Kultusministerin an der LES Mosbach

Das Bild zeigt von links nach rechts Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer mit der Landtagsabgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Stadträtin Barbara Klein und Kreisrätin Christine Denz. (Foto: Hofherr)

Mosbach. (pm) Unter dem Motto „Bildung & Ausbildung: Neuer Wein in alten Schläuchen?“ stellte sich die Ministerin für Kultus, Familie und Sport des Landes Baden-Württemberg Gabriele Warminski-Leitheußer am vergangenen Donnerstag den durchdachten, anhand einer Präsentation vorgetragenen Fragen von neun Zwölftklässlern der Seminarklasse beim Besuch der Ludwig-Erhardt-Schule in Mosbach. Die Ministerin sprach sich im Verlauf für eine Ganztages- und mehrfach für die Gemeinschaftsschule aus. Durch längeres gemeinschaftliches Lernen entstünden Pädagogische Synergien, die nicht zu unterschätzen seien, so mache der in dieser Schulart geförderte Selbstlernprozess der Schülerinnen und Schülern, fit für die anspruchsvollen Aufgaben im späteren Berufsleben. Ergänzend soll eine breit angelegte individuellere Förderung durch neue Lernkonzepte erreicht werden. Nebenbei steigt damit die Bildungsgerechtigkeit im Land und löst den Bildungserfolg vom Status der Eltern. Die gerade beschlossene Abschaffung der Grundschulempfehlung und der Wegfall der Studiengebühren in Baden-Württemberg unterstreicht dabei die Richtung in der unser Bildungssystem gehen soll.


Die vielfältigen Aufgaben und Veränderungen, die dabei auf die Lehrerinnen und Lehrer im Land zukommen werden, will die Kultusministerin mit einem deutlichen Anstieg der Krankheitsvertretungslehrer und dem Erhalt der sogenannten „Demografischen Rendite“, der Aufrechterhaltung der Lehrerzahl bei sinkender Schülerzahl, abfangen und dürfte somit auch die Lehrerzufriedenheit steigern. Gleichwohl baut die grün-rote Regierung massiv die Kleinkindbetreuung, wie kürzlich beschlossen, im Land aus und erhöht die Gelder in diesem Bereich für 2012 von 129 auf 444 Millionen Euro. Der Bildungserfolg eines Kindes fängt bereits im Kindergarten an, denn dort werden die Kinder auf die Schule mit früher elementarer Förderung, dem Spracherwerb und dem Erlernen von Sekundärqualifikationen wie Pünktlichkeit, Sorgfältigkeit und Ausdauer, vorbereitet. In diesem Zusammenhang will das Ministerium auch über eine monetär spürbare Aufwertung des Erzieherberufes nachdenken. Mehr Geld für Erzieherinnen und Erzieher würde das Geschlechtergleichgewicht bei den Erzieherinnen herstellen und die wichtige männliche Komponente in der Erziehung, auch im Hinblick auf veränderte Familienstrukturen von staatlicher Seite stärken.

Auch die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft muss verbessert werden, damit die Schulen auch wissen, was die Betriebe von Ihren Auszubildenden und Studierenden erwarten. Die Schüler der Seminarklasse zeigten sich von den offenen Antworten und der Glaubwürdigkeit der Ministerin beeindruckt und erhielten von ihr ein Lob: “Das habt ihr super gemacht.“

Die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Charlotte Schneidewind-Hartnagel stellt am Rand der Veranstaltung in ihrem Betreuungswahlkreis fest: „Wir wollen Schule neu denken und wir stehen erst am Anfang von etwas Neuem. Die Fäden laufen zusammen und ich freue mich, dass es künftig für alle Kinder gerechte Bildungschancen geben wird.“

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