MercedesCup Stuttgart, Wimbledon & Co.

Im letzten Jahr ging Roger Federer als Sieger im Einzel vom Platz. (Symbolbild: ahsing888/Pixabay)

Der Tennis-Sommer wird heiß

Stuttgart. Das heimische ATP-Event steht wieder kurz vor der Tür, der MercedesCup Stuttgart. Am 8. Juni startet der erste Aufschlag, der Sieger erhält am 16. Juni seine Trophäe. Das Rasenturnier wird auch in diesem Jahr wieder eine hochkarätige Besetzung bieten und Zuschauer aus aller Welt in die Schwabenmetropole ziehen. Doch auch danach geht es spannend weiter.

Der MercedesCup im Schatten des großen Roger Federer

Die Spieler der ATP Tour haben gewählt: Fünfmal hintereinander krönten sie den MercedesCup zum beliebtesten und damit weltbesten Tennisturnier überhaupt. Das ist eine große Auszeichnung für Stuttgart, zumal die Konkurrenz wirklich beachtlich erscheint. Im letzten Jahr ging Roger Federer als Sieger im Einzel vom Platz, im Doppel gewannen die beiden Deutschen Philipp Petzschner und Tim Pütz. Im Tennis-Greisenalter von 37 Jahren hat Federer noch immer den dritten Platz der Weltranglist inne, wahrscheinlich rückt er auch dieses Jahr wieder nach Stuttgart zur Titelverteidigung an. Aber die jüngeren Gegner wachsen unaufhaltsam nach und werden ihm die Sache garantiert nicht leichtmachen. Irgendwann wird der Gigant stürzen – aber vielleicht nicht, bevor er ein weiteres Mal den MercedesCup gewonnen hat.

French Open läuft aktuell unter Hochspannung

Auch bei den French Open geht es dieses Jahr wieder heiß her. Wird bei Wimbledon noch Novak Djokovic von den Experten als heißester Favorit gehandelt, so ist es in Frankreich Rafael Nadal, der laut Analysen die Nase vorn haben soll. Der Spanier holte sich die Trophäe von Roland Garros bereits 11 Mal, und zwar ohne Ausnahme im Einzel. Der einzige Spieler, der ihm diesbezüglich einigermaßen das Wasser reichen kann, ist der Franzose Henri Cochet, der 5 Mal im Einzel, 3 Mal im Doppel und 2 Mal im Mix gewann – also insgesamt 10 Titel holte.
Offiziell ist das Event bereits seit dem 20. Mai in vollem Gange, doch wer sich am Ende diesen Grand-Slam-Titel holen wird, entscheidet sich erst am 9. Juni. Der Weltranglistenfünfte Alexander Zverev hat zu seinem eigenen Auftakt in Frankreich bereits einen wahren Marathon hinter sich: Er schlug den Australier John Millman mit sagenhaften 7:6 (7:4), 6:3, 2:6, 6:7 (5:7) 6:3. Mal sehen, ob es noch fesselnder werden kann!

Im Gerry Weber Open treten nur 32 Spieler an

Am 17. Juni dürfen wir die Tennisgrößen dieser Welt schon wieder in Deutschland begrüßen. Dann startet nämlich das Gerry Weber Open, das sich bis zum 23. Juni zieht. Es folgt jedes Jahr direkt auf das French Open, parallel zum ATP-Turnier im Londoner Queen’s Club. Ein Blick auf das Preisgeld sagt alles: Das deutsche Traditionsturnier war im letzten Jahr mit 2,117 Millionen EUR dotiert. Das Starterfeld besteht aus 32 Einzelspielern: Die Chancen, hier mitzumischen, sind also relativ klein.

Roger Federer wird allerdings auch 2019 wieder mit dabei sein, diesmal nicht, um seinen Titel zu verteidigen, sondern um ihn zu erobern. Zu ihm gesellen sich auch vier deutsche Profis: Jan-Lennard-Struff, Alexander Zverev, Philipp Kohlschreiber sowie der erst 18 Jahre junge Rudolf Molleker. Im letzten Jahr gewann höchst überraschend der kroatische Spieler Borna Ćorić, der danach kein einziges Turnier mehr für sich entschied. Allerdings gehört Ćorić weiterhin konstant den Top 20 der Weltrangliste an.

(Symbolbild: ahsing888/Pixabay)

In Wimbledon erfüllen sich Tennisträume – oder sie gehen unter

Den 1. Juli haben sich sicher alle Tennisfans rund um den Erdball schon vorgemerkt: Dann beginnt das Traditionsturnier von Wimbledon. Letztes Jahr holte sich der Serbe Novak Djokovic den begehrten Titel, er besiegte in einem souverän gespielten Finale den Südafrikaner Kevin Anderson. Federer flog damals schon im Viertelfinale vom Platz, und zwar ausgerechnet gegen Anderson. Das Match ging damals über 5 Sätze und hielt die Zuschauer bis zum letzten Augenblick im Bann.
Bei den Damen war ebenfalls für haarsträubende Spannung gesorgt. Serena Williams war angetreten, um ihren eigenen Grand-Slam-Rekord zu brachen, doch sie unterlag im Finale einer kämpferischen Angelique Kerber. 6:3 und 6:3 lautete das klare Ergebnis, das die eigentliche Favoritin klar in ihre Schranken wies. 2019 tritt Djokovic als Titelverteidiger und Favorit der Herren in Wimbledon an: Mal sehen, ob es ihm besser ergeht als Serena. Zumindest befindet er sich aktuell in Topform, nachdem er auch bei den Grand Slams in Melbourne und New York abgesahnt hat.

Das US-Open ist urtypisch amerikanisch geprägt** Wo wir gerade in New York sind: Vom Wimbledon-Turnier aus gesehen, ist auch das Flushing-Meadows-Event nicht mehr weit. Das berüchtigte US-Open findet vom 26. August bis zum 7. September statt. Es handelt sich damit um das letzte Grand-Slam-Turnier im Jahreszirkel und besitzt eine typische amerikanische Prägung. Der gediegene englische Rasen gerät im gewaltigen Billie Jean King National Tennis Center schnell in Vergessenheit: Hier donnern die Flugzeuge vorbei und in den Pausen dröhnt Musik aus den Lautsprechern. Schon beim ersten Aufschlag liegt ein Hauch von Burger und Pommes in der Luft, da muss der Magen schon ziemlich hart im Nehmen sein.

Wie bereits gesagt, erwies sich 2018 Djokovic als der überlegen Spieler der Herren, während Serena Williams in ihrem Heimatland den Damentitel holte. Für das diesjährige Turnier werden beide wieder als Favoriten gehandelt, doch haben wir oft genug gesehen, wie schnell solche Träume verfliegen. Die zweitbesten Chancen vereint laut der Buchmacherquoten Rafael Nadal auf sich, gefolgt von Juan Martín del Potro und, etwas weiter abgeschlagen, der Japaner Kei Nishikori.

Serena Williams (Bild von skeeze/Pixabay) 

Das Davis-Cup-Finale erhielt eine ganz neue Struktur** Das Davis-Cup-Finale schließt vom 18.11. bis 22.11. das Tennisjahr passend ab. Das Mannschaftsturnier der Herren besteht bereits seit 1899, und begonnen hat der große Mythos natürlich in England. Dieses Jahr führte der Veranstalter, die International Tennis Federation (ITF), eine grundlegende Reform durch. Am Finalwochenende sehen wir das Viertel-, Halb- und natürlich Finale des großen Events, davor treten 18 Teams in einer Qualifikationsphase gegeneinander an.

Letztes Jahr durfte sich Kroatien über den Sieg im französischen Villeneuve-d’Ascq freuen, 2019 sammeln sich die weltbesten Mannschaften in Madrid. Alexander Zverev hat bereits abgesagt, die Erholungsphase bis zur nächsten Saison sei ihm zu kurz. Auch Roger Federer kommt der Termin leider nicht gelegen, so müssen wir beim Davis-Cup schon auf zwei Top-Stars verzichten.
Egal, wer am Ende die Trophäe in der Hand hält und das Preisgeld kassiert, es wird immer einen zusätzlichen Gewinner geben: den Zuschauer, der mit Freude und Spannung dem großen Tenniszirkus folgt. Ihm winken kurzweilige Stunden und ganz viel Gesprächsstoff unter Gleichgesinnten.

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