Biologische Vielfalt am Straßenrand

Erfolgreiche Bewerbung – Neckar-Odenwald-Kreis nimmt an Modellprojekt

Schon jetzt blüht es an vielen Straßen im Neckar-Odenwald-Kreis. Ob man die biologische Vielfalt durch eine veränderte Pflege noch erhöhen kann, wird jetzt von Wissenschaftlern im Rahmen eines Modellprojektes untersucht. (Foto: pm)
Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Neckar-Odenwald-Kreis hat sich erfolgreich um die Teilnahme an einem Modellprojekt des baden-württembergischen Verkehrsministeriums beworben. Ziel des Projektes ist die Erhöhung der biologischen Vielfalt entlang von Straßen. Die entsprechende Bestätigung erreichte dieser Tage den Landrat. An mehreren Böschungsflächen im Kreis werden nun die Auswirkungen einer naturschutzfachlich orientierten Pflege untersucht. Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

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„Unser Fachdienst Straßen mit den Straßenmeistereien Buchen, Mosbach und Osterburken pflegt schon seit vielen Jahren nahezu achthundert Straßenkilometer nach einem langfristig angelegten Konzept, das Umwelt- und Naturschutzaspekten eine hohe Priorität einräumt. Wir wollen uns hier aber noch mehr als bisher engagieren und haben uns deshalb um die Teilnahme an dem Modellprojekt beworben. Die Entscheidung des Ministeriums ist insofern auch eine schöne Bestätigung unserer bisherigen Arbeit“, freute sich Landrat Dr. Achim Brötel über die Zusage.

In Abstimmung mit dem Leiter der Straßenmeisterei Buchen, Joachim Mai, haben die Wissenschaftler in einem ersten Schritt mehrere Flächen unterschiedlicher Kategorien auf den Gemarkungen Buchen und Osterburken ausgewählt. Die Straßenmeisterei wird dort die Mäharbeiten nun differenziert durchführen und den Aufwand dokumentieren. Geklärt werden sollen so die Fragen, ob die Maßnahmen die Blütenvielfalt erhöhen, wie Insekten darauf reagieren und welchen Aufwand eine solche Pflege mit sich bringt. Eine weitere Kernfrage ist, ob durch die Rücknahme der Nährstoffzufuhr eine Ausmagerung der Fläche gelingt und damit eventuell der Pflegeaufwand reduziert werden kann. Eine der vorgesehenen Maßnahmen zielt dementsprechend darauf ab, das Gras auf den Böschungen nicht mehr zu mulchen, sondern es lang zu schneiden und abzuräumen, so dass auch weniger durchsetzungsfähige Pflanzen vermehrt wachsen können.

Durch die Umstellung der Pflege sollen vor allem Insekten wieder mehr Nahrung und einen Lebensraum finden, da diese für das Funktionieren des Ökosystems von zentraler Bedeutung sind. Auch wird eine Vernetzung von Biotopen durch die Grünstreifen angestrebt. Ausgewertet werden die Ergebnisse der Versuche, die in mehreren Landkreisen bis 2020 parallel stattfinden, dann von den Wissenschaftlern unter ökologischen, aber auch wirtschaftlichen Aspekten.

Das Modellprojekt ergänzt schon bestehende Bemühungen im Kreis. So werden unter anderem jährlich über 1.800 Hektar der Ackerfläche mit Blühmischungen bestellt. Auch im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren werden bewusst Biotope geschaffen und vernetzt sowie im ländlichen Wegenetz Blühmischungen ausgebracht.

© www.NOKZEIT.de


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