Bracht mit größtem Hawaii-Erfolg

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Timo Bracht auf Hawaii. (Foto: Commerzbank)

Kona/Hawaii. Trotz geänderter Vorbereitung mit dem Verzicht auf den Ironman Germany in Frankfurt kam Timo Bracht vom Commerzbank Triathlon Team zwar nicht ganz auf eine Spitzenposition, holte aber bei der Weltmeisterschaft der Ausdauerathleten auf Hawaii mit dem fünften Rang sein bestes Ergebnis.

Nach dem Schwimmen über 3,8 km lag Bracht nach 53:37 Minuten auf dem 43. Platz. Bereits auf der Radstrecke über 180 km zeichnete sich ab, dass der Odenwälder an diesem Tag mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun haben würde, lag er doch bei der 59-Meilen-Marke bereits sieben Minuten hinter der Spitze zurück, wo sich zahlreiche namhafte Sportler eine Kopf-an-Kopf-Rennen mit ständig wechselnder Führung lieferten. Nach 88 Meilen hatte sich der zu diesem Zeitpunkt in Front liegenden Lieto bereits auf elf Minuten vergrößert. Dass der Eberbacher an diesem Tag auf dem Rad nicht sein wirkliches Leistungsvermögen erreichte zeigte auch seine „Pace“, wo er im Schnitt teilweise um über zwei Meilen langsamer fuhr als die Konkurrenz.


Chris Lieto stieg nach einer Radzeit von 4:18:31 Stunden als erster vom Rad und ging auf die 42,195 km lange Marathonstrecke.  Es folgten Luke McKenzie, Marino Vanhoenacker und Craig Alexander. Timo Bracht benötigte für die 180 km auf seinem Rennrad 4:35:07 Stunden und ging auf dem 22. Platz liegen auf die abschließende Laufstrecke.

Alexander, Sieger aus den Jahren 2008/09 und einer der stärksten Läufer im Feld , fackelte nicht lange und holte den Rückstand auf Lieto gnadenlos auf und überholt diesen nach 10 km. Auch Timo Bracht , so Meldungen vom Streckenrand, machte zu diesem Zeitpunkt trotz seines deutlichen Rückstands einen guten Eindruck. Vorjahreszweiter Andreas Raelert aus Rostock zu diesem Zeitpunkt bester Deutscher flog wie der Australier über den Ali Drive und überholt einen Gegner nach dem anderen, sodass es nach einem Zweikampf der besten Läufer aussah. Allerdings hatte der Athlet aus Mecklenburg-Vorpommern überzogen und verlor im Energy Lab und danach wertvolle Zeit und musste den Australier Pete Jacobs  ziehen lassen. Die beiden lieferten sich hinter dem Führenden eine packendes Duell mit ständigen Wechseln. Bei Kilometer 40 bekam Craig Alexander massive Krämpfe, die ihn sogar mehrfach zum Anhalten zwangen. Er fing sich aber wieder und lief überlegen zu seinem dritten Ironman-Weltmeister-Titel. Den Streckenrekord verbesserte er mit 8:03:56 Stunden ebenfalls um wenige Sekunden.


Nachdem er vor vier Wochen sogar die Halbdistanz-WM gewonnen hatte, darf sich der „Crowie“ genannte Sportler über das Double freuen. Pete Jacobs sicherte sich den zweiten Platz. Andreas Raelert wurde Dritter.

Nach dem Schwimmen sah es für Timo Bracht alles andere als perfekt aus, denn es geschah das, was alle Athleten bei solch einem Rennen fürchten: Er erwischte die Gruppe nicht. Es folgten 90 einsame Kilometer auf dem Rad durch glühende Lavafelder raus zum Wendepunkt in Hawi und weitere 90 Kilometer wieder zurück. Zeit, in der sich der Familienvater immer wieder sagte: „Du schaffst das.“

Als 22. kam er in die zweite Wechselzone und hatte einen deutlichen Rückstand auf die Spitze. Wo andere Athleten gequält die Palani Road herunter und auf die Wechselzone zufuhren, blieb sein Blick konzentriert. So schaffte er es, Meter für Meter aufzuschließen, während vor ihm einer um den anderen seinem hohen Tempo Tribut zollen musste und platzte. Der verdiente Lohn war am Ende ein fünfter Platz, der auch das
beste Hawaii-Ergebnis seiner Karriere bedeutete.

„Bei aller Freude weiß ich, dass ich mit Anschluss an die Radgruppe noch viel besser hätte sein können“, so Bracht. „Jetzt genieße ich aber erst einmal dieses tolle Ergebnis, das ich mir heute härter erarbeitet habe als je zuvor.“ Teammanager Jan Wendt fügt hinzu. „Abgesehen von Timos super Leistung war das heute leider nicht der Abschied von Hawaii, den wir uns mit dem Team gewünscht haben. Insgesamt hat die Teambilanz heute einfach nicht gestimmt, wobei Timo die große Ausnahme ist.“

„Platz fünf liest sich besser als das Rennen tatsächlich war“, gab Bracht nach dem Rennen völlig erschöpft zu Protokoll. „Beim Schwimmen und Radfahren bin ich einfach unter meinen Erwartungen geblieben. Kaum zu glauben, wofür es gereicht hätte, wenn die ersten beiden Disziplinen besser gelaufen wären.“

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