Seelenfarben auf der Spur

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Ausstellung der Johannes-Diakonie Mosbach zum „Tag der seelischen Gesundheit“

Ein Grußwort von der Johannes-Diakonie überbrachte bei der Vernissage Dr. Joachim Kühlewein. Sein Dank galt allen, die sich in die Veranstaltungsreihe anlässlich des „Tages der seelischen Gesundheit“ einbrachten. (Foto: Dirk Adler)

Mosbach. Der Titel eines Bildes lautet „Uhr und Haus“, der eines anderen „Schiffbruch“. Die meisten Bilder aber tragen keine Bezeichnung. Unter ihnen steht auf einem Schild „freies Malen“. Denn bei den Darstellungen kommt ein innerer Prozess der Kunstschaffenden zum Ausdruck. Zu sehen sind die Werke noch bis zum 28. Oktober in der Ausstellung „Seelenfarben auf der Spur“ der Johannes-Diakonie in Mosbach. Diese wurde am diesjährigen internationalen „Tag der seelischen Gesundheit“ feierlich im Freiwilligenzentrum Neckar-Odenwald eröffnet.

Geschaffen wurden die Kunstwerke von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit psychischer Erkrankung und teils geistiger Behinderung. Als Patienten bieten ihnen die Neurologisch-Psychiatrische Klinik sowie Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) der Johannes-Diakonie verschiedene Methoden des kreativen Arbeitens an. Dadurch sollen sie befähigt werden, die Signale und Spuren ihrer Seele wahrzunehmen und auszudrücken. Die Ressource ihrer Kreativität können die Patienten dann in ihrem Alltag einsetzen.


Schon die Vernissage bot „viele Inspirationen und Impulse“, die Adelheid Knoll, Beauftragte für Chancengleichheit im Neckar-Odenwald-Kreis und Leiterin der Freiwilligenbörse, in der ersten Eröffnungsrede von der Ausstellung wünschte. Als Anregung verstand auch Dr. Burkhard Lang, Chefarzt der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik, und Dr. Karsten Rudolf, Chefarzt der KJPP, die Ausstellung. Sie solle das Thema seelische Erkrankung in das öffentliche Bewusstsein rücken und zur Entstigmatisierung von Betroffenen beitragen. Das begrüßt ebenfalls Renate Körber. Denn auch im Landkreis steige der Unterstützungsbedarf bei psychischen Erkrankungen, erklärte die Sozialdezernentin des Neckar-Odenwald-Kreises. Dabei sei es wohl eine der schönsten menschlichen Aufgaben, die Farben der Seele zum Strahlen zu bringen, legte Pfarrerin Birgit Lallathin dar. In den Bildern der Ausstellung „Seelenfarben auf der Spur“ machte sie ein bedeutsames Kraftpotential aus. Beeindruckt von deren Ausdrucksstärke zeigte sich auch Dr. Joachim Kühlewein. Um sich in der Kunst zu öffnen, werde ein professionelles Team benötigt, so der Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheit der Johannes-Diakonie außerdem. Zu diesem Team gehören Krankenschwester und Kunsttherapeutin Anita Ludwig, Heilpädagogin Kirsten Weidinger sowie Sozialpädagogin und Maltherapeutin Katja Stoll. Anhand von Bildern berichteten sie aus ihrer Arbeit mit Patienten und von deren Entwicklungen beim kreativen Schaffen. Im Zentrum standen dabei „die Mobilisierung eigener Kräfte“ (Anita Ludwig), der „Weg aus dem Chaos zur Ordnung“ (Kirsten Weidinger) und die künstlerischen Ressourcen als „Schatzkästlein“, welches die Patienten aus der Therapie mit heimnehmen (Katja Stoll). Musikalisch umrahmten das Klarinettentrio  Giovanna Stadler, Dominic Herzog und Cealon Hunt Haney von der Musikschule Mosbach die Vernissage.


Die Ausstellung „Seelenfarben auf der Spur“ ist Teil einer einwöchigen Veranstaltungsreihe im Neckar-Odenwald-Kreis anlässlich des internationalen „Tages der seelischen Gesundheit“. An der Reihe beteiligten sich die Mitglieder des Gemeindepsychiatrischen Verbundes und die Teilnehmer des Bündnisses gegen Depression. Der Welttag wurde 1992 von der „World Federation for Mental Health“ mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.

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