Radweg hat hohe Dringlichkeit

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Sowohl Hardheims Bürgermeister Fouquet als auch Landrat Dr. Achim Brötel fordern die Realisierung / Minister Hermann spricht von „oberster Priorität“

Hardheim/Eichenbühl. Vorsichtigen Optimismus nährt ein Schreiben aus dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg. Minister Winfried Hermann antwortet damit auf einen Brief von Landrat Dr. Achim Brötel, in dem der Landrat endlich auf eine Realisierung der grenzüberschreitenden Radwegverbindung zwischen Hardheim und dem bayrischen Eichenbühl drängt. Die Forderung nach der sowohl für den Tourismus als auch für die Verkehrssicherheit äußerst wichtigen Radweg-Verbindung im Erftal wird seit beinahe 20 Jahren gestellt. Auch wenn es keine direkten Zusagen oder Versprechen gibt: Nach Aussage des Ministers habe das Radwegprojekt eine „hohe Dringlichkeit“ und sei im aktuellen Radwegeprogramm in „oberster Priorität“ eingestuft.

Anfang Juli schon hatte Hardheims Bürgermeister Fouquet den Ministerpräsidenten in einem Brief auf die nach wie vor bestehende Lücke im Radwegenetz angesprochen. „Die in diesem Brief genannten Aspekte kann ich aus meiner Sicht uneingeschränkt unterstreichen“, erklärt der Landrat im Nachgang. Der Tourismus im Odenwald sei maßgeblich durch das Wandern und das Radfahren definiert. Die Radwegverbindung zwischen Mudau und dem bayrischen Kirchzell-Buch, wodurch erstmals eine durchgängige Radwegverbindung zwischen Neckar und Main geschaffen wurde,  würde hervorragend angenommen: „Eine mindestens ebenso große Bedeutung kommt aber auch dem leider immer noch nicht verwirklichten Erftal-Radweg zwischen Hardheim und Eichenbühl zu, einer Verbindungsachse von der Tauber über die Erf bis an den Main.“


Auch die Verkehrssicherheit führt der Landrat ins Feld. Die L 521 sei mit einem deutlich überdurchschnittlichen Schwerlastanteil belegt – in Kombination mit den zahlreichen Radfahrerinnen und Radfahrern, die in Ermangelung eines Radweges auf der schmalen Landstraße unterwegs seien, liege hier eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle.

Dr. Brötel erinnert die Landesregierung an die im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziele: „Sie wollen Baden-Württemberg durch den flächendeckenden Ausbau des bestehenden lückenhaften Radwegenetzes zu einem fahrradfreundlichen Land machen.“ Der Radweg im Erftal, so der Landrat, wäre jetzt eine hervorragende Gelegenheit, um den Worten auch Taten folgen zu lassen. Zumal ein großes bürgerschaftliches Engagement hinter der Ausbauforderung stünde: „Die bisherigen Aktionstage zeigen deutlich, dass die gesamte Raumschaft hinter dieser Position steht.“

Minister Hermann stimmt nun sowohl der Einschätzung der touristischen Bedeutung als auch der Sicherheitsmängel auf der stark befahrenen L 521 zu und bestätigt dem Projekt eine „hohe Dringlichkeit“. Mit einem Haken, der „Bereitstellung notwendiger Finanzmittel“ nämlich: „Die finanziellen Mittel …sind begrenzt und durch laufende Maßnahmen gebunden. …Im kommenden Landeshaushalt beabsichtigt die Landesregierung einen eigenen Haushaltstitel für den Bau von Radwegen einzurichten. Dadurch wird sich die Realisierungschance dieses Radwegprojekts, das im aktuellen Radwegeprogramm in oberster Priorität eingestuft ist, verbessern.“

Eine Aussage, die sowohl den Bürgermeister als auch den Landrat bestärken; beide wollen sich nämlich auch weiterhin intensiv für den Ausbau auf badischer Seite – „fahrradtechnisch sozusagen ein Niemandsland“ – einsetzen, damit der auf bayerischer Seite bis zur Landesgrenze fertig gestellte Ausbau endlich seine logische Fortsetzung findet. Dem soll im kommenden Jahr auch das beliebte 3-Länder-Rad-Event Nachdruck verleihen, das von der Streckenführung her eigens durch das Erftal gehen soll.

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