Bürger schaffen Feuchtbiotop „Lehmgrübe“

Symbolbild - Sonstiges
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von Liane Merkle

Seckach. 600 Einzelmaßnahmen umfasste die vom Seckacher Gemeinderat beschlossene Biotopvernetzungskonzeption, doch Dank des mit einbezogenen Arbeitskreises Natur-Umwelt-Energie sind es seit dem vergangenen Wochenende nur noch 599. Der Arbeitskreis, der sich im Rahmen der Lokalen Agenda 21 unter Karl-Heinz Mertl gebildet hatte, war in der alten Lehmgrube im Südwesten von Seckach als erste größere Maßnahme aktiv geworden, wodurch diese eine deutliche Aufwertung erfuhr.

Wie Bürgermeister Thomas Ludwig dankbar erläuterte, seien hier in rd. 100 ehrenamtlichen Arbeitsstunden durch den Arbeitskreis zusammen mit der Firma Edmund Baier (Baggerarbeiten) durchgeführt worden: Pflegeeingriffe in den Gehölzbestand, vor allem, um die Beschattung von Feuchtflächen und der Steinhänge zurück zu drängen. Dann die Anlage von Totholzinseln, die Erweiterung der temporär vorhandenen Wasserfläche, Schaffung senkrechter Lebensraumformen an den Lehmwänden, Anlage von Lesesteinhaufen und in Folge ein regelmäßiger Mährhythmus für die auf den Freiflächen entstehenden Hochstaudenfluren mit eine Extensivierung der Wiesenfläche.


Der Entwurf dieses Maßnahmenkonzepts sei Christian Thumfart, Vorsitzender des NABU Seckach- und Schefflenztal zu verdanken. Und ebenso zu Dank verpflichtet sei man Peter Bussemer als Naturschutzfachkraft des Neckar-Odenwald-Kreises für die kompetente Beratung, Unterstützung und Zuschussgewährung aus dem LPR.

Diesen dankenden Worten schloss sich Karl-Heinz Mertl nahtlos an, der voll Begeisterung von dem Zusammenhalt im Arbeitskreis berichtete und neben Iris Bronner als „Frau für alle Fälle“ und ständige Ansprechpartnerin in der Gemeinde vor allem die Begeisterung des jüngsten Mitglieds, Julian Kraus, hervor hob. Mertl zeigte sich optimistisch, dass sich der Arbeitskreis Natur-Umwelt-Energie auch über den lokale-Agenda-Prozess hinaus noch weiter entwickelt. Und bat Emil Donneberg, die Arbeiten an diesem „Feuchtbiotop Lehmgrübe“ zu erläutern, die Mitte Dezember letzten Jahres begonnen wurde. Man sei stolz, dass auch jetzt im Herbst noch ohne größeren Schnickschnack ein ansehnlicher Wasserstand zu verzeichnen sei und man gebe dem Bürgermeister Recht: „Wer einmal an so einem Projekt mitgewirkt hat, geht bewusster und mit offeneren Augen durch die Landschaft“.


Mit relativ geringen Kosten in Höhe von 1.640 Euro, die sich aus 540 Euro Eigenleistungen der AK-Mitglieder und 100 % Zuschuss nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) des Landes Baden-Württemberg zusammensetzen konnte hier ein wertvolles Stück Kulturlandschaft auf Vordermann gebracht, und damit Lebensraum für Flora und Fauna, aber auch Erholungsstätte für den gestressten Menschen geschaffen werden.

Mit dem Appell von Bürgermeister Thomas Ludwig, dass Spaziergänger und andere Passanten diesem Feuchtbiotop stets mit der nötigen Achtung und dem nötigen Respekt begegnen und hier Ruhe und Erholung finden mögen, sowie der Einladung von Karl-Heinz Mertl zu einer zünftigen „Hocketse“ endete der offizielle Teil der „Übergabe an die Allgemeinheit“.




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