Gedenken an Naziopfer ein Anliegen


„Der Hunger wurde in die Stadt geschickt, um an Stelle der Soldaten Krieg zu führen“

Berlin.< (pm) Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus trat der Deutsche Bundestag heute zu einer Gedenkstunde zusammen. Die Gedenkstunde des Bundestages findet seit 1996 jährlich anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 statt. Gastredner war in diesem Jahr der 95-jährige russische Schriftsteller und Zeitzeuge Daniil Granin.

Eindrucksvoll schilderte Daniil Granin die schrecklichen Ereignisse während der Leningrader Blockade zwischen 1941 und 1944, bei der über eine Millionen Zivilisten ihr Leben verloren: „Der Hunger wurde in die Stadt geschickt, um an Stelle der Soldaten Krieg zu führen“.

Dr. Dorothee Schlegel zeigte sich im Anschluss an die Feierstunde tief bewegt: „Die Leningrader Blockade ist einem als historisches, grausames Ereignis ein Begriff. Die zahlreichen Schicksale und das erschütternde Leid, das den Menschen in den Monaten der Blockade durch deutsche Soldaten zugefügt wurde, wird einem aber erst durch solche Zeitzeugenberichte wieder bewusst gemacht.“

Im Anschluss an die Feierstunde besuchte Dr. Dorothee Schlegel, MdB, die Eröffnung der Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“.

„Das Gedenken an die ermordeten kranken und behinderten Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus ist mir ein Anliegen. Ich bin im Remstal aufgewachsen, nicht weit weg von der Einrichtung für Behinderte in Stetten. Für mich ist es seit meiner Kindheit selbstverständlich, mit behinderten Menschen genauso warmherzig und respektvoll umzugehen wie mit allen anderen Menschen.
Auch heute sind mir meine Besuche bei der Johannes-Diakonie in Mosbach wichtig. Eine Einrichtung, deren Bewohner ebenfalls Opfer der Nazi-Ideologie wurden. Zwischen 1940 und 1944 wurden 262 Heimbewohner gewaltsam aus Mosbach und Schwarzach abgeholt. Ihnen und allen anderen Opfern der NS-Terrorherrschaft gedenken wir an diesem Tag“, so Dorothee Schlegel im Anschluss an die Ausstellungseröffnung

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