SPD-Senioren in KZ-Gedenkstätte

Logospdag60plus

Die eigene Geschichte nicht verleugnen, sondern aufarbeiten

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Seit ihrer Gründung vor über fünf Jahren zählt die Arbeitsgemeinschaft 60-plus des SPD-Kreisverbandes Neckar-Odenwald zu den Aktivposten der heimischen SPD. Unter seinem Vorstand, Wilfried Nies, Hildgund Beichert und Ursula Hübner, geling es allmonatlich, ein Thema zu finden, zu dem sich SPD-Seniorinnen und SPD-Senioren aus den Ortsvereinen des gesamten Kreises gerne treffen. So stand nach dem letzten Reisebericht über die politische Entwicklung in den Vereinigten Emiraten diesmal ein Besuch in der neuen KZ-Gedenkstätte Neckarelz auf dem Programm. Als „Lotse“ und sachkundiger Führer fungierte der Hauptkassierer des KZ-Gedenkstätten-Vereins Gerd Teßmer.


Für die Mehrheit der Besucher sei dies, so betonte der Kreisvorsitzende der SPD-Senioren Wilfried Nies, der erste Besuch in der neuen Gedenkstätte. Bei der Einführung wurde zunächst der Grund herausgearbeitet, warum dieses KZ-Außenlager von Natzweiler-Struthof in einer Schule eingerichtet wurde – ein in Nazi-Deutschland ungewöhnlicher Fall. Teßmer ging auf die Notwendigkeit, Flugzeugmotoren bombensicher untertage im Gipsstollen von Obrigheim zu fertigen, näher ein. Mit welcher Menschenverachtung hier die Arbeitskraft von Menschen aus über 20 europäischen besetzten Ländern ausgebeutet wurde, sei auch heute noch Mahnung genug, jeder Art von Menschenrechtsverletzungen schon von Anfang an entgegenzutreten. Diese Gedenkstätte klage niemanden persönlich an, sondern wolle dafür sorgen, dass niemals vergessen werde, was unter der national-sozialistischen Diktatur mitten in Deutschland möglich war.

Beim Gang durch die Ausstellung war zu erfahren, wie die Häftlinge leben mussten, wie unwürdig sie untergebracht und wie rechtlos sie waren.

Der Gedenkstätte angeschlossen ist eine große Sammlung von Zeitzeugenberichten ehemaliger Gefangener, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region. Daneben gibt es wissenschaftliche, meist selbst herausgegebene Literatur, die von forschenden Historikern ebenso genutzt wird wie von interessierten Mitbürgern, die wissen wollen, was sich mitten im Elzmündungsraum unter dem Tarnnamen „Projekt Goldfisch“ und den umgebenden  Neckarlagern in den letzten Kriegsjahren entwickelte und über 5000 Häftlinge zu rechtlosen Sklaven machte.


Die KZ-Gedenkstätte Neckarelz sei eine Stätte der Mahnung und Erinnerung an grausames Unrecht im Rahmen der baden-württembergischen Gedenkstättenarbeit, die unter dem Leit-Motto „Niemals Vergessen“ ihren Beitrag zu Demokratie und Völkerfreundschaft leiste.

Die SPD-Senioren um ihren Vorsitzenden Wilfried Nies bedankten sich bei den Initiatoren und Aktiven der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, die mit dieser besonderen Museum dafür gesorgt haben, dass die Geschehnisse in der eigenen Heimat während der NS-Zeit nicht verleugnet, sondern aufgearbeitet wird. Von mehreren Teilnehmern war am Schluss zu hören, dass sich durch die Erläuterungen vom Museumslotsen Gerd Teßmer, aber auch durch  eigene Betrachtung jetzt Vieles anders darstelle, als man es bisher wusste.

 

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