Dank Win-Win-Netzwerk ins Internet

Ein Besucher der Tagesstätte im Karl-Klotz-Haus lädt sein Smartphone im neuen Smartphone-Safe. Möglich wurde die Investition durch die Unterstützung des Win-Win-Netzwerks. (Foto: Hofherr)

Martin Dreßlers Projekt spendet Handy-Ladestation für die Tagesstätte für Wohnungslose des SKM

Heidelberg.  Wieder einmal konnten sich die Besucher und Mitarbeiter der Tagesstätte für wohnungslose Menschen, des SKM – Kath. Verein für Soziale Dienste in Heidelberg auf Martin Dreßler und sein Win-Win-Netzwerk verlassen.

Nachdem der SKM bereits bei der Anschaffung zweier Computern und kostenfreien WLAN-Zugang für die Gäste der Anlauf- und Beratungsstellen von Dreßlers Projekt unterstützt wurde (wir berichteten), stellte sich jetzt die Frage, wie es sich realisieren lässt, die mittlerweile weit verbreiteten Handys und Smartphones mit Strom zu versorgen.

Verständlicherweise verfügen Menschen, die auf der Straße, unter Brücken, in Zelten oder Waldhütten leben nicht über Steckdosen. Solche gibt es zwar in der Tagesstätte in der Kaiserstraße 88-92, in Heidelberg, aber nicht in ausreichender Zahl, besuchen doch täglich bis zu 80 Personen die Tagesstätte im Karl-Klotz-Haus.

Außerdem durften die Handybesitzer ihr Gerät während des Ladevorgangs nicht aus den Augen lassen, um dadurch zu verhindern, dass andere die Steckdose nutzen oder das Gerät gestohlen wird, fasst Sozialpädagoge Matthias Meder die Problematik zusammen.

Nach der Recherche im Internet und durch Gespräche mit Kollegen anderer Einrichtungen fanden die SKM-Mitarbeiter in einem sogenannten Smartphone-Safe die perfekte Lösung. Mit nur einem Stromanschluss lassen sich damit bis zu acht Geräte gleichzeitig laden. Nicht einmal ein eigenes Ladekabel ist erforderlich, verfügen doch alle acht Ladefächer über die drei gängigsten Anschlüsse. Um dem Verlust vorzubeugen, kann jeder Ladeplatz verschlossen und mit einem eigenen Code gesichert werden.

Nachdem Meder und seine Kollegen sich auf diese Lösung festgelegt hatten, gab es nur noch das Problem der Finanzierung. Denn insgesamt kostet ein solcher Handy-Safe 500 Euro. Und da kommen Martin Dreßler und das Win-Win-Netzwerk ins Spiel. Schnell war Dreßler von der Idee begeistert, ist die Ladestation doch ein weiterer Schritt zur Teilhabe an der (digitalen) Gesellschaft.

Die Digitalisierung erstreckt sich auf immer mehr Bereiche des Lebens, wissen Dreßler und Meder. Daher sei es wichtig, dass auch von Armut und Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit betroffene Menschen einen Zugang zu diesem Medium haben. Die telefonische Erreichbarkeit, der Abruf von Mails und die Nutzung Sozialer Medien sind Grundvoraussetzungen für eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe. Selbst Ämter, wie das Jobcenter Heidelberg, verschicken inzwischen Einladungen bzw. Erinnerungen ans Mobiltelefon.

Auch Wohnraumsuche und ähnliche Dinge werden zunehmend ins Internet verlagert, wo entsprechende Plattformen sehr viel komfortabler zu nutzen sind, als die herkömmlichen Wege, darunter die Samstagszeitungen oder Anzeigenblätter, beschreibt Meder die Veränderungen auch im Bereich der sozialen Arbeit bzw. Wohnungslosenhilfe.

Entsprechend groß war dann auch die Freude bei den Besuchern des Karl-Klotz-Hauses, als die Ladestation dieser Tage geliefert wurde. Nachdem es vorher immer wieder zu Auseinandersetzungen um die raren Steckdosen oder um verschwundene Mobiltelefone gekommen war, herrscht nun Zufriedenheit bei allen Beteiligten. Besucher können ohne Sorge ihre Geräte laden und die SKM-Mitarbeiter müssen keine Streits mehr schlichten oder verlorengegangene Handys suchen.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Atmosphäre, haben Fachbereichsleiter Matthias Meder und seine Kollegen bemerkt. Also eine Win-Win-Situation durch das Win-Win-Netzwerk, dankt Meder Martin Dreßler und seinen Projektpartnern. Ohne die unbürokratisch gewährte, großzügige Spende hätte man die Investition nicht realisieren können, stellt der SKM-Vertreter im Rahmen der Übergabe fest.

Hintergrund

WIN-WIN-Situation für Firmen und Soziale Projekte

Firmen werben gegen eine Gebühr auf der Internetseite des Netzwerks um neue Kunden aus der Sozialwirtschaft und zeigen soziale Kompetenz und Verantwortung. Diese Firmen benennen soziale Einrichtungen, Vereine, Initiativen, Gruppen als Werbepartner. Die Werbepartner erhalten die Chance, kostenfrei ihre Initiative vorzustellen.

Mit den Mehreinnahmen werden Projekte dieser Werbepartner finanziert, die unterstützen Projekte werden veröffentlicht. Außer den gemeinsamen Werbungen sollen regelmäßige Treffen, zum Austausch der Ideen und Angebote stattfinden. Es entsteht ein Netzwerk von Werbepartnern mit dem Ziel der gegenseitigen Kommunikation und Unterstützung.

Soziale Werbepartner können Anträge auf Bezuschussung ihrer Aktivitäten stellen. Suchen diese Einrichtungen einen Handwerker, ein Dienstleistungsunternehmen oder einen sonstigen Gewerbetreibenden, suchen sie zunächst im Win-Win-Netz nach einem passenden Partner für sich oder Ihre Gruppe zuerst auf der Seite Win-Win-Netzwerk

SKM Heidelberg – Wohnungslosenhilfe

Der SKM Heidelberg schaut hin, wo andere wegschauen. Der Verein sieht die Not wohnungsloser Menschen und unterstützt und begleitet sie.
Das macht der Verein in vielfältiger Weise. In den Tagesstätten im Karl-Klotz-Haus und im FrauenRaum wird die existenzielle Grundversorgung sichergestellt – mit Essen, Kleidung, medizinische Hilfe, aber auch sanitäre Einrichtungen (Badewanne, Dusche) für die Körperpflege. Außerdem bieten das Karl-Klotz-Haus und der FrauenRaum eine Rückzugsmöglichkeit von der Straße, in denen Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer für Gespräche zur Verfügung stehen.

Der SKM Heidelberg berät darüber hinaus Wohnungslose in allen Lebenslagen. Außerdem gibt es Mitarbeiter, die ihre Klienten in deren Lebenswelt auf der Straße besuchen, um Menschen dort zu helfen, wo sie sich leben (müssen).

Infos im Internet:

www.skm-heidelberg.de

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