Was tun mit 31.000 Tonnen Grüngut?

Symbolbild

Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr steigt in die Diskussion über mögliche Änderungen im Grüngutsystem des Landkreises ein

Schefflenz. _(lra)_Während es draußen zur Freude aller langsam grünt, mussten sich die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr am Montag drinnen im Schefflenzer Rathaus Gedanken machen, wie man künftig mit dem Ergebnis des reichhaltigen Wachstums im Neckar-Odenwald-Kreis umgeht. Denn aufgrund vergleichsweise vieler Sammlungsplätze, immer größerer Mengen und erhöhter gesetzlicher Anforderungen stand der Einstieg in eine breit angelegte Diskussion über eine Neukonzeption des Grüngutsystems ganz oben auf der Tagesordnung. Eine abschließende Entscheidung soll gemeinsam mit allen Beteiligten möglichst bis Ende des Jahres erarbeitet werden. Wichtige Partner sind dabei neben den am System teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieben und den beiden Maschinenringen insbesondere auch die Städte und Gemeinden. Ebenfalls informiert wurden die Kreisrätinnen und Kreisräte über aktuelle Entwicklungen im Öffentlichen Personennahverkehr und beim Mobilfunk.

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31.000 Tonnen Grüngut pro Jahr würden inzwischen jedes Jahr angeliefert oder von der Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald (KWiN), wie aktuell bei der Frühjahrsaktion, abgeholt, sagte Landrat Dr. Achim Brötel. 1992 beim Start des Systems seien das noch rund 7.000 Tonnen gewesen. „Damit ist das Grüngutsystem eines der wichtigsten Sammlungssysteme im Bereich der Privathaushalte“, betonte Dr. Mathias Ginter, Vorstand der KWiN.

Aufgrund rechtlicher Vorgaben dürfe, so Dr. Ginter, allerdings kein unbehandeltes Grüngut mehr ausgebracht werden. Auch bei der Lagerung gebe es klare Vorgaben. Beides verursache hohe Kosten. Im gesamten Kreisgebiet betreibe man 43 Grüngutplätze. „Und eine ganze Reihe dieser Plätze ist ohne entsprechende Ausbaumaßnahmen für einen langfristigen Betrieb nicht mehr geeignet“, so Dr. Ginter. Einig sei man sich aber, so Dr. Ginter und der Landrat, dass man das sehr gut funktionierende, dezentrale und damit bürgerfreundliche System beibehalten wolle. „Was wir heute machen ist ein Art Faktencheck, um in eine bewusst transparente Diskussion einzusteigen“, unterstrich Dr. Brötel.

Diesen Ball nahmen die Kreisräte gerne auf, in zahlreichen Wortmeldungen aus allen Fraktionen wurde die ganze Bandbreite des Themas diskutiert. Man müsse dabei immer im Blick behalten, wie weit die Bürger bereit seien, zum nächsten Platz zu fahren, merkte Fraktionsvorsitzende Simone Heitz für Bündnis 90/Die Grünen an, während SPD-Fraktionsvorsitzende Heide Lochmann fragte, ob man die Grüngutmenge denn reduzieren wolle. Dies verneinte Dr. Ginter, eine Reduzierung der Plätze sei möglich, ohne die Sammlungsmenge deutlich zu verkleinern. Ein drängendes und der KWiN auch bekanntes Problem sprach CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser an. Er beobachte einen regen „Grüngut-Tourismus“ aus angrenzenden Landkreisen. „Das kann es nicht sein“, so Neser, der sich für eine Beschilderung der Plätze und stichprobenartige Kontrollen aussprach. Auf die unerwünschte Verbrennung von Grüngut auf dem eigenen Grundstück bei zu langen Anfahrten zum Grüngutplatz machte Kreisrat und Bürgermeister Hans-Peter von Thenen (Freie Wähler) aufmerksam. Mehrfach angesprochen wurde die Schwierigkeit, dass viele Plätze in kommunaler Hand seien. Nichtsdestotrotz brachten alle zum Ausdruck, dass man das Thema gemeinsam angehen wolle, unter anderem bei der nächsten Sitzung des Gemeindetags. Entsprechend folgten die Kreisräte dem Verwaltungsvorschlag, der das Ziel hat, das neue System bis zum kommenden Jahr umzusetzen. Für die konstruktive Diskussion bedankte sich der Landrat: „Das ist eine ganz wichtige Baustelle.“

„Richtig viel Bewegung“ sei derzeit auch im Thema Öffentlicher Personennahverkehr, wie Dr. Brötel dann anmerkte. Viel entwickle sich seit der Verabschiedung des Nahverkehrsplans und einer Resolution im Kreistag sehr positiv. Auf Grundlage des Plans schreibe der Kreis, so die Information, derzeit die Linienbündel Buchen und Mosbach europaweit aus. Das Angebotsvolumen beinhalte eine Steigerung von ca. 3,3 auf 4,1 Millionen Fahrplankilometer.

Eine spannende Entwicklung gebe es bei der Krebsbachtalbahn, der eine Potentialuntersuchung „durchaus positive Entwicklungschancen“ eingeräumt habe. Eine Durchbindung von der Krebsbachtalbahn hin zur Elsenztalbahn bei Bad Rappenau mit dem Neubau einer Querspange sei in der Diskussion. An einer Standardisierten Bewertung beteilige sich der Kreis mit 11.000 Euro.

Beim Thema Mobilfunk setzt der Landrat auf Verbesserungen durch die Große Koalition, „nationales Roaming“ sei ein vielversprechendes Stichwort. Man werde hier eng am Ball bleiben. Abschließend dankte er Bürgermeister Rainer Houck für die Bereitstellung des Sitzungssaals.

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