Klinik-Schließungskurs beenden

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Symbolbild - Neckar-Odenwald-Kliniken

(Foto: pm)

Appell an den neuen baden-württembergischen Gesundheitsminister

Mosbach. (pm) Am kommenden Mittwoch soll der Kreistag des Neckar-Odenwald Kreises über die Schließung oder den Erhalt des Mosbacher Krankenhauses entscheiden.

Aus diesem Anlass wenden sich das Bündnis Klinikrettung und das Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald mit einem Brief an den neu ernannten Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg, Oliver Hildenbrand. Darin fordern die Bündnisse den Minister dazu auf, den bisherigen Kurs seines Amtsvorgängers zu verlassen und die flächendeckende, wohnortnahe Krankenhausversorgung in Baden-Württemberg zu erhalten.

Arno Huth, Sprecher des Bündnisses für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald: „Im Koalitionsvertrag bekennen Sie sich zur Einrichtung von Integrierten Notfallzentren, die innerhalb von 30 Minuten Fahrtzeit für mindestens 95 Prozent der zu versorgenden Menschen erreichbar sind.

Solche Notfallzentren sind jedoch nur bei Anbindung an ein Allgemeinkrankenhaus sinnvoll. Wenn das Krankenhaus in Mosbach geschlossen oder in ein ambulantes Zentrum umgewandelt wird, wären jedoch mehr als 13.000 Menschen von einer akutstationären Versorgung abgeschnitten.

Setzen Sie sich für den Erhalt beider Standorte der Neckar-Odenwald-Kliniken, in Mosbach und Buchen, als Allgemeinkrankenhäuser ein, sonst ist Ihr frisch unterschriebener Koalitionsvertrag das Papier nicht wert, auf dem er steht.“

Baden-Württemberg war unter Gesundheitsminister Manfred Lucha Spitzenreiter bei Krankenhausschließungen. Laut Recherchen des Bündnisses Klinikrettung wurden in Baden-Württemberg 21 Krankenhäuser allein seit dem Jahr 2020 geschlossen.

Zentralisierung und Unterfinanzierung sorgen dafür, dass Unikliniken immer mehr Regelversorgung anbieten müssen. Diese sei für ein Klinikum nicht kostendeckend zu leisten, das Forschung, Lehre und Hochleistungsmedizin verbinde.

Die Sprecherin des Bündnisses Klinikrettung, Laura Valentukeviciute bemerkt hierzu:
„Die Patienten verschwinden durch die Schließungen nicht. Für sie wird es nur problematischer, ein Krankenhaus zu erreichen. Auch die Kosten für die Behandlung der Patienten verschwinden nicht.
Herr Hildenbrand, wir appellieren an Sie, eine Kursänderung einzuleiten: Stellen Sie umgehend ausreichend Investitionsmittel für die Krankenhäuser in Baden-Württemberg bereit, setzen Sie sich gegenüber dem Bund für eine kostendeckende Krankenhausfinanzierung ein und stoppen Sie damit das Kliniksterben. Machen Sie sich stark dafür, dass Grund- und Regelversorgung ausreichend finanziert werden. Das System der Fallpauschalen benachteiligt diese Bereiche und setzt Fehlanreize.“

Hintergrundinfo:

Der gemeinsame Brief vom Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald und von dem bundesweiten Bündnis Klinikrettung ist hier zu lesen (bitte anklicken).

Für seine verheerende Schließungspolitik hat das Bündnis Klinikrettung Manfred Lucha im April 2022 den Schmähpreis „Goldene Abrissbirne“ verliehen.

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