Wählern vorzustellen. Der Form und der Länge des Beitrags wurden dabei keine Grenzen gesetzt. Auch Fotos, Audiodateien, Videoclips usw. finden Raum sofern gewünscht. Außer NPD und REP, die für eine rassistische und undemokratische Politik der Ausgrenzung stehen, erhielten alle Direktkandidaten eine Einladung zur Vorstellung.

Wir werden die Beiträge in der Reihenfolge Ihres Eingangs veröffentlichen. Kathrin Weiss von DIE PIRATEN setzt die Reihe heute fort:

Wer bin ich?

Ich bin 25 Jahre alt, ledig, wohne in Heilbronn und beende diesen Juli meine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Daneben singe ich in einer Band, bin ehrenamtlich im Rettungsdienst (SEG des ASB Heilbronn-Franken) tätig und habe einen größeren Garten, der gepflegt werden will.

Warum wurde ich Pirat?

Seit Sommer 2009 bin ich in der Piratenpartei aktiv. Die Gründe dafür sind vielfältig und dürften sich nicht wesentlich von denen vieler anderen Piraten unterscheiden: Die Symptome Vorratsdatenspeicherung und Zugangserschwerungsgesetz für eine unbelehrbare und ignorante Politik. Dazu kam eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem, was unsere Demokratie uns als Alternativen anbot. Und der Wille, es besser zu machen.

Nach meiner Ausbildung möchte ich gerne studieren. Das „was“ und „wo“ stehen jedoch nicht sicher fest. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich auch nach der Landtagswahl bei den PIRATEN aktiv sein werde. Ich habe hier eine Sache gefunden, für die ich kämpfen werde, egal wo und mit wem. Die Modernisierung unserer Demokratie und der Erhalt der individuellen Freiheit sind Themen, die jeden von uns betreffen.

Es wird Sie vielleicht wundern, dass eine Heilbronnerin in Ihrem Wahlkreis kandidiert. Und um dieser berechtigten Frage vorzubeugen: es gibt leider (noch?) nicht allzu viele Piraten im Neckar-Odenwald-Kreis. Da eine Kandidatur mit erheblichem Aufwand verbunden ist, muss das der Pirat auch wirklich wollen. Ich habe mich bereiterklärt „auszuhelfen“, Heilbronn ist ja nicht so weit weg. Ich habe mich jedoch im letzten Jahr mit dem Neckar-Odenwald-Kreis beschäftigt und beim Sammeln der benötigten 150 Unterschriften konnte ich meinen Wahlkreis kennenlernen.

Wofür stehen die Piraten?

Die Piraten setzen sich für eine Veröffentlichung der politischen Diskussion ein, das heißt, das Zustandekommen von Gesetzen und anderem muss für den Bürger einsehbar sein. Dies heißt nicht, dass geheime Akten, die beispielsweise die Sicherheit betreffen, sofort veröffentlicht werden müssen. Vielmehr können zeitverzögernde Regelungen getroffen werden, die es dem Bürger und damit Betroffenen ermöglichen, den Prozess und seine Beteiligten zu beobachten und sich gegebenenfalls einzumischen.

Womit ein zweiter wichtiger Grund zum Tragen kommt, die Piraten zu wählen: Bürgerbeteiligung ist Bürgerrecht!

Durch mehr Transparenz kann sich der Bürger informieren, doch dann? Unsere Demokratie bedarf dringend der Modernisierung! Ich habe auch in den Gesprächen im Neckar-Odenwald-Kreis und in Heilbronn eine große Resignation erlebt. Viele Menschen sind von „denen da oben“ enttäuscht. Ich kann das gut verstehen und ich habe mich entschlossen, etwas dagegen zu tun. Es reicht nicht aus, nur bei Wahlen und vereinzelten Volksabstimmungen nach dem Willen der Betroffenen zu fragen. Vielmehr sollen sie als Experten vor Ort von vornherein eingebunden werden. Dies bedeutet, dass die Hürden für Petitionen und Volksentscheide sinken müssen. Sogenannte „Kommunikationspannen“ wie Stuttgart 21 können vermieden werden.

Und nun ein letzter Punkt, der mir am Herzen liegt. Ich war von 25 Jahren nun bald 16 in der Schule, und mit einem Studium bleibe ich wohl weiterhin dem Bildungssystem erhalten. Leider ist es jedoch nicht jedem möglich, sich so Zeit zu lassen oder überhaupt die bestmögliche Bildung zu erhalten. Unsere Gesellschaft jedoch sollte jedes Talent individuell fördern. Dies bedeutet zuerst einen Ausbau kostenloser Kindergartenplätze. Auch eine flexible Anpassung der Schule an die Bedürfnisse der Schüler ist durch ein Kurssystem möglich. So können Stärken gefördert und Schwächen gezielt angegangen werden. Und schlussendlich die Abschaffung der Studiengebühren, denn Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Freie Bildung muss die Grundlage unserer Gesellschaft sein.

Infos im Internet:
www.piratenpartei-heilbronn.de/standpunkte/kandidatencheck-kathrin/
www.abgeordnetenwatch.de/kathrin_weiss-546-42090.html

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3 Kommentare

  1. „Außer NPD und REP, die für eine rassistische und undemokratische Politik der Ausgrenzung stehen…“ Soso, jetzt schwingen sich schon Hobbypolitiker dazu auf, die Ansichten der Republikaner als rassistisch und undemokratisch anzusehen, obwohl die REP gerichtlich als nicht verfassungsfeindliche Partei anerkannt wurden und nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Genau das Gegenteil ist aber bei der Partei Die Linke festzustellen, die aus guten Gründen unter der VS-Beobachtung steht.

    Da hat der Verfasser des Berichts wohl eine leichte Bildungslücke offenbart 🙂

    • auf der seite der rep bw wird man schnell fündig, über moslems in deutschland schreiben sie z.b.:

      „Gebetsräume sind nur in Außenbezirken zuzulassen und durch die Sicherheitsbehörden zu überwachen.“

      das offenbart ihre verfassungsfeindliche haltung, weil diese vorstellung gegen die religionsfreiheit verstößt. oder wollen die reps etwa auch christliche kirchen überwachen lassen, etwa wegen der gefahr des kindesmißbrauchs oder wegen des arbeitsverbots für katholische priesterinnen?

  2. 1. Umfasst die grundgesetzlich geschützte Religionsfreiheit nicht die Ausübung, sondern stellt einen Schutz des Bekenntnisses dar.

    2. Wenn die Republikaner so schlimm wären, dann stünden sie auch unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes, so wie die Partei Die Linke. Da dies jedoch bei den Republikanern nicht der Fall ist, sind deren Thesen wohl verfassungskonform. Nur weil die Ansichten der Republikaner mit Ihren nicht übereinstimmen, bedeutet das nicht automatisch eine Verfassungsfeindlichkeit. Mit der Einstellung hat man in der DDR bereits versucht, andere Meinungen zu unterdrücken und sie nach Lust und Laune als Staatsfeinde dargestellt. Sie können aber beruhigt sein, in der linken Szene ist Ihre Einstellung quasi als „gängig“ zu bezeichnen, denn dort werden sehr gerne konservative Meinungen mit der Faschismuskeule bedient. Die Toleranz zahlreicher Linker endet in der Regel dort, wo man auf andere politische Ansichten trifft.

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