Euro-Rettungsschirm und Fußball-Länderspiel

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Dreitägige Informationsfahrt nach Brüssel mit Dr. Thomas Ulmer MdEP

(Foto: privat)

Mosbach. (pm) Europa gewinnt jeden einzelnen Tag immer mehr an Bedeutung, das konnten diese Woche rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Neckar- und Neckar-Odenwald-Kreis hautnah erleben. Der Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer hatte zu einer dreitägigen Informationsfahrt nach Brüssel eingeladen, innerhalb kürzester Zeit waren die Teilnehmerplätze belegt. Der Blick hinter die Kulissen der europäischen Politik fand just zu dem Zeitpunkt statt, als die Slowakei über den Euro-Rettungsschirm (EFSF) abstimmte und sich das Parlament in Bratislava im ersten Durchgang mehrheitlich dagegen entschied. Hochspannung in Brüssel und natürlich Gesprächsstoff für das Treffen mit Ulmer im Europäischen Parlament, der die Besuchergruppe mit den Worten begrüßte: „Ich werde keine langen Reden halten, deswegen sind Sie nicht hier. Ich stehe Ihnen bezüglich Ihrer Fragen Rede und Antwort.“ Und davon gab es eine ganze Menge, ob aus den Bereichen der Wirtschafts-, Gesundheits- oder Verkehrspolitik. Klar machte der CDU-Abgeordnete bezüglich der Zukunft der EU-Gemeinschaftswährung Euro: „Eine Rückkehr zu den jeweiligen nationalen Währungen ist in meinen Augen nicht mehr machbar, da gibt es kaum zu entwirrende Verflechtungen.“


„Warum lese ich auf Schildern in anderen europäischen Ländern, dass dieses oder jenes Projekt durch die EU gefördert wird – und warum sehe ich das bei uns so selten?“, wollte ein Teilnehmer hinsichtlich der EU-Fördergelder wissen. „Für deutsche Projekte gibt es seitens der EU nicht weniger Geld“, antwortete Ulmer, „aber bei uns kann man machen, was man will, oftmals unterbleibt eben ein solcher Hinweis. Ich habe schon selbst die positive Botschaft bezüglich einer EU-Förderung überbringen können, da beißt man hinsichtlich eines entsprechenden Hinweisschildes oder einer Europaflagge auf Granit.“

Eineinhalb Stunden dauerte das Gespräch mit dem Parlamentarier, ehe er dem Drängen eines Mitarbeiters nachgab (Ulmer: „Nein, diese Frage mache ich jetzt noch.“) und zurück in einen Ausschuss eilte, in welchem ihn ein Kollege vertrat, der auf seine Ablösung wartete: „Das ist ein guter Freund, der hat dafür sicherlich Verständnis.“

Auch „das Herz des Europaparlaments“, der Plenarsaal, wurde von der Besuchertribüne aus in Augenschein genommen, die gerade laufende Ausschusssitzung konnte problemlos mitverfolgt werden, da es an jedem Sitzplatz einen Kopfhörer gibt, über welchem man den Simultanübersetzungen lauschen konnte. 430 beamtete und rund 2.500 externe Dolmetscher haben bei 27 Mitgliedsländern und 23 Amtssprachen ordentlich zu tun.


Eine Stadtrundfahrt wie auch ein Besuch der Landesvertretung Baden-Württemberg durften natürlich auf dem Programm nicht fehlen, bevor sich die Besucher wieder auf den Weg Richtung Heimat und letztem Programmpunkt – Weinprobe und Abendessen im Winzerkeller Wiesloch – machten. Die Stimmung war hervorragend, nicht nur weil der Aufenthalt in Brüssel hochinteressant war und die Organisation reibungslos geklappt hatte, sondern weil man am Dienstagabend auch noch den 3:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Belgien miterleben konnte. „Ich hoffe, Sie sind jetzt nicht traurig“, sagte ein Teilnehmer der Gruppe zu einem belgischen Hotelangestellten, der daraufhin entgegnete: „Nein, ich bin und war für die Mannschaft, die Fußball spielen kann.“ Mag sein, dass, wie sich später herausstellte, seine Großmutter in Darmstadt für solch eine Erkenntnis mitverantwortlich ist.

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(Foto: privat)

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