Datenautobahn im Hohen Odenwald


Mit Baggerfahrer Dr. Achim Brötel startete im Beisein von Bürgermeister Markus Haas (links vorn) und Dr. Norbert Rippberger (links hinten) gestern in Waldkatzenbach der vierte Bauabschnitt „Breitbandversorgung“. Bis Mitte 2017 soll in den Gemeinden Waldbrunn und Mudau für 95 Prozent der Bürger die Datenautobahn realisiert worden sein. Auch Telekom-Regionalmanager (Mitte), Projektkoordinator „Mister Breitband“ Johannes Biste (2.v.re.) von der WINO und Geschäftsführer Bernhard Kirschenlohr (re.) von der Baufirma Schuler-Bau Mosbach. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn.  Auf die Odenwald-Autobahn für Kraftfahrzeuge wartet man im Neckar-Odenwald-Kreis seit vielen Jahrzehnten vergebens, und das Warten wird sich weiter strecken, möglicherweise bis zum St. Nimmerleinstag. Schneller geht es mit der sogenannten Datenautobahn, dem Breitbandanschluss von 95 Prozent aller Haushalte im Neckar-Odenwald-Kreis mit einer vertraglich von der Telekom AG garantierten Bandbreite von 30 MBit je Sekunde. Dank technischer Neuerungen wie das sogenannte „Vectoring“, das mindestens 50 MBit/s.

Damit seien laut Telekom-Regionalmanager Joachim Otto bereits in zwei Jahren sogar 250 MBit/s und als Hybridtechnik unter Einbindung des Mobilfunks dann sogar 550 MBit/s möglich. Das Glasfaser-Netz sei nach der Vollendung der acht Bauabschnitte im Neckar-Odenwald-Kreis so leistungsstark, dass alle derzeit denkbaren Nutzungsmöglichkeiten, wie Telefon, Video- und TV-Streaming, surfen im World Wide Weg, aber auch das Streamen von Musik sowie die Kommunikation mit Cloud-Speichern bequem möglich.

Landrat Dr. Achim Brötel und die Bürgermeisters Markus Haas (Waldbrunn) und Dr. Norbert Rippberger freuten sich am Donnerstag darüber, dass mit dem Spatenstich zum Beginn des Ausbaus im Winterhauch/Hohen Odenwald fristgerecht begonnen und damit die Halbzeit der Gesamtmaßnahme eingeläutet wurde.

Während sich Brötel nach und nach zum wahren Breitband-Experten entwickelt hat, waren die Bürgermeister noch nicht ganz so weit, was die Technik betrifft. Sie betonten aber beide, das schnelle Internet-Zugänge nicht nur für die Unternehmen in den Kreisgemeinden, sondern auch für die Bürger ein wichtiges Kriterium für die Wohnortwahl darstelle. Neben der Kinderbetreuung und der medizinischen Versorgung, rangiere die Internet-Bandbreite ganz oben auf der Prioritätenliste potenzieller Neubürger.

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Landrat Dr. Brötel nutzte den Spatenstich zum vierten Bauabschnitt, um eine Halbzeitbilanz zu ziehen. Denn der Breitbandausbau sei nicht irgendeine Maßnahme, sondern man baue Zukunft. Digitale Zukunft für den Landkreis, für die Städte und Gemeinden, für die Unternehmen, insbesondere aber für die Menschen, so Brötel.

Bereits beim ersten kreisweiten Breitband-Projekt, das man zwischen 2008 bis 2011 realisiert habe, war mit einem Gesamtinvest von damals rund 11 Mio. € so etwas wie ein Quantensprung für Menschen und Betriebe im Neckar-Odenwald-Kreis gewesen. Nun setze man auf diesem Ausbau auf und investiere aber mehr als die dreifache Summe (36 Mio. Euro). Städte, Gemeinden und der Landkreis beteiligen sich mit etwa einem Viertel (exakt mit 9.628.721.- €) daran. Das ist die „berühmte“ Wirtschaftlichkeitslücke. 1/3 von dieser Summe trage der Kreis und 2/3 alle Städte und Gemeinden, die sich ausnahmslos an dem Projekt beteiligen.

„Wenn wir diesen Betrag nicht schultern würden, würde ein solcher Ausbau – das muss man immer wieder in aller Deutlichkeit sagen – allerdings auch nie stattfinden“, betonte Dr. Brötel. Als erster Landkreis habe man auf das „Modell des kooperativen Ausbaus unter Partnern“ gesetzt, und nun zeige sich, dass diesem Plan viele folgen. Denn nur durch die gemeinsame Finanzierung lasse sich die zeitnahe Versorgung des Kreises mit schnellem Internet realisieren, während beispielsweise im benachbarten Rhein-Neckar-Kreis die komplette Fertigstellung eines Backbone-Netzes bis 2029 andauern wird. Im Neckar-Odenwald-Kreis dagegen wird das erste Ausbaugebiet (Mosbach/Obrigheim) bereits im Oktober 2016 offiziell freigeschaltet.

Im Neckar-Odenwald-Kreis werden man mit Bauabschnitt 8 – Adelsheim, Limbach, Schefflenz und Seckach spätestens Ende 2017/Anfang 2018 allen Kunden einen Breitbandanschluss anbieten können, waren sich Landrat Dr. Achim Brötel und Telekom-Regionalmanager Joachim Otto einig.
Im Ausbaugebiet 4 werden in den nächsten Monaten rund 24 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Über diese Trassen werden 36 Kabelverzweiger versorgt, die neu errichtet, nachgeordnet oder aufgerüstet werden. Hiervon entfallen 21 auf Waldbrunn und 15 auf Mudau.

Alle Grußwortredner lobten auch die hervorragenden Zusammenarbeit mit den jeweils beauftragten Bauunternehmen. Diese wiederum, im Hohen Odenwald die Baufirma Schulte aus Mosbach, lobten die beteiligten Projektpartner, insbesondere die Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen, die jeweils das ihre dazu beitragen, schnell vorwärts zu kommen.
Abschließend dankte Brötel der regelmäßig tagende Projektgruppe mit Vertretern der Telekom, der Bauunternehmen, der Stromversorger, der Städte und Gemeinden und dem Projektkoordinator Johannes Biste von der WINO, als „Mister Breitband“ des Neckar-Odenwald-Kreis. Außerdem wies er auf die Internetseite, die stets aktuell über den Stand des Ausbaus informiert.

Infos zum Ausbau gibt es unter:
www.breitband-nok.de/

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