Artenvielfalt statt „Produktionslandschaft“

Kreistagsfraktion auf Flurbegehung

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) Noch sichtlich beeindruckt berichtete die Fraktionsvorsitzende Christine Denz auf der jüngsten Fraktionssitzung der Kreistags-Grünen von einer Begehung auf der Gemarkung Neckargerach-Guttenbach. Der Weg führte über den historischen Neckar-Umlaufberg, zu dem Guttenbach und Neckarkatzenbach gehören. Mehr als augenfällig war der Unterschied: hier die im Laufe der letzten Jahre nahezu glatt rasierte „Produktionslandschaft“ in Guttenbach und dort die vielfältig und kleinteilig strukturierten und ebenfalls landwirtschaftlich genutzten Flächen und Streuobstwiesen in Neckarkatzenbach. Hier verschwundene umgezackerte und dann eingesäte Feldwege – dort Streuobstwiesen, Wege und Ackerumrandungen mit Hecken und Büschen. Dort Platz und Lebensraum für Pflanzen- und Tierwohngemeinschaften.

Die Kreis- und Naturschutzverwaltung vergibt und bezahlt Landschaftspflegemaßnahmen wie z. B. Gehölzpflege, eben damit unsere schöne und vielfältige Landschaft erhalten bleibt. Deshalb richtete die Fraktion der Grünen im Kreistag eine Anfrage an die Verwaltung, die den Vernichtungen auf den Grund gehen und sie abstellen solle. In die ausgeräumte Landschaft müsse wieder Leben kommen; die Feldwege müssten hergerichtet und Obstbäume, Sträucher und Hecken gepflanzt werden. Außerdem erfüllen viele Gemeinden schon seit vielen Jahren ein Biotop- und Landschaftspflegekonzept wie unter anderem Aglasterhausen und Neunkirchen, was reiche Früchte trage. Die Grünen fragten auch nach, welche NOK-Kommunen ein Naturschutzkonzept verfolgen.

Liegen die Antworten vor, findet der „Grüne Salon Naturschutz“, zu dem die Partei vor der Landtagswahl das erste Mal eingeladen hatte, seine öffentliche Fortsetzung. Die ehrenamtlich tätigen NaturschützerInnen hatten viele Beispiele aus den Altkreisen Buchen und Mosbach zusammen getragen und mit der These „Der Naturschutz ist im Landkreis unter die Räder gekommen“ in die Öffentlichkeit gebracht. Kritisiert wurde auch die Unterbesetzung der amtlichen Naturschutzverwaltung vor Ort. Die Initiatorin und damalige Landtagskandidatin und Kreisrätin Simone Heitz meint dazu: „Wir haben eine Politik des offenen Ohrs versprochen. Das lösen wir ein.“

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