„Wir wollten nicht nur einen Laden eröffnen, sondern Gemeinschaft schaffen“, freuen sich die Schüler von Schollis Dorfladen über ihre Bronzemeda. (Foto: pm)
Köln. (pm) Große Auszeichnung für ein außergewöhnliches Schulprojekt: Schollis Dorfladen, die Schülerfirma der Realschule Eberbach, hat bei den Deutschen Meisterschaften der Schülerfirmen den dritten Platz belegt. Beim bundesweiten IW Junior-Schülerfirmenwettbewerb in Köln überzeugten die Jugendlichen mit einem Konzept, das wirtschaftliches Handeln mit gesellschaftlichem Engagement verbindet.
Der Erfolg ist weit mehr als eine Platzierung bei einem Wettbewerb. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ihren Dorfladen als Antwort auf ein konkretes Problem: In Schollbrunn fehlte lange Zeit eine wohnortnahe Einkaufsmöglichkeit. Statt die Situation hinzunehmen, beschlossen sie, selbst aktiv zu werden.
„Wir wollten nicht nur über ein Problem sprechen, sondern selbst etwas dagegen tun“, beschreibt das Team seine Motivation.
So entstand Schollis Dorfladen – eine Schülerfirma, die nicht nur die Nahversorgung verbessert, sondern zugleich einen Ort der Begegnung geschaffen hat.
Mehr als ein Geschäft
Von Beginn an verfolgten die Jugendlichen ein Ziel, das über den Verkauf von Lebensmitteln hinausgeht.
„Ein Dorfladen ist nicht nur ein Ort, an dem man einkauft. Er ist ein Treffpunkt, an dem Menschen zusammenkommen und miteinander ins Gespräch kommen.“
Genau dieser gesellschaftliche Mehrwert überzeugte auch die Jury des Bundeswettbewerbs. Das Projekt zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung kein Widerspruch sind.
Unternehmertum praktisch erleben
Der Weg nach Köln war geprägt von intensiver Teamarbeit. Die Jugendlichen planten den Geschäftsbetrieb, trafen unternehmerische Entscheidungen und bereiteten sich auf die Präsentation vor der Bundesjury vor.
Im Finale stellten sie ihre Geschäftsidee vor und beantworteten kritische Fragen zu Konzept, Wirtschaftlichkeit und Organisation.
Dass sich Schollis Dorfladen gegen zahlreiche Schülerfirmen aus ganz Deutschland durchsetzte, unterstreicht die Qualität des Projekts.
Lehrkräfte begleiten – Verantwortung übernehmen die Jugendlichen
Begleitet wird die Schülerfirma von den Lehrkräften Christina Frischholz und Martin Kohler. Ihr pädagogischer Ansatz besteht darin, Verantwortung bewusst an die Jugendlichen zu übertragen und sie auf ihrem Weg zu begleiten, statt Lösungen vorzugeben.
Sie unterstützen bei der Projektstruktur, geben Impulse und stehen bei Herausforderungen beratend zur Seite. Die Entscheidungen treffen jedoch die Schülerinnen und Schüler selbst. Dieses Vertrauen stärkt die Selbstständigkeit und vermittelt Erfahrungen, die weit über den Unterricht hinausreichen.
Anerkennung aus Baden-Württemberg
Auch auf Landesebene stößt der Erfolg auf große Anerkennung. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut gratulierte den ausgezeichneten Schülerfirmen aus Baden-Württemberg:
„Ich freue mich, dass zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg mit Preisen vom Bundeswettbewerb IW Junior in Köln zurückkommen. Wir brauchen junge Menschen, die sich Herausforderungen stellen, Lösungen für Bedarfe in der Gesellschaft finden und in Schülerfirmen praktische Erfahrungen sammeln. Sie haben Begeisterung für unternehmerisches Denken und eigenständiges Handeln entwickelt.
Deshalb ist es aus meiner Sicht von großer Bedeutung, Unternehmertum bereits in der Schule erlebbar zu machen und Raum für eigenes Ausprobieren zu schaffen. Für einen neuen Gründergeist im Land brauchen wir gerade jetzt neue Ideen und frische Perspektiven.“
Ein Erfolg mit Signalwirkung
Für die Schülerinnen und Schüler ist die Bronzemedaille ein besonderer Meilenstein. Der eigentliche Erfolg liegt jedoch in den Erfahrungen, die sie auf dem Weg dorthin gesammelt haben: Sie haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen, unternehmerisch zu denken und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Aus einer Idee im Klassenzimmer wurde ein bundesweit ausgezeichnetes Projekt, das zeigt, wie Schule Unternehmergeist, gesellschaftliche Verantwortung und gelebte Gemeinschaft miteinander verbinden kann.
Schollis Dorfladen beweist eindrucksvoll: Große Veränderungen beginnen oft mit einer kleinen Idee – und mit jungen Menschen, die den Mut haben, sie umzusetzen.