Nach einer kuriosen Wahl ohne Bewerber wurde Bürgermeister Thorsten Weber (re.) von einen breiten Bündnis der Bürger der Gemeinde Limbach in seine zweite Amtszeit gewählt um vor wenigen Tagen feierlich ins Amt eingeführt. Der erste Bürgermeisterstellvertreter Chris Neumann hielt die Ansprache. (Foto: pm)
Forsteinrichtung, Bauanträge und Amtseinführung
Limbach. (pm) Die öffentlichen Gemeinderatssitzungen im Mai standen in Limbach im Zeichen wichtiger kommunaler Themen. Von der Forsteinrichtung im Gemeindewald über Bauanträge bis hin zur feierlichen Amtseinführung von Bürgermeister Thorsten Weber in seine zweite Amtszeit.
Forsteinrichtung im Gemeindewald
Die erste Sitzung im Wonnemonat stand ganz im Zeichen der Forsteinrichtung im Gemeindewald. Im Rahmen dieser Einrichtung werden die Betriebsdaten im Wald erhoben und die Bewirtschaftungsempfehlungen für die kommenden zehn Jahre in einem Forsteinrichtungswerk festgehalten.
Zuvor traf sich der Limbacher Gemeinderat gemeinsam mit dem leitenden Forstbeamten des Neckar-Odenwald-Kreises, Steffen Meyer, und dem Limbacher Revierförster Wolfgang Kunzmann zu einer Waldbegehung im Limbacher Gemeindewald.
Gezeigt wurden unter anderem diverse Bestände, die sich aus den Sturmschäden der 90er-Jahre entwickelt haben. Auch weitere Baumbestände aller Altersklassen, von den im Rahmen der Bürgeraktion im März gepflanzten Bäumchen bis hin zu nahezu 200 Jahre alten Buchen, die als Totholz entwickelt wurden und Vögeln dienen, waren Gegenstand der Waldbegehung.

(Foto: pm)
Blick auf Zahlen und Entwicklungen
Anschließend fand wohl letztmals eine öffentliche Gemeinderatssitzung im Limbacher Dorfgemeinschaftshaus statt. Nach den Bekanntgaben, die die zu hohe Geschwindigkeit an den Ortseingängen, einen Grundstückskauf und die Aufnahme weiterer Pächter in zwei Jagdpachtverträge zum Inhalt hatten, standen die wichtigsten Zahlen der Forsteinrichtung im Fokus.
Im Vergleich zum letzten Forsteinrichtungswerk wurde die jährliche Forsternte auf knapp 15.000 Festmeter erhöht, was rund 30 Prozent mehr sind als bisher. Demgegenüber stehen umfangreiche Pflegemaßnahmen in den Jungbeständen. „Außerdem ist zu befürchten, dass es auch künftig witterungsbedingt erhebliche Schwankungen bei den Ergebnissen geben wird, die, wie schon in den letzten Jahren, immer wieder durch kalamitätsbedingte Nutzungen geprägt sein werden“, befürchtete Bürgermeister Thorsten Weber.
Gerade die unplanmäßigen Holzentnahmen durch Trockenheit und Käferbefall hatten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Von Steffen Meyer wurde außerdem die Entwicklung des Limbacher Gemeindewaldes vom reinen Nadelholzwald im 19. Jahrhundert hin zum Mischwald der Gegenwart aufgezeigt. Abschließend wurde das Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2026 bis 2035 einhellig vom Gemeinderat befürwortet.
Kostenbeteiligung am Burghardt-Gymnasium bleibt offen
In der letzten Sitzung wurde das Gremium bereits über die eingegangene und sich in Prüfung befindliche Forderung der Stadt Buchen zur Kostenbeteiligung der Gemeinde Limbach an den Baukosten des dortigen Burghardt-Gymnasiums und der Sport- und Spielhalle informiert. Insgesamt will die Stadt Buchen aufgrund der Schülerzahlen rund 1,4 Millionen Euro von der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass man mangels ausreichender und abschließend prüfbarer Entscheidungsgrundlagen zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung über den Eintritt in die Freiwilligkeitsphase treffen kann.
Verkaufsoffener Sonntag und Bauanträge
Gleiches Einvernehmen herrschte bei der jährlichen Satzung zur Festlegung eines verkaufsoffenen Sonntags am diesjährigen Straßenfestsonntag am 14. Juni. Auch die beiden Bauanträge auf Wohnhausneubauten in Heidersbach und Limbach sowie eine Bauvoranfrage in Balsbach passierten den Gemeinderat einstimmig.
Amtseinführung von Bürgermeister Thorsten Weber im neuen Rathaussaal
Einziger Tagesordnungspunkt der zweiten öffentlichen Sitzung am 18. Mai war die Amtseinführung von Bürgermeister Thorsten Weber in seine zweite Amtszeit. Diese Sitzung fand erstmals im neuen Sitzungssaal des barrierefreien Rathauses statt. Der erste Bürgermeisterstellvertreter Chris Neumann ließ anhand der sieben Buchstaben des Gemeindenamens die letzte Amtsperiode und die vielen umgesetzten Maßnahmen Revue passieren. Anschließend verpflichtete er den alten und neuen Bürgermeister mit dem Amtseid und dem Umhängen der Amtskette.
Thorsten Weber blickt zurück und dankt für die Zusammenarbeit
Thorsten Weber ging in seiner Rede zunächst rückblickend auf die Zeit vor und nach der „wilden Wahl“ ein, bevor er kurz die Zahlen zu den durchgeführten Investitionen und die nahezu unveränderte Pro-Kopf-Verschuldung benannte und sich bei Gemeinderat und Verwaltung für die gute Zusammenarbeit bedankte. Denn ohne das gemeinsame Ineinandergreifen der verschiedenen „Rädchen“ wäre ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 58 Millionen Euro nicht möglich gewesen. Aber auch Entwicklungen, die aus seiner Sicht die letzte Amtszeit etwas eingetrübt hatten, nannte er beim Namen, angefangen von der Coronazeit über das Schließen von Betrieben und Läden bis hin zu den Verwerfungen durch den Ukrainekrieg oder den Abschied von liebgewonnenen Menschen. Er freute sich über diese besondere Gemeinderatssitzung im neuen Sitzungssaal des Rathauses.
Grußworte, Musik und geselliger Ausklang
MdL Peter Hauk, Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, der für den Gemeindetag, die Bürgermeister und alle Verbände sprach, lobten in ihren Grußworten die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Amtsperiode und dankten Thorsten Weber für sein Engagement für die Gemeinde Limbach und ihre sieben Ortsteile. Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Einführung von Arwen Haas an der Querflöte und Roman Birnbaum am Klavier von der Musikschule Mosbach. Nach den Schluss- und Dankesworten von Chris Neumann ging es zu einem gemütlichen Teil über, dessen Bewirtung vom Verein „Limbacher Dorfleben e.V.“ übernommen wurde.