Gezieltes NEIN! gegen Roland Burger

Michael Koenig

(Foto: pm)

Buchen. (pm) Bereits gestern hatten wir berichtet, dass neben Amtsinhaber Roland Burger der Bundes-Vize der NEIN-Idee, der Michael König auf dem Wahlzettel stehen wird, wenn am 01. Dezember 14.000 Wahlberechtigte aufgerufen sind, das Stadtoberhaupt für die kommenden acht Jahre zu bestimmen. Heute stand uns der Herausforderer von Bürgermeister Burger Rede und Antwort und erläutert die Hintergründe seiner Bewerbung und er NEIN-Idee, die in den vergangenen Monaten auch kritische Stimmen auf den Plan rief.

Außerdem hat sich Michael König bereit erklärt, an unserem NOKZEIT-Bürgermeister-Check teilzunehmen, den wir in den nächsten Tagen an die Kandidaten schicken werden. 

Herr König, warum sollten Buchener Sie wählen?

Die Bürger in Buchen sollen das wählen, was sie wollen! Deswegen trete ich ja an. Die schreckliche Alternativlosigkeit, die wir durch die Blockparteien im Bund haben, ist überspitzt in der Bürgermeisterwahl in Buchen erkennbar. Es gibt bisher in Amtsinhaber Roland Burger nur einen Kandidaten, der das Amt will. Ich bin einfach nur dafür, denjenigen eine Wahl zu geben, die Herrn Burger nicht vertrauen oder ihn nicht in eine weitere Amtszeit wählen wollen. Mir geht es nur darum, dass die Menschen in Buchen neben dem JA! zum Amtsinhaber auch ein gezieltes NEIN! Gegen Herrn Burger und mögliche andere Bewerber aussprechen können.

Ich persönlich halte eine Machtkonzentration auf eine Person über mehrere Amtszeiten für schädlich. Ohne zu wissen was in Buchen abläuft, schätze ich die Gefahr von Vetternwirtschaft und Amtsmüdigkeit für sehr hoch ein. Mein Angebot ist völlig uneigennützig und ehrlich. Ich werde mein Wahlversprechen auf jeden Fall zu 100% einlösen wenn ich gewählt werde. Ich glaube nicht, dass andere Bewerber das von sich sagen können. Politiker sind ja immer bösen Sachzwängen unterworfen, die sie das Gegenteil von dem tun lassen, was sie vorher versprachen.




Wenn Sie drei Wünsche für Buchen frei hätten – was würden Sie den Buchenern wünschen?

Ein Wunsch ist schon in Erfüllung gegangen. Durch die NEIN!-Idee gibt es ein Stück mehr Demokratie. Die beiden anderen Wünsche würde ich jedem Buchener persönlich übergeben wollen, denn ich glaube, dass jeder Menschen eigene Wünsche und Vorstellungen über sein Leben hat. Ich folge dem Prinzip, dass ich nicht über die Köpfe anderer entscheiden will, selbst wenn ich denke, dass es gut für die Menschen ist.

Wir sehen ja wozu Gutmenschentum führt, das Volke wird nie befragt, was es in wichtigsten Entscheidungen will. Das entscheiden die selbst definierten Gutmenschen. Ich mache da nicht mit! Politik ist für mich nicht über andere zu entscheiden, sondern mit anderen zu reden und Lösungen zu finden und zwar auf freiwilliger Basis. Keine aufoktroyierten Wünsche von mir für die Buchener! Denn auch ein Wunsch kann ein Schwert sein.

Mit Ihrer Kandidatur wollen Sie die Bürger wachrütteln, sagen Sie – wie sollen sich die Buchener in ihre Gemeinschaft einbringen?

Die Frage beantworte ich gern allgemein. In eine Gemeinschaft bringt man sich ein indem es einem selbst gut geht und man andere davon freiwillig teilhaben lässt. Jeder einzelne sollte sich fragen, wann er das letzte Mal in privater oder beruflicher Situation Ja! Gesagt hat, obwohl er lieber NEIN! gesagt hätte. Unsere Gesellschaft ist durchdrungen von anerzogenen Zwängen, die uns in letzter Konsequenz kaputt machen.

Denken Sie nur an das Phänomen des Burn-Out. Das würde es nicht geben, wenn die Menschen ihre Grenzen kennen würden und hin und wieder NEIN! Sagen würden. Die einzigen die noch NEIN! sagen sind Kinder, aber auch die werden dann so lange bearbeitet, bis sie Dinge tun, die sie nicht wollen.

Sie sagen, Sie bieten den Bürgern mit Ihrer Kandidatur eine Alternative? Ist es wirklich eine Alternative, wenn Sie hinterher darauf verzichten, das gegebenenfalls errungene Amt auszuüben?

Stellen Sie sich vor, dass Adolf Hitler zur Wahl steht und sie können ihn wählen oder daheim bleiben. Da ihn alle hassen wird niemand zur Wahl gehen nur er selbst. Und siehe da, er wird mit 100% nur durch seine eigene Stimme gewählt.

Gegenfrage: Haben wir nicht ein perverses Wahlsystem?

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen.

Noch bis kommenden Montag können neben Michael König und Roland Burger (CDU) weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen und am 01. Dezember das Amt anstreben. 

Infos im Internet:

www.nein-idee.de

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de



Artikel empfehlen:

5 Kommentare

  1. Sehr interessant… oder eigentlich erkenne ich keinen tieferen Sinn in dem ganzen… Es stellt sich jemand der das Amt wenn er es denn kriegen sollte ablehnt…

  2. So sinnlos ist diese Nein-Idee nun auch wieder nicht. Angenommen es kandidieren ein Ochs und ein Esel bei einer Bürgermeisterwahl und 70% der Wähler wollen beide nicht als Bürgermeister. Dann wird nach dem bisherigen Wahlrecht trotzdem entweder der Ochs oder der Esel zum Bürgermeister gewählt, weil man nur für den einen oder den anderen stimmen kann, es gibt keine Möglichkeit zum Nein oder zur Enthaltung. Ergo gehen wohl die 30% zur Wahl und entscheiden. Mit dem Nein-Kandidaten aber werden Ochs oder Esel keine Mehrheit bekommen.

Kommentare sind deaktiviert.