(Foto: Liane Merkle)
Würdigung eines prägenden Bürgermeisters
Zimmern. (lm) Ekkehard Brand, Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger der Gemeinde Seckach, feierte seinen 80. Geburtstag in ganz privatem Rahmen mit langjährigen Weggefährten aus Gemeinde, Kinder- und Jugenddorf Klinge, RIO-IKZ, Familienheim und Musikschule.
Für das stimmungsvolle Ambiente im Dachgeschoss des Feuerwehrhauses sorgten Ortsvorsteher und Abteilungskommandant Siegfried Barth gemeinsam mit Ehefrau Judith und Hauptamtsleiterin Doris Kohler in mehreren ehrenamtlichen Zusatzschichten.
Dank für jahrzehntelangen Einsatz
Ganz ohne offizielle Worte kam der Abend dennoch nicht aus. Bürgermeister Thomas Ludwig würdigte Brands Verdienste und erinnerte an die prägenden Jahre seiner Amtszeit, die für Seckach von großen Herausforderungen, aber auch von wichtigen Weichenstellungen geprägt waren.
Als Brand in den Seckacher Baulandbereich kam, standen in allen drei Ortsteilen trotz leerer Kassen massive Investitionen in Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Straßen, Bauplätze und öffentliche Gebäude an. Gleichzeitig galt es, nach der Gemeindereform ein neues Wir-Gefühl zu schaffen.
Aufbauarbeit mit Weitblick
Brand habe mit Optimismus, Tatkraft und Teamgeist Lösungen gefunden und das Zusammenwachsen der Ortsteile gefördert, betonte Ludwig. Dazu gehörten unter anderem die Einführung des Seckacher Straßenfestes ab 1979 und des Neujahrsempfangs ab 1980 sowie die 1200-Jahrfeiern von Zimmern 1985 und Seckach 1988.
Auch der konsequente Spar- und Konsolidierungskurs habe dazu beigetragen, alle Ortsteile entsprechend ihrer Bedürfnisse weiterzuentwickeln und Investitionsschwerpunkte zu setzen. Dadurch sei das Vertrauen zwischen den Ortsteilen und im Gemeinderat gewachsen.
Pionierrolle für Region und Infrastruktur
Zu den besonderen Leistungen Brands zählte Ludwig die Förderung der RIO-Gemeinschaft im Rahmen eines Modellvorhabens des Landes Baden-Württemberg. Daraus sei unter anderem der Regionale Industriepark Osterburken entstanden, der bis heute Arbeitsplätze sichere und die Wirtschaftskraft der Region stärke.
Ab 1992 folgten Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der öffentlichen Infrastruktur, beginnend mit der Seckachtalschule und bis zur Schlossgartenhalle im Jahr 2001. Auch der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ sei durch städtebauliche Sanierungen in Seckach sowie Dorfentwicklungsmaßnahmen in Großeicholzheim und Zimmern früh umgesetzt worden.
Engagement für Kunst, Musik und Partnerschaften
Brand habe zudem Patenschaften mit der Bundeswehr und mit den ehemaligen deutschen Bewohnern des Böhmerwalddorfes Schüttwa begründet und 1990 die Partnerschaft mit der Stadt Reichenbach OL angestoßen. Ein besonderes Markenzeichen sei auch die Förderung von Kunst und Musik gewesen.
Mit dem geflügelten Wort „In Seckach keimt die Kunst“ seien bis heute wichtige weiche Standortfaktoren verbunden. Musikprofessor Kalman Irmai dankte dafür ausdrücklich und betonte die enge Verbundenheit seiner Familie mit dem Bauland.
Ehrenbürger mit bleibendem Einfluss
Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 02. Juni 2002 wurde Ekkehard Brand auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates die Ehrenbürgerwürde verliehen. Auch danach blieb er aktiv, unter anderem als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Familienheim Buchen-Tauberbischofsheim Baugenossenschaft eG, als Aufsichtsratsvorsitzender im Kinder- und Jugenddorf Klinge, im Förderverein der Musikschule Bauland sowie als prägende Persönlichkeit der Kunstszene im Bauland.
Thomas Ludwig dankte Brand für Ideenreichtum, Tatkraft und die Fähigkeit, andere für gemeinsame Vorhaben zu gewinnen. Die Gemeinde überreichte Blumen für Ehefrau Hannelore, das obligatorische Bürgermeister-Handtuch zum 80. Geburtstag, ein Weinpräsent, Fotos seiner Ehrenbürger-Porträtübergabe sowie eine besondere Überraschung.
Kameradschaftsraum trägt künftig seinen Namen

(Foto: Liane Merkle)
Vor dem Feuerwehrhaus enthüllte der sichtlich gerührte Jubilar schließlich unter großem Applaus die Tafel zur Umbenennung des bisherigen Raums in „Ekkehard Brand-Kameradschaftsraum“. Die Idee dazu hatten Abteilungskommandant Siegfried Barth und seine Mannschaft entwickelt.
Hintergrund ist der Ausbau einer ehemaligen Schafscheune zu einem gemütlichen Versammlungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Zimmern, der 2002 als letzte Baumaßnahme unter Brands Amtszeit fertiggestellt wurde. Dabei leisteten die Kameraden 2111 freiwillige Arbeitsstunden im Wert von 53.000 DM. Die Gesamtkosten von 260.000 DM wurden vom Regierungspräsidium Karlsruhe mit 72.000 DM gefördert, auch wegen der vorbildlichen Jugendarbeit der Zimmerner Wehr.
Ganz Zimmern danke Brand bis heute für diese Unterstützung, hieß es bei der Feierstunde. Die neue Bezeichnung des Raums sei ein Zeichen der Anerkennung für seinen besonderen Einsatz für Gemeinde und Feuerwehr.