„Champions League“ der Jugendhäuser

Gleich drei Preisträger sind Jugendhaus des Jahres

von Annette Gast-Prior

Landrat Dr. Achim Brötel mit „Gastgeberin“ Louisa Prior vom Hüffenhardter Jugendtreff.

Hüffenhardt. Schon von außen signalisierte die Festbeleuchtung, dass im Jugendtreff etwas Besonderes sein muss. Drinnen empfingen die Treffjugend und  Bürgermeister Walter Neff  mit Landrat Achim Brötel, den Bürgermeistern Michael Keilbach (Mosbach) und Klaus Gramlich (Adelsheim) sowie Ortsvorsteher Jürgen Brauch aus Reichenbuch und Jugendamtsvertretern seltene Gäste.

Seit 2006 wählt der Neckar-Odenwald-Kreis aus seinen rund 50 offenen Jugendeinrichtungen das Jugendhaus des Jahres. Gleich drei Preisträger lobte die Jury heuer aus: Hüffenhardt, Reichenbuch und Adelsheim sind die „Champions League der Offenen Jugendarbeit im Neckar-Odenwald-Kreis“, wie Landrat Dr. Achim Brötel in seiner Glückwunschrede die Preisträger taufte. Mit Urkunden und Geldgeschenken würdigt die Jury die selbst verwalteten Einrichtungen, die sich mit besonderem  Engagement ins Gemeindeleben einbringen und die nächste Generation an die Jugendarbeit heranführen. Weil alle drei preisgekrönten Treffs in den bewerteten Kriterien punkteten, legte sich die Jury aus Vertretern des Jugendamtes im Landratsamt nicht auf einen einzigen Sieger fest. Reichenbuch wurde bereits zum dritten Mal geehrt und führt die Championsliste an – gefolgt von Gastgeber Hüffenhardt.


Als der in Eigenregie und mit Unterstützung des Bauhofs errichtete Neubau 2006 eingeweiht wurde, verlieh Landrat Brötel die erste Urkunde. Nach der Innenrenovierung in diesem Sommer ist an den Wänden genug Platz für die Ausgabe 2011. „Wir sind stolz, dass es diese Einrichtung in unserem Dorf gibt“, freute sich Louisa Prior, die für den Vorstand die Ehrung entgegennahm und für alle Preisträger Dankesworte sprach. Sie bezog nicht nur Gemeinderat und Bürgermeister ein, sondern auch Kreisjugendreferent Rainer Wirth. Mit Kollegin Elisabeth Ehret betreut er die Offenen Treffs und sei in Hüffenhardt ein gern gesehener Gast. Die Chance, sich mit Veranstaltungen wie der Kerwe-Disco, dem Kinderkino, dem Ferienprogramm oder Konzertveranstaltungen zu präsentieren, schätze das örtliche Treffteam. Die vorgesehene Kooperation mit der VHS 2012 ist ein Novum im Neckar-Odenwald-Kreis. Deshalb gab es für die geplante Veranstaltung „Domols un hait“, bei der sich Jung und Alt im Treff austauschen wollen, Vorschusslorbeeren vom Landrat.

Dass ein Jugendhaus jung sein muss, um einen Preis zu gewinnen, widerlegte Adelsheim. Die „große alte Dame“ unter den Kreis- Einrichtungen ist mit 34 aktiven Jahren ein Urgestein. Brötel erinnerte an den Umzug in den alten Bahnhof. Damals hatten die jungen Leute die Idee, das Jugendhaus mit einem Hauptamtlichen zu versorgen, dankend abgelehnt: „Das schaffen wir allein.“ Was sie allein schaffen, beweisen die Adelsheimer alljährlich, wenn sie den Weihnachtsmarkt mit 20 beteiligten Vereinen und Gruppen organisieren oder wenn sie beim sommerlichen Volksfest vier Tage lang Livemusik auf die Festzeltbühne bringen. Dass Musik verbindet, zeigen die jungen Adelsheimer auch durch ihre friedliche Koexistenz mit Stadtkapelle und Gesangsverein im Bahnhofsgebäude. Die Nutzergemeinschaft verträgt auch 60 Jugendhausbesucher und mehr an den Wochenenden, bestätigt Sprecher Thomas Funk vom zehnköpfigen Leitungsteam.

Kleiner ist das Sprecherteam um Simon Küller in Reichenbuch. Die Jury habe gezögert, den Preis zum dritten Mal an die Mosbacher Teilgemeinde zu geben, gab Brötel zu, aber: “Wenn einer gut ist, kann man ihn ja nicht bestrafen.“ „Wo Hilfe im Dorf gebraucht wird, sind sie da“ lobt Ortsvorsteher Jürgen Brauch den Nachwuchs. Der legt nicht nur Hand an, wenn es im Jugendraum im Fachwerk-Altbau etwas zu reparieren gibt. Eng arbeiten die Jungen mit der Feuerwehr zusammen, organisieren das Maibaumstellen oder den Ausflug mit der Jugendwehr. Eine Herzensangelegenheit ist das Engagement der Jungen für „ihr“ Freibad im Ort. So viele Aktivitäten machen neugierig: „Ich habe jetzt Lust, Euch kennenzulernen“, eröffnete Louisa Prior nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung den weiteren Austausch.

800Preistraeger-Jugendhaeuser
Die Preisträger mit Landrat Dr. Achim Brösel und den Bürgermeistern der „Sieger“. (Foto: Annette Gast-Prior)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de



Artikel empfehlen: