Helfen über Organisationsgrenzen hinweg

3. Odenwälder First Responder Tag am 23.11.2013 in der Stadthalle Buchen

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(Foto: pm)

Buchen. (pm) Rund um die Uhr sind die First Responder, qualifizierte Ersthelfer, einsatzbereit, um in ihren Gemeinden die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes zu überbrücken und so teils unmittelbar lebensrettende Hilfe zu leisten.

Für diese wichtigen Helfer organisierten die Leitenden Notärzte im Neckar-Odenwald-Kreis in Kooperation mit dem Förderverein Notfallseelsorge/Notfallnachsorge am 23.11.2013 zum dritten Mal den OFIRTA – Odenwälder First Responder Tag. Dank der Unterstützung mehrerer Sponsoren und vieler engagierter Mitwirkender war die Fortbildung für die fast 180 Teilnehmer kostenlos.

Eine klare Würdigung erfuhr das ehrenamtliche Engagement der Helfer durch die Anwesenheit und die Grußworte des Beigeordnetem Dr. Wolfgang Hauck als Vertreter der gastgebenden Gemeinde, von Landrat Dr. Achim Brötel, der auch die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernahm, sowie MdB Margaret Horb. Alle betonten den unschätzbaren Wert der rund um die Uhr verfügbaren gelebten Nachbarschaftshilfe, mit der die Einsatzkräfte bei zeitkritischen Notfällen zur Verfügung stehen. Mehrere Sponsoren hatten Preise gestiftet, sodass Glücksfee Anna Genzwürker dafür sorgte, dass sich 35 Teilnehmer über kleine und größere Geschenke freuen konnten.

Restlos begeistert von der zum wiederholten Male tollen Resonanz zeigte sich Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, Sprecher der Gruppe Leitender Notärzte und „Cheforganisator“. „Wir freuen uns, dass die Veranstaltung mittlerweile überregional bekannt ist und manche Teilnehmer auch eine Anfahrt von 2 Stunden in Kauf nehmen.“

Die Erstversorgung beim Kreislaufstillstand und die Zusammenarbeit über die Grenzen der verschiedenen Fachdienste hinweg waren inhaltliche Schwerpunkte in diesem Jahr. Den Auftakt machte ein Rückblick auf die Entwicklung der „First Responder“, also der organisierten und ausgebildeten Ersthelfer von den ersten Projekten in den USA vor nunmehr 40 Jahren bis zur heutigen großen Verbreitung auch in Deutschland. Dr. Peter Poguntke, Journalist und Buchautor, berichtete hier aus der Geschichte auch über zahlreiche formale Probleme, die zu klären waren, ehe entsprechende Systeme etabliert werden konnten. Dr. Eduard Kehrberger stellte in seinem Vortrag die besonderen Herausforderungen bei der Versorgung übergewichtiger Patienten dar, für die in Kürze auf Landesebene eine Konzeption verabschiedet werden soll.

Der nächste Themenblock war der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr als wichtigem Partner der Rettungsdienste gewidmet. Sehr anschaulich und praxisnah erläuterte Sebastian Klos von der Mosbacher Feuerwehr die Möglichkeiten und Grenzen des Drehleitereinsatzes bei der Versorgung von Notfallpatienten. Auf die Sicherung der Einsatzkräfte bei der Rettung aus Höhen und Tiefen ging Thomas Eiler von der Feuerwehr Hardheim ein, der Techniken der Absturzsicherung vorstellte.

Frisch gestärkt durch ein hervorragendes Mittagessen – zubereitet durch Mitglieder des DRK Hardheim, welche auch den ganzen Tag ehrenamtlich für ausreichend Kaffee sorgten – ging es in den Nachmittag. „Wenn wir wollen, dass mehr Menschen Erste Hilfe leisten, müssen wir Ihnen zeigen, wie einfach das ist“, war eine zentrale Aussage des Vortrages von Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der die Einsatzkräfte aufforderte, in ihren Heimatgemeinden ein Netzwerk der Ersten Hilfe zu knüpfen und auf das Projekt mit Laien-Defibrillatoren (AED) im Neckar-Odenwald-Kreis hinwies. Besonderheiten bei der Wiederbelebung von Kindern stellte Dr. Christian Gernoth in seinem praxisnahen Beitrag dar, in dem deutlich wurde, dass bei Patienten aller Altersstufen ein Faktor entscheidend ist: die Zeit, die vergeht, bis die Hilfe einsetzt.

Der abschließende Themenblock war dem Vorgehen beim „Massenanfall von Verletzten“ (MANV) gewidmet. Hintergrund ist bevorstehende Einführung einer neuen Konzeption im Neckar-Odenwald-Kreis. Michael Kiefner, Leiter des Rettungsdienstes und der Integrierten Leitstelle Mosbach, stelle wichtige Eckpunkte der Handlungsanweisung dar, welche von verschiedenen Fachdiensten gemeinsam erarbeitet wurde. Dass nicht nur Verletzte oder Erkrankte, sondern auch andere Betroffene zu betreuen sind, war Henning Waschitschek vom Notfallseelsorge-/Notfallnachsorgedienst im Neckar-Odenwald-Kreis ein wichtiges Anliegen. Abschließend verdeutlichte Dr. Oliver Gutzeit anhand seines Berichtes von einem schweren Kleinbusunfall im Bereich der Burg Stolzeneck, wie schnell die Einsatzdienste im ländlichen Raum an ihre personellen Grenzen stoßen können und wie wichtig die bereichsübergreifende Zusammenarbeit ist.

Ganz wichtiges Element der Veranstaltung war auch der Austausch der Teilnehmer untereinander. Im Rahmen einer kleinen Ausstellung unterstützender Firmen konnten zusätzliche Informationen eingeholt werden.

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(Foto: pm)

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