Das Siegerteam ScrapeMate reist zum Landesfinale. (Foto: pm)
Von Claudia Schmidt
Mosbach. „Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, nicht der Mensch der Wirtschaft.“ Vor fast auf den Tag genau 80 Jahren, im Mai 1946, äußerte sich Konrad Adenauer, damals noch Oberbürgermeister von Köln und später erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, in dieser Weise.
Wie aktuell seine Aussage noch immer ist, zeigte sich beim diesjährigen Schulentscheid des Wettbewerbs business@school, als Schülerinnen und Schüler der KS 1 eindrucksvoll unter Beweis stellten, wie viel unternehmerisches Denken, analytische Fähigkeiten, Teamfähigkeit und Kreativität in ihnen steckt.
Nachdem die Teams bereits in zwei vorangegangenen Wettbewerbsphasen Unternehmen analysiert und wirtschaftliche Zusammenhänge untersucht hatten, stand nun die entscheidende dritte Phase an: die Präsentation eigener Geschäftsideen vor einer Jury, die sich aus erfahrenen externen Experten zusammensetzte. In professionell gestalteten Vorträgen stellten die drei Schülergruppen die Ergebnisse ihrer sorgfältigen Arbeit vor.
Auf der Grundlage ihrer Recherche und gründlicher Datenanalyse hatten sie Businesspläne erstellt, die sie der mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Hochschule und Wirtschaft besetzten Jury präsentierten: MdL Dr. Albrecht Schütte (Landtag), Prof. Dr. Sabine Staritz (DHBW), Dirk Brislinger (Mosca) und H. Wilhelm (Sparkasse). Auch deren kritische Nachfragen beantworteten sie überzeugend.
ScrapeMate überzeugt mit nachhaltiger Idee
Als Sieger setzte sich schließlich das Team ScrapeMate mit einer alltagsnahen und zugleich originellen Geschäftsidee durch. Emma Heß, Kristian Stoev, William Latzel und Constantin Baust hatten einen elektronischen Küchenhelfer entwickelt, mit dem sich Gläser und andere Behälter vollständig ausschaben lassen, und präsentierten damit ein Produkt, das ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit steht.
Es ist praktisch und trägt dazu bei, unnötigen Abfall und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Besonders überzeugen konnte die Gruppe nicht nur mit ihrem bereits gebauten Prototyp, sondern auch durch die professionelle Ausarbeitung ihres Geschäftsmodells. Dass die Entscheidung der Jury äußerst knapp ausfiel, betonte Jury-Vorsitzender Dr. Albrecht Schütte ausdrücklich. Auch die beiden weiteren Teams beeindruckten mit kreativen und gesellschaftlich interessanten Konzepten.
FurEverHome entwickelt App für Tiervermittlung
Das Team FurEverHome, bestehend aus Ronja Scharli, Leon Eisen, Quinn Peters und Christina Neemann, präsentierte eine App, die Tiere aus Tierheimen oder von Tierschutzorganisationen mithilfe eines intelligenten Matching-Tools schneller und passgenauer an neue Besitzer vermitteln soll.
LookerRoom setzt auf Individualisierung von Spinden
Die Gruppe LookerRoom mit Simeon Kirilov, Ricardo Lörz, Finn und Noah Kiedler widmete sich der Individualisierung von Spinden, vor allem Schulspinden, und griff damit den Wunsch vieler Schülerinnen und Schüler nach einer persönlicheren Gestaltung ihres Schulalltags auf.
Business@school macht sichtbar, wie praxisnah wirtschaftliche Bildung sein kann. Die Schülerinnen und Schüler mussten nicht nur kreative Ideen entwickeln, sondern sie auch unternehmerisch durchdenken, kalkulieren und überzeugend präsentieren.
Ganz im Sinne der Aussage Adenauers entwarfen sie dabei Projekte, die ein humanes Verständnis von Wirtschaft erkennen lassen. Kriterien wie Nachhaltigkeit, Tierwohl und die ästhetische Gestaltung des Lebensumfelds werden als Leitlinien deutlich und verraten ein Verständnis von Wirtschaft, die dem Menschen dient.
Für das Siegerteam ScrapeMate geht die Reise nun weiter. Zusammen mit StR Martin von Cube und dem betreuenden Lehrer StR Christian Kaiser werden Emma, Kristian, William und Constantin am 01. Juni 2026 zum Landesfinale nach Leinfelden-Echterdingen fahren. Dort treffen die sechs besten Schulteams aus Baden-Württemberg aufeinander und kämpfen um den Einzug ins Deutschland-Finale. Das Auguste-Pattberg-Gymnasium drückt schon jetzt die Daumen.

Zur hochkarätig besetzten Jury gehören MdL Dr. Albrecht Schütte (Landtag), Prof. Dr. Sabine Staritz (DHBW Mosbach), Dirk Brislinger (Mosca GmbH) und H. Wilhelm (Sparkasse). (Foto: pm)