Eisbekämpfung läuft energisch weiter

50 Schiffe sitzen inzwischen auf dem Neckar fest

Der Eisbrecher vor der Alten Brücke in Heidelberg. (Foto: WSA)

Neckar. (wsa) „Es ist gar nicht so einfach den Überblick zu behalten“ sagt Rüdiger Englert, der stellvertretende Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Heidelberg. „Um die Eisbekämpfung wirksam zu koordinieren, müssen zwölf Staustufen und die zugehörigen Bauwerke und Streckenabschnitte im Blick gehalten werden. Dabei kann dann die Lage in den Schleusenkammern eine andere sein als in den Vorhäfen. Wieder anders sieht es dann manchmal an den Wehren aus und auch auf der freien Flusstrecke wechselt die Eislage mitunter. Und neben den Witterungsverhältnissen sorgen die als Eisbrecher eingesetzten Fahrzeuge für eine stetige Veränderung der Lage.“


So kann man diese Lage am unteren Neckar zwischen Mannheim Feudenheim und Heilbronn zusammenfassen:

Auf der Strecke sind immer noch ein erheblicher Teil der Schleusenkammern wegen der Vereisung außer Betrieb. Gerade die Schleusen Feudenheim und Heilbronn – sozusagen die Tore in den Heidelberger Amtsbereich – müssen wegen kältebedingter Störungen und zur Vermeidung weiterer massiver eisbedingter Schäden geschlossen bleiben.

In den Vorhäfen und vor den Wehren läuft unterdessen der Eisbrechereinsatz ständig weiter. Durch den Eisaufbruch und die Eisabfuhr ins Unterwasser konnten die Wehrbereiche und die oberen Vorhäfen weitgehend eisfrei gehalten werden.

Auf den freien Strecken – gerade in den Odenwaldbereich hinein – sind die Eisstärken auf großen und durchgehenden Flächen aber inzwischen so gewachsen, dass auch die schweren eisbrechenden Fahrzeuge teilweise an ihre Grenzen kommen.

Fotostrecke zur Eislage [nggallery id=130] (Fotos: WSA)

Neben den Fahrzeugbesatzungen sind auch viele weitere Bedienstete des Amtes am Sonntag unterwegs, ob Bauhofspersonal zur Störungsbeseitigung oder Streckenarbeiter bei der Anlagensicherung. Auch der Leitungsbereich des Amtes und der Außenbezirke stehen zur Einsatzkoordinierung in ständigem Kontakt. Gleichzeitig warten rund 30 betroffene Schiffer im Neckar, sowie etwa 20 vor der Eingangsschleuse Feudenheim buchstäblich auf besseres Wetter. Nach den vorliegenden Anmeldungen befinden sich wohl insgesamt 30 weitere Güterschiffe in der Annäherung an den Neckar.


Außer dem anstrengenden Eiseinsatz und der Behinderung der Schifffahrt bereitet den WSA-Vertretern das in den letzten Tagen zunehmende Betreten der Eisflächen durch Fußgänger große Sorge. So warnt der Schleusenbedienstete in Feudenheim: „Wenn wir den Leuten auch auf der freien Strecke das Spazierengehen auf dem Eis nicht verbieten können, so ist davon doch massiv abzuraten. Gerade das Betreten der vorher einmal aufgebrochenen Flächen oder von Eisfeldern im Anlagenbereich ist lebensgefährlich. Was oberflächlich stabil wirkt, kann noch nicht wieder ausreichend gefroren sein. Und auch die Strömungen unter den Eisflächen können die Eisdecke so schwächen, dass Personen ohne Vorwarnung einbrechen.“

Nach bisheriger Einschätzung dürfte die Eislage den Neckar noch am Wochenanfang beherrschen. Die Schifffahrt und das WSA hoffen aber auf den zur nächsten Wochenmitte gemeldeten Temperaturanstieg.

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