Erste Reisemobil-Wallfahrt am Wochenende

Premiere in der langen Wallfahrt-Geschichte

Optimistische Organisatoren der ersten Reisemobilwallfahrt in Walldürn: Waltraud Speth vom städtischen Tourismusbüro, Sonja Heusler-Enders von der Pfarrgemeinde Sankt Georg, Sarah Wörz von der Tourismusgemeinschaft Odenwald (TGO), Dieter und Gisela Goldschmitt sowie TGO-Geschäftsführer Achim Dörr (von links). (Foto: Goldschmitt)

Walldürn. (gpm) Mehr als 670 Jahre währt inzwischen die Wallfahrtstradition in Walldürn – doch am Wochenende (7. – 9. Oktober) steht eine Premiere an: die erste Reisemobilwallfahrt im Süden Deutschlands. Rund 150 mobile Gäste werden dazu von Freitag bis Sonntag erwartet. Die Pfarrgemeinde Sankt Georg, die Stadtverwaltung und Reisemobilveredler Goldschmitt haben dazu ein abwechslungsreiches Programm arrangiert. Die Bevölkerung in der Region ist ausdrücklich zum Mitmachen und Mitfeiern eingeladen.

Große Banner an den Ortseingängen von Walldürn und im Bereich der Basilika stimmen seit geraumer Zeit optisch auf die Reisemobilwallfahrt ein, die im süddeutschen Raum einmalig ist. Lediglich in Goch am Niederrhein gibt es bisher bereits ein spezielles  Wallfahrtsangebot für Wohnmobilfahrer. Die Initiative dafür ging von der Firma Goldschmitt aus, deren Technik-Center in Walldürn sich innerhalb weniger Jahre zum größten Betrieb für die Veredelung von Reisemobilen in Europa entwickelt hat – jährlich steuern fast 4000 rollende Villen das Unternehmen im Odenwald an. Bei der Stadtverwaltung und bei der Pfarrgemeinde stieß Dieter Goldschmitt deshalb mit seiner Wallfahrtsidee schnell auf offene Ohren und auf Unterstützung.


„Die Wohnmobile sind eine ideale Ergänzung in Deutschlands größtem eucharistischem Wallfahrtsort“, freut sich Bürgermeister Markus Günther auf die mobilen Gäste, die sich mit ihren Fahrzeugen aus ganz Deutschland angesagt haben. Standort der ungewöhnlichen Karawane ist von Freitag bis Sonntag das Goldschmitt Technik-Center im Industriepark VIP.

Auch die Touristikgemeinschaft Odenwald (TGO) ist erbaut von der Premiere: „Wir sind sicher, dass wir so viele Reisemobilisten für unsere Region zwischen Neckar und Odenwald begeistern können“, betont  Geschäftsführer Achim Dörr. Deshalb steuert die TGO nicht nur jede Menge touristischer Informationen bei, sondern ließ für die Teilnehmer der Reisemobilwallfahrt eigens spezielle Lebkuchen anfertigen.

Augustiner-Mönch kommt im Beichtmobil

Während der Reisemobilwallfahrt haben die Teilnehmer mehrfach Gelegenheit, an Heiligen Messen und Andachten teilzunehmen. So wird Pater Josef Bregula etwa am Samstagmorgen um 7,15 Uhr ein Morgenlob im Goldschmitt-Empfangsgebäude halten. Zu den ungewöhnlichen geistlichen Angeboten zählt das Beichtmobil, mit dem Pater Hermann-Josef Hubka vom Kloster Waghäusel zur Reisemobilwallfahrt kommt. „Das passt bestens“, freut sich der Augustiner-Chorherr auf die Kommunikation mit den Camper-„Kollegen“.  Die Beichtgelegenheit im umfunktionierten VW-Camper besteht bei dem Mönch am Samstagmorgen für jedermann auf dem Platz vor der Basilika. Für die Wallfahrer hat die Stadtverwaltung zudem ein umfangreiches Führungs- und Besichtigungsprogramm in Walldürn organisiert.


Natürlich ist die Bevölkerung am Samstag um 13,30 Uhr zum festlichen Gottesdienst in die Basilika eingeladen, der von den Young Musicians umrahmt wird. Optischer Höhepunkt ist freilich die Segnung der Reisemobile durch die Geistlichen – diese findet am Samstag von 16,15 Uhr an vor dem historischen Rathaus von Walldürn in der Hauptstraße statt. Dabei erhalten die Teilnehmer eine Christoperus-Plakette, ein Erinnerungsblatt und die Lebkuchenherzen der TGO. Wer will, kann am Wochenende auch eine der auf nur 100 Stück limitierten Wallfahrtskerzen erwerben, die – einmalig in der Walldürner Kirchengeschichte – ein Freizeitfahrzeug schmückt. Über Konfessionsgrenzen hinweg haben sich übrigens nicht nur katholische Reisemobilfahrer zu der Wallfahrt angemeldet. Einheimische sind eingeladen Die Geselligkeit kommt bei dieser speziellen Wallfahrt auch nicht zu kurz: Am Freitag verwandelt sich deshalb die große Werkhalle von Goldschmitt in einen Festsaal. Bei Odenwälder Spezialitäten haben die Wallfahrer und Einheimische Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. „Wir hoffen, dass viele Walldürner von der Gelegenheit Gebrauch machen“, gibt sich Waltraud Speth, die Leiterin des Walldürner Tourismusbüros, optimistisch. Die Einladung gilt auch für den Odenwälder Abend am Samstag, der ab 19,30 Uhr in der Goldschmitt-Halle von der Höpfinger Trachtenkapelle und der Schautanzgruppe des Tanzsportclubs der Dürmer Faschenaacht umrahmt wird. „Das ist auch für unsere Bürger sehens- und hörenswert“, ist sich Bürgermeister Günther sicher, zumal es Speisen und Getränke zu kleinen Preisen gibt.

Im Umfeld der Reisemobilwallfahrt und des „Walldürner Herbstes“ laden am Sonntag auch Betrieb und Initiativen von 9 bis 14 Uhr zu einem Info- und Mitmachmarkt in das Goldschmitt-Empfangsgebäude ein. Aktive des Römermuseums Osterburgen präsentieren unter anderem in römischen Gewändern, wie Handwerker vor 2000 Jahren arbeiteten. Stände bauen daneben auch die Touristik-Gemeinschaft Odenwald, die Stadtverwaltung, die Firmen Lebkuchen-Krämer und Nudel Berres auf. Der Walldürner  Künstler Wilfried Schneider bringt seine Drechselbank mit und lädt die Besucher zum Mitmachen ein.

Offensichtlich liegen die Organisatoren mit den Angeboten richtig, denn die ersten angemeldeten Teilnehmer reisten mit ihren Mobilen bereits eine Woche vor dem offiziellen Beginn der ersten Reisemobilwallfahrt nach Walldürn an.



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