Energie aus eigener Produktion

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Bio-Botschafter Gerd Teßmer sprach in Mörtelstein über zukünftige Energiegewinnung

Mörtelstein. (rt). Einen guten Start nach der Sommerpause hatte das „Senioren-treff-dich“ der evangelischen Kirchengemeinde in Mörtelstein.Friedegard Stockhasuse konnte dazu zahlreiche Mörtelsteinerinnen und Mörtelsteiner im evangelischen Gemeindehaus begrüssen. Auch Pfarrer Wolfgang Müller hatte sich Zeit genommen und wollte den Start ins Winterhalbjahr miterleben und mitgestalten. Als Referenten für den Nachmittag hatte der Bio-Energie-Botschafter der Modellregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) Gerd Teßmer gewonnen werden können.

Zunächst sprach Pfarrer Müller die Zeit des Erntedankes an und machte dabei deutlich, dass man doch dankbar dafür sein sollte, dass man in Frieden leben könne und keinen Hunger leide. Dabei solle man aber auch an die denken, die aus eigener Kraft oder ungünstiger natürlicher Gegebenheiten sich nicht selbst ernähren könnten. Mit einem Dankeslied und einem Gebet klang der besinnliche Teil des Nachmittags aus.

Das Senioren-treff-dich-Team um Friedegard Stockhause hatte für Kaffee und Kuchen gesorgt  und so wurde bei gemeinsamer Kaffeerunde zum zweiten Teil übergeleitet.

Bio-Energie-Botschafter Gerd Teßmer aus Binau stellte zunächst die Modellregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) und ihre selbstgestellte Aufgabe vor. Die drei ländlich strukturierten Landkreise Hohenlohe, Neckar-Odenwald und Main-Tauber hätten beim Bund die Anerkennung als Modellregion für Bio-Energie gestellt und wären als besondere Bio-Region anerkannt worden. Davon gebe es heute in Baden-Württemberg nur zwei, führte Gerd Teßmer aus.


Nach der in der Bevölkerung heute mehrheitlichen Ablehnung von weiterer Stromgewinnung aus Kernenergie müsse man seine Planungen darauf ausrichten, aus eigenen Ressourcen, die auch wieder erneuerbar seien, Strom und Wärme zu erzeugen. Beginnend mit dem Energie-Einspeisungsgesetz der früheren rot-grünen Bundesregierung sei die Bereitschaft, aus erneuerbaren und nachwachsenden Rohstoffen Wärme und Energie zu gewinnen, deutlich im Aufwind. Dies bringe für die heimische Landwirtschaft eine zusätzliche Einnahmequelle und zukunftsfähige Perspektive.

 

Dabei habe sich die Modellregion H-O-T auf die Fahnen geschrieben, die dafür notwendigen Rohstoffe und landwirtschaftlichen Energiepflanzen selbst zu erzeugen und in eigener Regie in Energie umzuwandeln, ohne daraus eigene Gewinnen anzustreben. Nur so könne erreicht werden, dass die ländlichen Räume zwischen Main und Neckar eigene Wertschöpfung betrieben und neue Arbeitsplätze vor Ort entstehen könnten. Dabei falle der heimischen Landwirtschaft eine Rolle zu, die eine riesige Chance beinhalte. Wenn hier die mögliche Windenergie-Nutzung und die Gewinnung von Wärme und Strom aus PH-O-Tovoltaik, also Sonnenenergie,   weiter so voranschreite, sei das Ziel der Energie-Autarkie in relativ kurzer Zeit erreichbar. Gerd Teßmer sprach dabei an, dass dem gemeinschaftlichen Errichten von Windparks auf agrarisch genutzten Flächen der Vorzug gegeben werden sollte vor der Erstellung von Windparks durch Kapitalanleger. Dabei seien dann auch den regionalen Geldinstituten wie den Sparkassen und Volksbanken gefordert und die Gründung neuer Genossenschaften sinnvoll. Teßmer stellte auch die hier im Elzmündungsraum möglichen und schon jetzt genutzten Energiepflanzen vor und ging ausführlich darauf ein, dass bisher ungenutzte Energien aus Biomüll, tierischen Abfallstoffen, Grüngut und Leichtholz und Grüngut heute anders gesehen werden müssten als noch in der Zeit, wo Strom aus Atomenergie für unverzichtbar angesehen wurde.


Anhand von bestehenden Blockheizkraftwerken in kleinen Gemeinden, von bereits bestehenden Energiedörfern und der Stromgewinnung aus Biomasse wurde verständlich vorgestellt, woher in Zukunft Wärme und Strom kommen werden, – aus der Steckdose wie bisher, aber von nachwachsenden und erneuerbaren Energieträgern ohne umweltbelastende Emmissionen und verlorener Kaufkraft. Wieweit jeder einzelne in unseren Dörfern selbst daran mitwirken könne, sei Informationsziel der Bio-Energie-Region H-O-T.

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