Wo bleiben Respekt, Achtung, Würde?

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Vortrag beim Kreisseniorenrat

Neckar-Odenwald-Kreis. (bw)Bis zum Jahr 2050 wird in Deutschland mit einem Anstieg der an Demenz Erkrankten von heute 1,3 auf voraussichtlich 2,6 Millionen zu rechnen sein. Im Landkreis sind derzeit etwa 2000 Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen.

Über Risikofaktoren, Diagnose, Prävention und Möglichkeiten der Behandlung kann man, seitdem sich die Öffentlichkeit des Problems zunehmend bewusst wurde, viel lesen und hören. Häufig sind die diskutierenden Parteien nicht unbedingt Fachleute. Im Neckar-Odenwald-Kreis (NOK) ist das anders.

Psychische Erkrankungen umfassen ein ungewöhnlich breites Spektrum und betreffen nicht selten den Kern unserer Persönlichkeit. Weil diese Störungen und Krankheiten sich auf fast alle Aspekte im Leben gerade des älteren Menschen auswirken (verändert sind bei ihm: Verhalten, Gefühle, Gedanken, Wahrnehmung, zwischenmenschliche Beziehungen, Sexualität, Arbeit und Freizeit) und nicht nur Körperfunktionen berühren, bedarf es des Zusammenwirkens Vieler. Nur dann können die komplexen biologischen, seelischen und gesellschaftlichen Faktoren – gebündelt in einem Erkrankten anzutreffen – verstanden werden. Im Landkreis wirkt hier erfolgreich der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie NOK e.V.,dessen Ziel die Verbesserung der Versorgung psychisch kranker älterer Menschen, insbesondere Demenzkranker,ist.

Auf Anregung von Dr. Valentin Hoß, dem Leiter dieses Arbeitskreises, wird am 9. November um 19 Uhr bei einem Vortrag in der Stiftskirche Mosbach, ein weiterer bedeutsamer Aspekt der Versorgung psychisch erkrankter älterer Menschen betrachtet.

Prof. Wilfried Härle, ehemaliger Dozent und Professor für Systematische Theologie an den Universitäten von Groningen, Marburg und Heidelberg wird die Frage behandeln und Antwort geben: Wie kann die Würde des psychisch Erkrankten im täglichen kraftraubenden Miteinander geachtet, wie können Respekt und Zuwendung als Handlungsgrundlage bewahrt werden? Dabei geht es auch um die Frage, wie die Angehörigen von Demenzerkrankten mit dieser Herausforderung fertig werden können, und inwiefern davon auch Freunde, Nachbarn und letztlich die ganze Gesellschaft mit betroffen sind.

Der Vortragende, Prof. Härle, der auch Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Ethik und Recht der modernen Medizin“ war, ist offen für eine Diskussion und Fragen der Zuhörer.

Die Veranstaltung findet zusammen mit dem Kreisseniorenrat (KSR) im NOK statt und wird dankenswerterweise von der Sparkasse Neckartal-Odenwald unterstützt. Dekan Dirk Keller wird die Hörer in der Stiftskirche begrüßen und Dr. Valentin Hoß wird eine Einführung in die Materie „Versorgung psychisch erkrankter älterer Menschen“ halten. Ein Schlusswort wird Maximilian Bayer, 1. Vorsitzender des KSR, sprechen. Anmeldungen werden erbeten beim Kreisseniorenrat unter Telefon 06261-9187-0 oder 06261-918711. Infos im Internet: www.w-haerle.de

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