Endspurt auf Schloss Zwingenberg

Neben der romantischen Oper – im Bild Stefan Müller-Ruppert als Ritter Falstaff in „Die lustigen Weiber von Windsor“ – und der schwungvollen Operette hat mit der „Dreigroschenoperauch ein ganz anderes Genre Einlass gefunden in die Zwingenberger Schlossfestspiele. Bei nun voraussichtlich endlich schönem Wetter können noch alle drei großen Hauptproduktionen besucht werden. (Foto: LRA)

Zwingenberg. (lra) Wer den Besuch der Schlossfestspiele in Zwingenberg bisher – vielleicht wegen des bisher unbeständigen Wetters – auf die lange Bank geschoben hat, der kann jetzt noch reagieren. Der Wetterbericht verkündet endlich sommerliche Temperaturen. Mit berechtigter Hoffnung also auf einen schönen, lauen und vor allem trockenen Sommerabend in wunderbarem Ambiente können noch alle drei Hauptproduktionen besucht werden. Ein „Risiko“ geht man auch hinsichtlich der künstlerischen Qualität nicht ein: alle drei Premieren haben durchweg sehr gute Kritiken erhalten.

„Der Vogelhändler“, eine Operette von Carl Zeller, ist die bis jetzt am besten besuchte Vorstellung. Sie wird am Donnerstag um 20 Uhr und am Sonntag, dem letzten Tag der diesjährigen Zwingenberger Schlossfestspiele, bereits um 17 Uhr gespielt. Das sei „ein Abend für´s Herz und für die Ohren“ hat die Presse nach der Premiere geschrieben. Und tatsächlich strotzt die temperamentvolle Geschichte um die Irrungen und Wirrungen der Christel von der Post, dem Vogelhändler Adam, der Kurfürstin und Graf Stanislaus geradezu vor „Ohrwürmern“ im besten Sinn: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ wird wohl eines der bekanntesten Lieder sein.
Keine Operette, sondern eine „komisch-phantastische Oper“ von Otto Nicolai ist „Die lustigen Weiber von Windsor“. Kein Geringerer als William Shakespeare selbst hat die Vorlage für diese Oper geliefert, in der der bekannte Stefan Müller-Ruppert mit überragender Spiellaune den Ritter Falstaff gibt. Ihm gefallen neben der „tollen Musik“ die größeren Textpassagen, denn eigentlich die Oper ein so genanntes Singspiel. „Der Wechsel von hochromantischen Elementen und Buffo-Humoresken – das hat was“, so Müller-Ruppert, der der Figur des verarmten Adeligen in ganz anderen Facetten zeigen möchte. Wer die Oper besuchen möchte, der hat am Samstag (Beginn 20 Uhr) die letzte Möglichkeit dazu.

Ein ganz anderes Genre und einen absoluten Kontrast zu romantischer Oper und Operette hat Intendant Karsten Huschke mit der sozialkritischen „Dreigroschenoper“ von Bertold Brecht und Kurt Weill in den Schlosshof gebracht. „Ein Wagnis, keine Frage“, hat er im Vorfeld zugegeben. Aber eines, das gelungen ist: der größte Theatererfolg der Weimarer Republik, der von den Nazis verboten wurde, aber nach dem Krieg erneut zu allerhöchstem Ruhm in der Theatergeschichte aufgestiegen ist, ist auch auf der Zwingenberger Bühne sehr gut angekommen. Die Geschichte von der Korrumpierbarkeit der Menschen durch Macht, der sozialen Verrohung und einer als unmenschlich empfundenen Gesellschaftsordnung scheint ewig aktuell zu sein. Die Dreigroschenoper mit dem weltberühmten Song von „Mackie Messer“ wird am Freitag um 20 Uhr gespielt.

Zu allen Vorstellungen gibt es noch Karten an der Abendkasse, ebenso zu „Wien und der Wein“, wozu die Schwestern Alice und Susanne Rath am Sonntag um 11 Uhr in den Schlossinnenhof einladen. Wer sich die Karten schon zuvor reservieren lassen möchte, kann dies über das Kartentelefon 06263/771 (Mo-Do 10-12 Uhr und 14-16.30 Uhr, Fr 10-12 Uhr) oder via Internet (www.schlossfestspiele-zwingenberg.de) tun. Dort gibt es auch noch mehr Informationen zu den Stücken und deren Besetzung.

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