Heidelberg: Gandhi geht auf Reisen

Die beiden Jungbullen Ludwig (li.) und Gandhi (r.) messen ihre Kräfte. (Foto: Petra Stein/Zoo Heidelberg)

Asiatischer Elefantenbulle verlässt Zoo Heidelberg

Der Chef geht und nimmt Abschied von Heidelberg: Der Asiatische Elefantenbulle Gandhi wird den Zoo Heidelberg Anfang November verlassen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Asiatische Elefanten zieht Gandhi nach Frankreich in den Zoo La Palmyre, um dort als Zuchtbulle zu leben. Der charismatische Jungbulle mit dem markanten „Dickkopf“ konnte während seiner Zeit in Heidelberg viel lernen. Als Chef der vierköpfigen Jungbullengruppe sammelte der 12-jährige Elefant gute Führungsqualitäten, um sich in einer neuen Gruppe zu behaupten.

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In den sieben Jahren, die Gandhi in der Jungbullen-WG im Zoo Heidelberg verbracht hat, wurde aus einem kleinen Elefantenkalb ein stolzer, selbstbewusster Bulle. Nachdem 2015 der damalige Leitbulle Voi-Nam Heidelberg verlassen hatte, sicherte sich Gandhi seine Position als Anführer. „Gandhi hat von Natur aus einen sehr starken Charakter, was es ihm gut ermöglichte, die neue Rolle als Leitbulle voll auszufüllen. Die anderen Elefanten akzeptierten ihn rasch als neuen Chef“, berichtet Stefan Geretschläger, Revierleiter im Elefantenrevier. Zu Ludwig, dem Jungelefant aus München und Nesthäkchen in der Gruppe, hat Gandhi eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Oft sind die zwei gemeinsam auf der Anlage unterwegs, rangeln und spielen miteinander. Ludwig hält sich stets in Gandhis Nähe auf. „Ludwig ist der einzige, dem Gandhi es erlaubt, mit ihm zusammen an einem Futterplatz zu stehen – das ist unter Elefanten fast schon ein kleiner Liebesbeweis“, schmunzelt Geretschläger.

Gandhis Zeit in Heidelberg geht zu Ende

Mit etwa fünf Jahren musste Gandhi – wie in freier Wildbahn bei jungen Elefanten üblich – seine Geburtsgruppe verlassen und kam 2011 nach Heidelberg als einer der ersten Bewohner der 2010 initiierten Jungbullen-WG. Als erster und einziger Zoo in Deutschland hatte es sich der Zoo Heidelberg zur Aufgabe gemacht, eine Anlauf- und Ausbildungsstelle für junge Elefantenbullen zu bieten. Als Vorreiter in der Haltung junger Elefantenbullen unterstützt Heidelberg damit das Erhaltungszuchtprogramm für Asiatische Elefanten: „In der Gruppe mit anderen jungen Elefantenbullen lernen die Halbstarken für sie wichtiges Sozialverhalten“, erklärt Geretschläger. Bei wilden Rangeleien messen sie gegenseitig ihre Kräfte und lernen, wie sich ein richtiger Elefant verhalten muss, um später bei den Elefantenkühen als Zuchtbulle akzeptiert zu werden. Sobald die Bullen dies gelernt haben, meist mit zehn bis zwölf Jahren, können sie Heidelberg verlassen, um in anderen Zoos eine eigene Zuchtgruppe zu übernehmen. „Der Zoo Heidelberg ist für alle Elefantenjungs also nur eine Zwischenstation, um Erfahrung zu sammeln und eine Grundausbildung zu erhalten – und jetzt ist es für Gandhi an der Zeit zu gehen“, so Geretschläger. Seit Beginn der Heidelberger Jungbullen-WG, verließen bereits zwei Elefantenbullen Heidelberg, die nun in ihren neuen Zoos erfolgreich Zuchtgruppen führen. In Gandhis neuen Zuhause, dem Zoo La Palmyre in Frankreich, wartet bereits eine Gruppe aus Elefantenkühen auf ihn. Dort soll er in Zukunft für Nachwuchs sorgen.

Kleine Abschiedsfeier an der Außenanlage

Am 26. Oktober 2018 findet gemeinsam mit der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) eine kleine Abschiedsfeier statt. Seit 2012 ist Gandhi das Patentier der RNZ. Für den Abschied bereiten die Tierpfleger eine besondere Leckerei auf der Außenanlage vor, die Gandhi ab 13 Uhr vernaschen darf. Seine langjährigen Mitbewohner, die drei jungen Asiatischen Elefantenbullen Tarak, Ludwig und Yadanar, sind natürlich mit dabei.

Besucher sind herzlich eingeladen an der kleinen Feier teilzunehmen. Zum Abschied besteht die Möglichkeit, an einer Wünsche-Wand eine ganz persönliche Botschaft und Reisewünsche für Gandhi zu hinterlassen. Der graue Riese wird sich Anfang November gemeinsam mit zwei Tierpflegern auf die Reise begeben. Das ganze Zoo-Team wünscht Gandhi für seine Reise und sein Leben in Frankreich alles Gute.

© www.NOKZEIT.de


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