Tanker-Ladung droht einzufrieren

Eis wird weiter über die Stauanlagen abgeführt.

Nach wie vor gibt es auf dem Neckar keine Entwarnung. Unser Bild zeigt den zugefrorenen Kanal bei Ilvesheim. (Foto: WSA)

Neckar. (pm) Mit dem heutigen Tag sind nun 66 Schiffe zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn durch die Eisbildung am Neckar an der Weiterfahrt behindert. Dipl.-Ing. Jochen Bode, Einsatzleiter der Eisbekämpfung im Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg: „Wir sind guten Mutes, dass im Laufe des morgigen Donnerstags die Bergfahrt in Richtung des Hafen Heilbronn oberhalb der Schleuse Neckargemünd wieder freigegeben werden kann. Nach wie vor haben wir sehr viel Treibeis durch die Eisabfuhr, so dass wir zunächst keine Talschleusungen in Richtung Rhein durchführen können“. Hintergrund ist, dass ein zu Tal fahrendes Schiff das gebrochene Eis, das der Neckar mit sich bringt, in die Schleuse schiebt und damit die Schleusentore behindert, so dass dann wieder keine Schleusung mehr möglich ist.


„Zwischen Neckargemünd und Mannheim haben wird noch sehr viel Treibeis“ berichtet Horst Hupe, Leiter des Außenbezirkes in Heidelberg. „Die Eisabfuhr funktioniert derzeit gut, da genügend Wasserabfluss im Neckar vorhanden ist, um ausreichende Strömung über die Wehre zu erzeugen. Diese Strömung zieht die gebrochenen Treibeisschollen über den Wehrverschluss. Die Eisschollen fallen dann zwischen 3 bis 7 m tief ins Unterwasser und zerspringen in tausende von kleinen Eisblöcken“.

Fotostrecke [nggallery id=130] (Fotos: WSA)

An der Schleuse Feudenheim ist es gelungen, die für die Eisabfuhr aus dem Vorhafen und dem Seitenkanal Ladeburg wichtige linke Kammer in einen Not-Betrieb zu nehmen. Das zum Brechen dicken Eises geeignete Schubboot „Müller III“ ist heute schon im Seitenkanal in Schwabenheim im Einsatz, um diesen eisfrei zu bekommen. Morgen soll das Schubboot dann in Feudenheim eingesetzt werden. Am Wehr in Neckarsulm können seit heute Nachmittag wieder drei von vier Wehrverschlüssen gefahren werden, was im Hinblick auf die erwarteten Abflüsse des Neckars ausreichend ist.


Probleme anderer Art hat das Tankschiff Kraichgau II: Der Treibstoff wird knapp. Deshalb droht, dass die Ladung Oleum, die für Bad Wimpfen bestimmt ist, nicht mehr beheizt werden kann und sich verfestigt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg hat in Abstimmung mit der zuständigen Wasserbehörde genehmigt, dass 5000 Liter Diesel an der Schleuse in Schwabenheim gebunkert werden können, um die Ladungsbeheizung weiterhin sicherzustellen.

„Die Entwicklung der Großwetterlage spielt uns in die Karten“ sagt der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, Jörg Huber. „Wenn es so weiter geht bin ich verhalten optimistisch, dass wir am Wochenende die Schifffahrt wieder für den gesamten Abschnitt zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn freigeben können“.

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