Millionen-Projekt vor dem Aus

Zeitnah wird der Standort ganz geschlossen – Produktion wird eventuell im Frühjahr in den Neckar-Odenwald-Kreis verlegt – Vernünftige Lösung für Mitarbeiter angestrebt – Kostenloser Campingplatz für Migranten

Höpfingen. Die mit Spannung erwartete Entscheidung ist gefallen: Die Stechert-Gruppe zieht sich von ihrem Millionen-Projekt mit der geplanten Erweiterung des Standortes Schlempertshof und
der Schaffung von insgesamt über 50 Arbeitsplätzen zurück. Das gerade frisch renovierte ehemalige Störzer-Gebäude bleibt bestehen. Planer, Konstrukteure, Statiker und die Verwaltung ziehen in den nächsten Tagen ein. Die Geschäftsführer Franz Stegner und Matthias Schuh beschlossen, die Niederlassung des Stechert-Tochterunternehmens STW im Schlempertshof zeitnah ganz zu schließen. Die Produktion wird voraussichtlich im Frühjahr verlegt. Mehrere Immobilien im Neckar-Odenwald-Kreis stehen zur Verfügung.

Die Stechert-Gruppe bittet um Verständnis für diese Entscheidung: „Höpfingen und der Gemeinde-Verwaltungsverband Hardheim-Walldürn ließen uns keine andere Wahl. Wir brauchen dringend zusätzliche Produktionsstätten, um die wöchentlich wachsenden Aufträge zu bearbeiten. Wir mussten handeln, um keine Vertragsstrafen zu bezahlen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Neben der Elb- Philharmonie in Hamburg, den Konzertsälen „Philharmonie de Paris“ und von Radio France in der französischen Hauptstadt kamen noch weitere Großprojekte in Europa hinzu.
„Besonders bedauerlich ist diese bittere Entwicklung natürlich für unsere bodenständigen Mitarbeiter aus der Region Höpfingen“, beklagen die Geschäftsführer Stegner und Schuh, „gerne hätten wir im Schlempertshof für viel Geld die Arbeitsplätze erhalten und sogar neue geschaffen. Aber die Gemeinde Höpfingen hat diese verhindert.“ Für die Mitarbeiter werde eine vernünftige Lösung angestrebt.
„Ab sofort wird kein Cent mehr investiert“, heißt die Devise bei der Stechert-Gruppe, „der Schlempertshof ist ein Auslauf-Modell. Die Gegner des Projekts können jetzt jubeln und feiern.“


 


Aber der geschäftsführende Stechert-Gesellschafter Franz Stegner ist überzeugt: „Das ist ein Pyrrhus-Sieg. Das dicke Ende kommt noch für alle Höpfinger. Denn nach dem STW-Abzug fehlt auch die Gewerbesteuer in der Kasse. Was nützt die gute Luft und das Naturschutzgebiet, wenn die Gemeinde pleite ist?“
„Noch schlimmer wird sein“, prophezeit Stegner, „dass Höpfingen als Gewerbestandort für die Zukunft verbrannt ist. Da wurde viel Porzellan zerdeppert. Wie schlecht wir als Investoren behandelt wurden, hat sich schon herumgesprochen. Viele Unternehmer werden sich diesen Zirkus, der uns widerfahren ist, erst gar nicht antun und einen großen Bogen um Höpfingen machen.“

Im Nachhinein ärgert sich Stechert-Geschäftsführer Franz Stegner, nicht früher die Notbremse gezogen zu haben.

Einen neuen Bauantrag wird Stegner nach der Ablehnung nun auch nicht mehr stellen.
Inzwischen lässt die Stechert-Gruppe eine Schadenersatzklage gegen die Gemeinde Höpfingen prüfen. Was mit dem Areal geschieht, auf dem die abgerissene Halle stand, ist abschließend noch nicht geklärt.

Denkbar wäre laut Franz Stegner, darauf einen kostenlosen Campingplatz für Migranten bei eigner Verpflegung zu errichten: „Auch unsere ausländischen Mitbür- ger haben ein Recht auf Urlaub. Und mit Ferien kennt man sich im Natur-Paradies Schlempertshof bestens aus.“

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1 Kommentar

  1. Nicht tragisch für die Gemeinde Höpfingen, wenn ein Unternehmen sich so zynisch und verachtend gegenüber den hiesigen Gemeinderäten, Entscheidugnsträgern und Bürgern des Schlempertshofs äußert. Außenbereich bleibt Außenbereich, da kann auch ein ach so toller Firmenchef, der mit dem Desasterprojekt Elbphilharmonie wirbt, nichts ändern. Hoffentlich zeigt sich der Neckarodenwaldkreis solidarisch und zeigt diesem Unternehmen die kalte Schulter. Lieber kleine und verantwortungsvolle Firmen als solche Drohgebärden einer Heuschrecke…

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