Küfer erläuterte sein Handwerk

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Oberhöllgrund. (mh) Bevor die Waldbrunner Mostwochen am Sonntag zu Ende gingen, erläuterte Küfer Karl Volk aus Rosenberg den Interessierten die zur Holzners Mühle in den Höllgrund gekommen waren sein aussterbendes Handwerk. Aus hygienischen Gründen, aber auch aufgrund der Kosten greife man heute auf Kunststoff- bzw. Edelstahlfässer zurück, um Apfelmost, Wein und andere Getränke zu lagern, berichtete der Handwerker.

Das Musterfass, an dem Volk die Grundzüge seiner Arbeit erläuterte, hatte auch in diesem Jahr wieder Otto Stich bereit gestellt. Der Küfer entfernte den Boden, das Innere wurde anschließend mit warmem, aber nicht zu heißen Wasser, um die Mikroorganismen wie Hefen nicht zu zerstören, ausgewaschen und gründlich geschrubbt. Nachdem der Boden wieder eingesetzt und mit Liesch, einer Schilfart abgedichtet war, wurde das Fass geschwefelt, um Bakterien zu beseitigen, die ansonsten für sauren Most sorgen könnten.

Küfer Karl Volk stellte aber nicht nur  den praktischen Teil seiner Arbeit vor, sondern erläuterte den Gästen auch die theoretischen Grundlagen. Hierfür hatte er unter anderem die Zeichnung seines Meisterstücks mitgebracht. An der damaligen Meisterschule in Reutlingen hatte der Handwerker, dessen Großvater einst nach Rosenberg gekommen war, um dort die freie Küferstelle zu besetzen, 1960 ein 600 Liter fassendes Ovalfass gebaut. Das Fass hat der 76-jährige Volk, der mit seinem Sohn in Rosenberg eine Lohnmosterei mit Brennerei betreibt, noch immer im Keller stehen.


Beeindruckt von den Geheimnissen des Fassbaus stellten die Teilnehmer viele Fragen, die der Handwerker ebenso informativ wie kurzweilig beantwortete, dabei gab es auch viele Anekdoten und Gedichte seiner Zunft preis.

Rainer Holzner vom Gasthaus „Zur Mühle“ steuerte Süß- und Odenwälder Apfelmost zum Probieren bei. Anschließend saß man am Stammtisch im Gasthof noch lange zusammen, um in gemütlicher Runde die hausgemachten Spezialitäten zu kosten und den Erzählungen Karl Volks zu lauschen.

Bevor man auseinander ging, lud Marina Hofherr von der Tourist-Information der Gemeinde Waldbrunn alle Gäste zum Abschluss der Mostwochen ein, die heute bei Familie Zollmann auf dem Kurgestüt Hoher Odenwald in Mülben zu Ende gingen (Bericht folgt).

468Mostwochen Kuefer

(Foto: Hofherr)

Infos im Internet:
www.mostwochen.de

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