Mozillas Firefox Send offline

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(Symbolbild – Pixabay)

Mozilla VPN online und neuer Thunderbird

Aus dem Hause Mozilla gab es diese und letzte Woche gleich mehrere Neuigkeiten zu vermelden. Zunächst gab Mozilla bekannt, seinen eigenen Dateiversanddienst „Firefox Send“ vorübergehend vom Netz zu nehmen. Grund ist die Verbreitung von Malware und genereller Missbrauch des Dienstes. Allerdings gingen in den vergangenen Tagen nicht nur Dienste offline. Mozilla geht nämlich auch mit einem neuen, oder besser gesagt umbenannten Dienst, auch online. Demnach heißt der bisher als „Firefox Private Network“ bekannte VPN-Dienst von Mozilla nun schlicht und einfach „Mozilla VPN“.

Im gleichen Zuge weitet Mozilla die Verfügbarkeit aus, womit der Dienst ab sofort nicht mehr nur in den USA nutzbar ist. Demnach können ab sofort auch Nutzer aus Großbritannien, Kanada, Malaysia, Neuseeland und Singapur den VPN-Service nutzen. Weitere Länder sollen laut Mozilla folgen. Letztlich können Nutzer den Dienst frei nutzen, etwa, um anonym zu surfen oder in Online Casinos Spielautomaten kostenlos zu spielen. Mozilla stellt den Nutzern des Dienstes jedenfalls zahlreiche Clients für verschiedene Systeme zur Verfügung. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch ein frisches Update für Mozillas E-Mail Client Thunderbird, der nun in der Version 78 zum Download bereitsteht.

Firefox Send mutmaßlich wegen Missbrauch des Dienstes zunächst offline

Erst vor knapp einem Jahr hatte Mozilla seinen hauseigenen Dateiversanddienst „Firefox Send“ gestartet. Jetzt musste die Organisation, offenbar notgedrungen, den Stecker ziehen. Als Gründe nennt Mozilla auf der eigenen Webseite lediglich Arbeiten am Dienst, um diesen mit Verbesserungen zu versehen. Demnach soll Firefox Send also, in aktuell noch nicht absehbarer Zeit, wieder online gehen. ZDNet hat laut eigenen Recherchen jedoch andere Gründe ausmachen können. Demnach wurde Firefox Send immer wieder dazu genutzt, Malware und andere fragwürdige Daten zu verschicken. ZDNet habe hieraufhin Mozilla um eine Stellungnahme gebeten. Mozilla habe nur kurze Zeit nach der Anfrage den Dienst einfach vom Netz genommen. ZDNet sieht hier dementsprechend einen Zusammenhang mit der Anfrage und der vorübergehenden Abschaltung des Dienstes.

Wann und in welcher Form Firefox Send wieder online geht, bleibt daher spannend zu sehen. Grundsätzlich handelt es sich nämlich um einen durchaus brauchbaren Webdienst, der einige interessante Möglichkeiten bot. So konnten Nutzer nicht nur einfach Daten über den Dienst versenden, sondern die Inhalte sogar verschlüsseln. Davon abgesehen hatten Nutzer zusätzlich die Möglichkeit, ihre versendeten Dateien nach einer von ihnen festgelegten Zeitspanne automatisch löschen zu lassen. Diese Möglichkeit war dann mutmaßlich wohl auch der Grund dafür, weshalb der Dienst auch für den Versand eher fragwürdiger Dateien so beliebt war.

Mozilla baut seinen VPN-Dienst um und macht ihn auch außerhalb der USA verfügbar

Mozilla baut seinen hauseigenen VPN-Dienst um. Bislang stand der Dienst nur exklusiv für Firefox bereit und hieß dementsprechend auch „Firefox Private Network“. Nun hat Mozilla den Dienst jedoch kurzerhand in Mozilla VPN umbenannt und ihn auch gleich für Nutzer außerhalb der USA verfügbar gemacht. Folglich können ab sofort auch Internetnutzer aus Großbritannien, Kanada, Malaysia, Neuseeland und Singapur über den VPN von Mozilla ins Netz gehen. Mit einem kleinen Trick lässt sich der Dienst laut Chip.de auch bereits von Deutschland aus nutzen, indem man einfach den Basisdienst Mullvad VPN nutzt. Kostenlos sind beide Services jedoch nicht. So müssen Kunden für Mozillas VPN 4,99 US-Dollar pro Monat berappen, um ihn nutzen zu können.

Dafür stehen jedoch auch für alle gängigen Systeme entsprechende Clients bereit. Dementsprechend lässt sich der Dienst sehr komfortabel auf allen gängigen Systemen und Endgeräten mit Windows, Linux, macOS, Android und iOS nutzen. Zudem verfügt der VPN über einige Komfortfunktionen, welche den Preis ebenfalls durchaus rechtfertigen können. So können Nutzer aktuell aus über 280 Servern in über 30 Ländern wählen. Bandbreitenlimits soll es nicht geben und Nutzer des Dienstes können diesen mit bis zu fünf Endgeräten gleichzeitig nutzen. Dazu kommt eine Verschlüsselung des Datenverkehrs auf dem Endgerät des Nutzers. Kritische Stimmen geben jedoch auch zu bedenken, dass Mozilla seinen Sitz in den USA hat. Immerhin gelten in den USA teils strenge Gesetze, was den Umgang mit Daten und die Herausgabe selbiger Regeln.

E-Mail-Client Thunderbird in der Version 78 verfügbar

Eigentlich galt Mozillas Thunderbird schon fast als aufgegebenes Projekt. Jedenfalls lief die Entwicklung des Clients in den vergangenen Jahren relativ schleppend. Mozilla zog jedoch im Januar 2020 die Notbremse und lagerte die Weiterentwicklung des Clients in ein eigenes Mozilla-Unternehmen um. Ergebnis ist nun ein großer Sprung von Version 68 auf Version 78. Mit der neuen Version gibt es somit natürlich auch eine große Zahl an Neuerungen. So haben die Entwickler beispielsweise das Design nochmals angepasst und modernisiert. Neu gestaltete Icons und etwaige weitere optische Verbesserungen sollen den etwas angestaubten Donnervogel aufhübschen.

Des Weiteren verfügt Thunderbird 78 ab sofort über Dark Mode, der den Namen dann auch mehr oder weniger verdient. Je nach aktivem Windows-Farbmodus startet Thunderbird nun automatisch mit einer hellen oder dunklen Bedienoberfläche. Als weitere Neuerung kommt Thunderbird ab sofort mit einem vorinstallierten Kalender-Addon. Zwar ist der Kalender eher rudimentär, dürfte aber vom Funktionsumfang her für die meisten Anwender ausreichen. Weitere nennenswerte Neuerungen im aktuellen Thunderbird-Release sind außerdem eine eingebaute Verschlüsselung, welche jedoch noch nicht komplett einsatzbereit ist, und einige Komfortfunktionen. So minimiert sich der Client auf Wunsch nun auch endlich in den System-Tray und belegt so nicht unnötig Platz in der Taskleiste.

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