Gehört in jedes Vorsorgeportfolio: Die Lebensversicherung

Aufgrund des stetig sinkenden Rentenniveaus und der damit verbundenen Versorgungslücke ist eine private Altersvorsorge heutzutage ein Muss. Nach wie vor ist die Lebensversicherung ein beliebtes und wichtiges Instrument dafür – allerdings ist sie auch kein Allheilmittel. Wir schauen uns an, worauf dabei zu achten ist.

Wichtige Kerneigenschaft

Wer Familie hat, kommt um den Abschluss einer Lebensversicherung nicht herum. Diese ist umso wichtiger, wenn eine Person alleine oder groߟteils für den Lebensunterhalt der Familie verantwortlich ist. Wenn in dieser Situation passiert, woran niemand denken mag, steht die Familie ohne eine entsprechende Absicherung gleich doppelt vor dem Nichts: Zum Verlust eines geliebten Menschen kommt eine im schlimmsten Fall ausweglose finanzielle Situation hinzu -€“ etwa, weil die Miete oder der Eigenheimkredit nicht mehr bezahlt werden kann.

Die wesentliche Eigenschaft einer Lebensversicherung ist es, die Versorgungslücke, die der Familie im Todesfall eventuell entsteht, zu schlieߟen. Aus ähnlichen Gründen ist auch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig -€“ sie zahlt, wenn der Versicherungsnehmer aus Krankheitsgründen nicht mehr berufstätig sein kann. Die aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (hier als PDF abrufbar) verdeutlichen, wie notwendig eine solche Police ist: 2016 zahlten die Versicherer 3,6 Milliarden Euro an Leistungen im Rahmen von BU-Versicherungen aus, das sind 4,5 % mehr als im Vorjahr. Todesfallbedingte Leistungen aus Lebensversicherungen wurden in Höhe von knapp 4,4 Milliarden Euro ausgezahlt.

Absicherung und finanzielle Vorsorge: Getrennt besser?

Das „Warum“ ist also klar -€“ bleibt noch das „Wie“. Grundsätzlich gibt es bei der Lebensversicherung zwei Varianten: die Risikolebensversicherung, die für eine vergleichsweise niedrige Prämie das Todesfallrisiko absichert, sowie die Kapitallebensversicherung. Der Unterschied zwischen beiden Optionen: Während die Prämie bei der Risikolebensversicherung komplett für die Versicherungsleistung verwendet wird, wird bei der Kapitallebensversicherung ein Teil der Prämie angespart -€“ dieser Teil wird verzinst und nach Ablauf der Laufzeit oder im Todesfall ausgezahlt. Ein Argument für die Kapitallebensversicherung war stets der garantierte Zinssatz für die angesparte Summe. Allerdings beträgt der Garantiezins mittlerweile nur noch 1,75%, wovon noch Kosten und Gebühren abgehen. Das bedeutet, dass die tatsächliche Rendite derzeit unter der durchschnittlichen Inflationsrate liegt -€“ das über die Lebensversicherung angelegte Geld wird also effektiv weniger.

Hinzu kommt, dass der Versicherungsnehmer über den in der Lebensversicherung angesparten Betrag nicht ohne Weiteres verfügen kann -€“ was die Kapitallebensversicherung insgesamt zu einer wenig attraktiven Anlageform macht. Eine Kombination aus Risikolebensversicherung zur Absicherung und anderen Anlageformen zum renditeorientierten Ansparen von Kapital fürs Alter erscheint daher sinnvoller.


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1 Kommentar

  1. Der Garantiezins für die Lebensversicherung beträgt nicht 1,75 %, sondern nur 0,9 %. Davon gehen auch keine Kosten und Gebühren ab. Diese
    werden vorher von der Prämie abgerechnet, sodass der Garantiezins nur
    auf den Sparanteil (je nach Versicherung 60 bis 80 % der Gesamtprämie)
    gewährt wird.

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