BLB zeigt »Michael Kohlhaas«

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(Foto: Peter Empl)

Mosbach. (pm) Am Dienstag, 08.11.2011 um 19.30 Uhr zeigt die Badische Landesbühne in der Alten Mälzerei Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas in einer eigenen Bühnenfassung für vier Schauspieler. Kleist, dessen 200. Todestag in diesem Jahr begangen wird, schrieb hier ein Werk, dessen großes

Thema Gerechtigkeit von ungebrochener Aktualität ist. Vor der Vorstellung findet um 19.00 Uhr eine Einführung in die Produktion statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

In der Novelle »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist aus dem Jahr 1810 geht es um den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der Opfer eines Betruges wird und sich anschließend grausam rächt. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Brandenburg und Dresden.


Der Pferdehändler Michael Kohlhaas befindet sich auf dem Weg nach Dresden. Bei der Burg des Junkers von Tronka verlangt man von ihm einen Passierschein, den er allerdings nur in Dresden bekommen kann. Kohlhaas ist erstaunt und lässt zwei Pferde als Pfand zurück. In Dresden erfährt er, dass die Geschichte mit dem Passierschein frei erfunden war. Als er seine Pferde auf dem Heimweg wieder abholen will, findet er sie in einem inakzeptablen Zustand vor. Kohlhaas ist erbost, vertraut aber auf das Recht und fordert Wiedergutmachung vom Junker. Dessen Beziehungen ermöglichen es diesem jedoch, ungeschoren davon zu kommen. Doch als bei dem Versuch, ein Bittgesuch an den Landesherren zu überbringen, seine Frau von einer der Wachen tödlich verletzt wird, sieht Kohlhaas rot. Wenn der Staat ihm keine Gerechtigkeit widerfahren lässt, dann muss er eben selbst dafür sorgen. Er begibt sich auf einen Rachefeldzug, bei dem er auch nicht davor zurückschreckt, ganze Städte in Schutt und Asche zu legen.


In Regisseur Wolf E. Rahlfs Inszenierung steht nicht die Frage im Vordergrund, ob Kohlhaas’ Handeln richtig oder falsch ist. Statt nach einfachen Antworten zu suchen, wird die Figur des Kohlhaas in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit präsentiert. Die Idee, den Titel“held“en dabei abwechselnd von allen Schauspielern spielen zu lassen, unterstreicht diesen Ansatz und verleiht der Figur eine zusätzliche Energie. In einem Bühnenbild, das abwechselnd an ein Gefängnis, eine Halfpipe und eine Konzertbühne erinnert und unterlegt mit einer vom Country, der Musik der Outlaws, inspirierten Musik, wird der Zuschauer mit der geballten Wut des Michael Kohlhaas konfrontiert und aufgefordert, selbst Position zu beziehen.

Die Inszenierung stammt von Wolf E. Rahlfs, die Ausstattung von Tommi Brem, Paolo Greco hat die Musik ausgewählt. Mit: Juliane Schwabe, Philip Badi Blom, Andreas Krüger, Ole Xylander.

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