Zinnfigurenkabinett – Die Welt der Indianer

Sonderausstellung von Mai bis September 2013

Zinnfiguren

(Foto: pm)

Eberbach. (pm) Am 12.10.1492 landete Christoph Kolumbus mit seinen Schiffen Santa Maria, Nina und Pinta auf Guanahani (San Salvador). Er war ausgezogen, einen Seeweg nach Asien zu suchen. Stattdessen hatte er eine neue Welt gefunden. Jahrzehnte später besiedelten Europäer die Küsten Nordamerikas und trafen auf die Ureinwohner des Landes. Die waldreiche Region war Siedlungsgebiet der Delawaren, der Mohikaner, der Huronen, der Irokesen und anderer Stämme. Sie lebten in Langhäusern und Wigwams aus Baumstämmen, Lehm und Rinden. Sie jagten die Tiere der Wälder wie Hirsch, Elch und Bär und betrieben Landwirtschaft (z.B. Mais, Bohnen, Kürbis). Bekannt wurden diese Stämme durch die Lederstrumpf – Romane von James Fenimore Cooper.

Als die Siedler aus der alten Welt weiter nach Westen vordrangen, trafen sie in den Weiten des Landes auf Prärieindianer wie Cheyennen, Crow,  Sioux u.a. Diese Nomaden zogen den Bisonherden bei deren saisonbedingten Wanderungen nach. Das tägliche Leben vollzog sich in Zelten, den Tipis aus Tierhäuten, die leicht zusammen zu legen waren und transportiert werden konnten.


 


Im Südwesten der heutigen USA lebten die Apachen in kleinen Dorf- oder Sippengemeinschaften. Mit Nachbarstämmen, mit Mexikanern und mit den US – Amerikanern lagen sie in ständigem Kleinkrieg. Ihre Lebensgrundlage bildete die Jagd auf Antilopen, Kaninchen und gelegentlich Bisons sowie die Ernte von Wildpflanzen.

Die Indianer als Ureinwohner hatten die fremden Weißen meist freundlich empfangen. Die Europäer dagegen sahen in den Indianern nur „Wilde“ und „Heiden“. Sie gaben sich keine Mühe, Religion, Politik und Gesellschaft der Ureinwohner zu verstehen. Außerdem schleppten die Europäer Krankheiten ins Land, gegen die die Indianer kein Immunsystem besaßen mit der Folge, dass Tausende an Epidemien starben.

Es kamen immer mehr Siedler ins Land und die christlichen Kirchen versuchten zunehmend, die heidnischen Wilden zu missionieren. Es kam, wie es kommen musste: die Indianer begannen zu rebellieren, aber gegen die übermächtigen „Feuerwaffen“ der Weißen konnten sie kaum etwas ausrichten.

1830 verabschiedete der Kongress der jungen USA für die Indianer ein Umsiedlungsgesetz, das die zwangsweise Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat in sog. Reservate bedeutete. Die zahlreichen „Friedensverträge“, mit denen die Indianer auf ihre ursprünglichen Territorien verzichten mussten, wurden von den Amerikanern immer wieder gebrochen. Mit der Fertigstellung der Eisenbahn bis zum Pazifik im Jahr 1869 drangen Siedler und Abenteurer immer weiter nach Westen vor. Innerhalb kurzer Zeit wurden fast alle Büffel abgeschlachtet, womit auch die Lebensgrundlage der Prärie-Indianer zerstört war.

Zu einem letzten Aufbäumen der Indianer kam es in der legendären Schlacht von „Little Bighorn“ im Jahr 1876, bei der die Kavallerie von General Custer von den Cheyenne- und Sioux-Indianern unter den Anführern Sitting Bull und Crazy Horse vollständig vernichtet wurde. Wenige Jahre später war der Widerstand der Ureinwohner endgültig gebrochen und ihr Schicksal bestand ab nun in dem traurigen Leben in den Reservaten.

Die Ausstellung zeigt typische Trachten der Indianerstämme der verschiedenen Regionen sowie deren Lebensgrundlagen und Lebensgewohnheiten, dargestellt mit flachen und vollplastischen Figuren. Lassen Sie sich ungeachtet des Schicksals der einst wilden und freien Indianerstämme einfangen von dieser ursprünglichen und fremdartigen Welt, deren Bedeutung und deren Naturverständnis wir erst heute richtig zu verstehen beginnen.

Öffnungszeiten:

1. Mai – 31. Oktober  

Mi. u. Frei. 15 – 17 Uhr

Sonntag und Feiertag: 14 – 17 Uhr

Sonderöffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung

unter 06271 / 3020

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