Von Chile in den Bauländer Ehehafen

Diethard und Irene Hoffmann feiern Goldene Hochzeit – Eine Puppe brachte die Bekanntschaft
  Großeicholzheim. (lm) Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten am heutigen Samstag in Großeicholzheim Diethard und Irene Hoffmann, geb. Schairer, die sich unter wirklich ungewöhnlichen Umständen kennen und lieben gelernt haben.

Der Berliner Diethard Hoffmann wurde am 30. August 1938 als älterer von zwei Brüdern geboren. Er machte eine Elektrikerlehre bevor es ihn als Öler zur Schifffahrt zog. Seine Irene wurde am 08. August 1939 ebenfalls als ältere von zwei Schwestern in Neckarsulm geboren, doch zog es ihre Familie während des Krieges zu den Großeltern nach Großeicholzheim, wo sie ihre endgültige Heimat fand und auch eine Lehre zur Nahrungsmittelverkäuferin absolvierte. Mittels diverser Weiterbildung arbeitete sie sich zur Bürokauffrau hoch.

Anfang der 60-er Jahre gönnte sie sich einen Urlaub in St. Anton am Arlberg, wo sie sich mit einem Hamburger Mädchen ein Doppelzimmer teilte. So entdeckte ihre neue Freundin auch eine handgemachte Puppe, wie sie die Jubilarin damals auch als Maskottchen für sich selbst gerne fertigte. Die Hamburger Dirn beschwatzte die Bauländerin so lange, bis diese sich bereit erklärte, ihr auch eine solche Puppe zu stricken. Eine ganze Weile nach diesem Urlaub erhielt sie einen Brief auf Chile von dem ihr unbekannten Diethard, in dem auch er sich eine solche Puppe wünschte, wie er sie bei der Bekannten aus dem Norden während eines Heimurlaubs gesehen hatte.

Da Irene Schairer zunächst der Sache nicht so ganz traute, entwickelt sich zunächst ein reger Briefwechsel über ein halbes Jahr, und daraus eine richtige Brieffreundschaft. Bei seinem nächsten folgenden Heimurlaub fragte der Jubilar, ob er einen Besuch machen dürfe und dabei hat es sofort zwischen den beiden gefunkt.

Er heuerte 1965 ab, machte seinen Elektrikermeister und fing bei der Fahrleistungsmeisterei der Bahn an, denn bei Irene Schairer war er endgültig an Land gegangen und hatte am 23. April 1966 den Ehehafen gefunden. Ganz konnte er das Wasser aber nicht verlassen, doch ab da ging er dieser Leidenschaft beim örtlichen Angelsportverein nach und seine Frau schloss sich diesem Hobby gerne an.

Bis heute ist die Jubilarin überaus kreativ, zwar fertigt sie keine Puppen mehr, dafür kreiert sie zusammen mit der gemeinsamen Tochter unglaubliche Glückwunschkarten – für Freunde auch mal auf Bestellung – und wunderschöne Festkerzen. Überhaupt ist die Familie sehr eng miteinander verbunden und Tochter Susanne lässt es sich nicht nehmen, ihren Eltern jedes Jahr einen gemeinsamen Urlaub zu schenken.

Den Jubeltag begann mit einem Hausgottesdienst, zu dem sich Pfarrer Stromberger gern bereit erklärt hat, bevor mit Freunden und Verwandten gefeiert wurde. Unsere Redaktion schließt sich den zahlreichen Glückwünschen gerne an.

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